Bereits drei Athleten sind an den Olympischen Winterspielen 2026 wegen der Verwendung von PFAS disqualifizert worden.
Zwei koreanische Langläufer und ein japanischer Snowboarder verwendeten Fluorwachse, die diese «Ewigkeitschemikalien» enthielten.
Bereits 2023 verbot der Ski-Weltverband FIS die gesundheits- und umweltschädlichen PFAS für alle Profi-Wettbewerbe. Seit diesem Jahr gilt diese Regel auch erstmals für die Olympischen Spiele.
In der Schweiz hat der Bundesrat kürzlich per Verordnung PFAS-Substanzen in Skiwachsen verboten – auch seine Verwendung im Amateursport. Dieses Verbot tritt am kommenden 1. November in Kraft.
Die Neuenburger SP-Nationalrätin Martine Docourt hätte sich jedoch gewünscht, dass der Bundesrat weiter geht, als nur ein Verbot auszusprechen.
Sie hat deshalb zusätzlich eine Rückruf- und Entsorgungsaktion für alle PFAS-haltigen Skiwachse gefordert, um Gesundheits- und Umweltrisiken zu begrenzen.
«Der Bundesrat verbietet zwar bestimmte Substanzen, aber ob dadurch wirklich die Gesamtheit der PFAS aus den Wachsen entfernt wird, ist fraglich», sagt sie gegenüber dem Westschweizer Radio und Fernsehen (RTS).
«Könnte man seine alten Wachse an einer Sammelstelle zurückzugeben, würde das eine sachgerechte Entsorgung erlauben. Es hängt alles davon ab, was man damit macht», argumentiert Docourt. «Sonst landen sie im normalen Abfallentsorgungssystem, was ebenfalls Probleme verursacht.»
RTS-Beitrag zum PFAS-Verbot (mit dt. Untertiteln):
Der Bundesrat hat den Vorstoss Docourts ebenso abgelehnt wie den Vorschlag, eine Kampagne zur Sensibilisierung der Öffentlichkeit zu organisieren.
In seiner Antwort an die Nationalrätin schreibt der Bundesrat, dass mehrere Kantone kürzlich gemeinsame Kontrollen von PFAS-haltigen Produkten durchgeführt und auch Sensibilisierungsarbeit bei Händlern geleistet haben.
Erst vor Kurzem hat eine Studie des ETH-Forschungsinstituts für Materialwissenschaft (Empa) hohe PFAS-Konzentrationen in Schneeproben nachgewiesen, die beim letzten Engadiner Skimarathon entnommen worden waren.
Dies zeigt, dass Fluorwachse zwar in Schweizer Geschäften immer seltener werden, in den Kellern von Skisportlerinnen und Skisportlern jedoch weiterhin verwendet werden. Ein Wachsblock kann mehrere Jahre halten.