Das Verbot in den Niederlanden betrifft die beiden Zuchtkatzenrassen Sphynx und Scottish Fold. Der Grund: Die Zucht werde aus ästhetischen Gründen bis zum Äussersten getrieben, was wiederum schweres Leid bei den Tieren verursache.
Die Scottish Fold ist erkennbar an ihren gefalteten Ohren und ihrer als niedlich empfundenen Schnauze – populär gemacht wurde die Rasse zuletzt durch den Popstar Taylor Swift.
Taylor Swift mit ihren Scottish-Fold-Katzen
Die Sphynx wiederum zeichnet sich durch das fehlende Fell aus. Diese Merkmale sind das Ergebnis genetischer Selektion im Laufe des Zuchtprozesses.
Genetische Defekte mit schwerwiegenden Folgen
Insbesondere bei der Scottish Fold sind die gesundheitlichen Folgen schwerwiegend. Natacha Bourquin, Präsidentin der Neuenburger Tierärztegesellschaft, erzählt gegenüber dem Westschweizer Radio und Fernsehen (RTS) von ihren Beobachtungen in der Sprechstunde:
«Bei den gefalteten Ohren handelt es sich um einen Knorpeldefekt. Dieser Defekt kommt auch in allen Gelenken des Tieres vor, was eine vorzeitige Arthrose begünstigt. Ich hatte Katzen zur Behandlung, die bereits mit sechs Monaten Arthrose hatten.»
Das habe dramatische Folgen für die Beweglichkeit, und die Tiere würden entsprechend leiden, sagt Bourquin.
Kein Verbot in der Schweiz vorgesehen
Anders als in den Niederlanden ist in der Schweiz kein generelles Verbot spezifischer Rassen absehbar. Hierzulande setzt man auf andere Arten der Regulierung.
So sind Sphynx- und Scottish-Fold-Katzen beispielsweise von Katzenausstellungen ausgeschlossen. Diese Massnahme soll sie weniger interessant machen für die Zucht.
In Zuchtbetrieben unterliegen Zuchttiere strengen tierärztlichen Kontrollen. Laut Tierärztin Bourquin lassen sich mit solchen Kontrollen gewisse Risiken einschränken. «Es geht darum, das Risiko bestimmter Krankheitsbilder zu verringern, weil wir die Gene kennen, die bei bestimmten Rassen Probleme verursachen oder begünstigen.»
Der Beitrag von RTS (dt. Untertitel):
Bei der Sphynx gebe es zum Beispiel Herzproblematiken, die man kontrollieren könne. Bei der Scottish Fold sei der Handlungsspielraum aber begrenzt. Die Tierärztin warnt, dass es schwierig, wenn nicht gar unmöglich sei, ihr Wohlbefinden wirklich zu verbessern, ohne auf das Merkmal zu verzichten, das die Rasse selbst definiert: die gefalteten Ohren.