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Glanz und Elend Las Vegas: Das Geschäft mit dem Glamour hat seinen Preis

Die Stadt Las Vegas erwirtschaftet jedes Jahr rund 16 Milliarden US-Dollar. Doch hinter den Neonlichtern nimmt die Obdachlosigkeit rasant zu, und auch die Zahl der Überdosierungen mit Fentanyl steigt unaufhörlich.

Lange hat Las Vegas vor allem von seinen unzähligen Casinos gelebt. Heute lockt die legendäre Wüstenmetropole im US-Bundesstaat Nevada Touristinnen und Touristen mit zusätzlichen Angeboten: Internationale Stars füllen die Konzertarenen, riesige Poolpartys verzücken Besuchende aus aller Welt, und grosse Sportveranstaltungen ziehen Millionen Fans an. Rund 16 Milliarden US-Dollar jährlich erwirtschaftet die Stadt so.

Doch dieses Unterhaltungsmodell schafft auch Verlierer.

Hinter dem Glamour der Stadt verbirgt sich eine harte Realität. Hunderte Menschen leben in Tunneln unter der Stadt. Aus Angst vor Behörden oder der Polizei verstecken sich manche seit Jahren. So wie Louis Khaled. Er berichtet gegenüber dem Westschweizer Radio und Fernsehen (RTS): «Ich glaube, die Polizei versucht, mir eine Falle zu stellen, um mich ins Gefängnis zu bringen. Deshalb rede ich eigentlich nicht mit ihr.»

Nevada hat eine der höchsten Obdachlosenquoten der USA. Ausserdem richtet Fentanyl verheerende Schäden an.

Die synthetische Droge fordert besonders unter sozial ausgegrenzten Menschen zahlreiche Todesopfer. Zwischen Oktober 2023 und August 2024 wurden im Clark County, zu dem Las Vegas gehört, mehr als 600 opioidbedingte Todesfälle registriert.

Eine sich verschärfende Wohnungsnot

Gleichzeitig verschärft die Tourismusindustrie die Wohnraumkrise. «Es ist inzwischen schwierig geworden, ein Haus zu kaufen, weil viele Unternehmen Immobilien ausschliesslich erwerben, um sie zu vermieten», sagt Chris, der leer stehende Häuser im Auftrag der Eigentümer sichert.

Im Jahr 2025 standen in Nevada 124'000 Wohnungen und Häuser leer. Die Mieten sind seit 2020 um 35 Prozent gestiegen.

«Um die Zahl leer stehender Wohnungen zu senken, müsste man die Mieten reduzieren, damit sie tatsächlich vermietet werden können. Aber das liegt nicht in meiner Hand», sagt Chris.

Die Casinos halten weiterhin die Macht

Box aufklappen Box zuklappen

Zwei Konzerne – Caesars Entertainment und MGM Resorts – beherrschen einen grossen Teil der Stadt. Da Nevada keine Einkommensteuer erhebt, ist der Bundesstaat in hohem Masse auf die Einnahmen aus den Casinos angewiesen. Im Jahr 2024 beliefen sich diese Steuereinnahmen auf 1,2 Milliarden US-Dollar.

Zudem finanzieren die Casinobetreibenden Wahlkampagnen. Ohne ihre Unterstützung ist es äusserst schwierig, eine Kommunalwahl zu gewinnen.

Vor allem die Mittelschicht zahlt einen hohen Preis für das Wachstum der Tourismusbranche. Während die Lebenshaltungskosten stark steigen, liegen die Löhne im Hotel- und Gastgewerbe – dem grössten Sektor der Stadt – weiterhin unter dem US-Durchschnitt.

Ein Eldorado auf Kosten der Schwächsten

Eine weitere Schattenseite des Glanzes ist die zunehmende Abhängigkeit von Sportwetten. Innerhalb von weniger als zehn Jahren hat sich Las Vegas zu einer echten Sportmetropole entwickelt.

Ausschnitt der RTS-Reportage zur Drogenszene in Las Vegas:

Dieser Wirtschaftszweig bringt der Stadt jährlich fast zwei Milliarden US-Dollar ein. Unter anderem finden dort ein Formel-1-Grand-Prix sowie «Mixed Martial Arts»-Käfigkämpfe statt.

Luftbild eines beleuchteten Stadions in einer Stadtlandschaft bei Sonnenuntergang.
Legende: Die Millionen Lichter von Las Vegas werfen auch lange Schatten. KEYSTONE/AP Oakland Athletics

Entsprechend boomen auch Sportwetten. Im vergangenen Jahr setzten rund 60 Millionen Amerikanerinnen und Amerikaner Geld auf Sportereignisse. Doch diese Branche hat erhebliche Nebenwirkungen: Jeder zwölfte Spielende in den USA ist spielsüchtig – oder steht kurz davor, es zu werden.

Der Wohlstand der «Stadt der Sünde» scheint sich also auf Kosten der Schwächsten ungebremst fortzusetzen.

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RTS Temps présent, 17.07.2026, 20:07 Uhr; noes

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