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Grösstes Open Air der Schweiz Konkurrenz und Kosten: Wie das Paléo in Nyon standhält

Das 49. Paléo-Festival in Nyon hat begonnen. Der Leiter verspricht, trotz Kostendruck für faire Ticketpreise zu kämpfen.

Über 200 Shows und Konzerte mit rund 100 Künstlerinnen und Künstlern aus fast 30 verschiedenen Ländern stehen dieses Jahr auf dem Programm des Paléo-Festivals in Nyon am Genfersee. «Es ist eine sehr grosse Organisation», sagt Daniel Rossellat, der Leiter des Festivals, gegenüber dem Westschweizer Radio und Fernsehen (RTS). «Und jedes Jahr gibt es viele Neuheiten, also gibt es eine Mischung aus Freude, Ungeduld und Besorgnis.»

Älterer Mann in kariertem Hemd hält eine Kappe, im Hintergrund bunte Struktur im Freien.
Legende: Er ist in Nyon Stadtpräsident und Festivaldirektor in einem: Daniel Roussellat. KEYSTONE/Salvatore Di Nolfi

Zu den Neuheiten gehört insbesondere die Programmgestaltung. Man wisse nie, wie das Publikum auf die Auftritte der Künstlerinnen reagieren werde. «Wenn wir ein Programm ankündigen, gibt es oft viele Künstler, die nicht sehr bekannt oder im Kommen sind. Und plötzlich sehen wir, dass sie auf der Bühne einen enormen Erfolg haben», berichtet er. «Paradoxerweise gibt es auch Künstler, bei denen wir uns sagen: Die haben wir schon genug gesehen. Und plötzlich verzaubern sie 25'000 Leute.»

Katy Perry, The Cure, Gorillaz oder auch Twenty One Pilots werden die Headliner dieser Ausgabe 2026 sein. Doch obwohl das Engagement solcher Stars nicht billig ist, versichert Rossellat: «Wir leisten Widerstand gegen die Erhöhung der Ticketpreise.» Und er ergänzt: «Paléo ist ein gemeinnütziger Verein. Für uns ist Geld ein Mittel, kein Ziel.»

Trotzdem ist der Paléo-Direktor der Meinung, man müsse angesichts der Situation «realistisch» bleiben. Es gebe in der Schweiz immer mehr Festivals, die Konkurrenz nehme zu, und auch die Gagen der Künstler würden immer höher. «Es ist eine Frage von Angebot und Nachfrage», analysiert Rossellat. «Wir haben das Glück, eine ausgezeichnete Glaubwürdigkeit zu haben und ziemlich viel Zuneigung seitens der Künstler, die beim Paléo sein wollen. Und selbst wenn unser Angebot deutlich niedriger ist als bei anderen, haben wir das Glück, sie auf die Bühne bringen zu können.»

Stabsübergabe steht bevor

Daniel Rossollat ist in Nyon eine herausragende Figur. Er ist nicht nur der Leiter des Festivals, sondern auch der Stadtpräsident. Beide Ämter wird er bald abgeben. Bei den Lokalwahlen im Herbst wird er nicht mehr antreten. Und nächstes Jahr nach der 50. Ausgabe wird er auch die Festivalleitung in neue Hände geben.

Erläuterungen des RTS-Journalisten zum Paléo-Festival:

Dennoch will er nicht zurück in die Vergangenheit blicken. «Ich werde nicht 20 Jahre lang eine Abschiedstournee machen wie Bob Dylan, den ich übrigens verehre», scherzt er. «Nein, ich lebe immer im Moment. Ich bin kein nostalgischer Mensch.»

Der Waadtländer will daher «diese 49. Ausgabe in vollen Zügen erleben», bevor er sich den Vorbereitungen für das 50-Jahr-Jubiläum des Festivals widmet. «Das ist eine ziemlich aussergewöhnliche Gelegenheit», betont er. «Ein Jubiläum wie dieses ist eigentlich ein Vorwand, um zu feiern, um auf den zurückgelegten Weg zu blicken, um den Leuten zu danken und um sich in die Zukunft zu projizieren.»

Rossellat wird weiterhin Präsident des Vereins Paléo bleiben. «Also werde ich ein wenig der Hüter der Werte des Paléos bleiben, aber dabei den Platz für andere vorbereiten, die Verantwortung übernehmen werden», sagt er. Gleichzeitig betont er, dass man seine Rolle gemeinhin überschätze. «Ich habe eine Rolle als Imageträger», ergänzt er. «Ich bin der Kapitän, natürlich, aber es ist ein Team, es ist ein Mannschaftssport.»

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RTS, La Matinale, 21.7.2026, 7:32 Uhr;liea

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