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Interaktive Karte Stromausfälle: Welche Gemeinden sind am stärksten betroffen?

Stromunterbrüche sind in der Schweiz eher selten und meist von kurzer Dauer. Es gibt aber grosse Unterschiede von Gemeinde zu Gemeinde. Das zeigen neue Zahlen des Bundes fürs Jahr 2024.

Schweizerinnen und Schweizer müssen nicht im Dunkeln sitzen: Stromausfälle bleiben hierzulande selten und sind von kurzer Dauer. Das zeigen neue Daten, die am Dienstag von der Eidgenössischen Elektrizitätskommission (Elcom) veröffentlicht wurden.

Im Durchschnitt ist ein Haushalt etwa alle drei Jahre von einer Unterbrechung betroffen. Und wenn es zu einem Ausfall kommt, ist dieser in der Regel kurz: 2024 dauerte er im Schnitt 17 Minuten pro Endkunde und Jahr.

In der Romandie wurden die längsten Stromunterbrechungen in einigen Regionen des Jurabogens festgestellt, die von der Société des Forces Électriques de La Goule SA mit Sitz in Saint-Imier (BE) versorgt werden. Die betroffenen Haushalte kamen 2024 auf durchschnittlich 52 Minuten Stromausfall.

Auffällig sind auch die langen Stromunterbrechungen in Tessin, Solothurn, Glarus Süd und Schaffhausen.

66 Stunden pro Jahr in Albanien

Ob es sich um wenige Minuten oder einige Dutzend Minuten pro Jahr handelt: Die Schweiz zählt zu den Ländern mit den zuverlässigsten Stromnetzen. Sie steht an der Spitze des europäischen Rankings, zusammen mit Deutschland, Frankreich, Grossbritannien und Luxemburg. Laut einer Studie der Weltbank gab es in all diesen Staaten in den Jahren 2017 bis 2019 weniger als 20 Minuten Stromausfall pro Person und Jahr.

Am anderen Ende der Skala unter den europäischen Staaten steht Albanien: Dort kommt es laut denselben Daten zu rund 40 Stromausfällen pro Jahr, mit durchschnittlich 66 Stunden ohne Elektrizität.

Auch Georgien und das an Albanien angrenzende Nordmazedonien sind häufig mit diesem Problem konfrontiert, mit mehr als sechs Stunden Unterbrechung.

Neue Indikatoren zum Vergleich der Netzbetreiber

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Die Eidgenössische Elektrizitätskommission (Elcom) veröffentlicht seit Dienstag eine Reihe neuer Indikatoren, um Netzbetreiber besser beurteilen zu können. Neben den oben erwähnten Stromausfällen betreffen diese Daten insbesondere die Netz- und Tarifkosten sowie die Einhaltung der Vorschriften.

«Diese Indikatoren ermöglichen es, die Effizienz eines Netzbetreibers zu beurteilen», erklärt Anne Gillardin, Ingenieurin sowie Expertin für Regulierung und Energiepolitik bei der Elcom gegenüber dem Westschweizer Radio und Fernsehen (RTS).

Unter diesen neuen Daten zeigt der sogenannte Konformitätsindikator, auch «Frankenregel» genannt, dass die grosse Mehrheit der Netzbetreiber den maximal zulässigen Gewinn erreicht. «Die Regulierung zielt auf einen angemessenen und begrenzten Gewinn ab. Diese Frankenregel dient dazu, zu überprüfen, ob die Verwaltungskosten, die Administration, die Rechnungsstellung und der Gewinn angemessen sind», erläutert Gillardin.

«Es handelt sich um eine ziemlich technische Regel, die einen Schwellenwert festlegt, ab dem die Elcom Kontrollen durchführt», fährt die Expertin fort. «Solange die Netzbetreiber diese Obergrenzen einhalten, sind sie berechtigt, bestimmte Tarife anzubieten.»

Mithilfe dieses Indikators können Haushalte ihren Anbieter mit anderen Netzbetreibern vergleichen und ihn gegebenenfalls zu bestimmten Punkten befragen. Sie können den Stromverteiler jedoch nicht wechseln, ohne umzuziehen, da dieser weiterhin an den Wohnort gebunden ist.

Beitrag von RTS zum Schweizer Strommarkt (mit dt. Untertiteln):

RTS, On en parle, 21.01.2026, 8:35 Uhr; noes

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