Er wird von Generation zu Generation weitergegeben und kann ein kleines Dorf am anderen Ende des Landes sein: der Heimatort. Manche haben noch nie einen Fuss dorthin gesetzt, obwohl er auf ihren Ausweisdokumenten steht. Andere sind am Ort ihrer Vorfahren geblieben. Und sie sind recht zahlreich.
Knapp 1.35 Millionen Schweizerinnen und Schweizer wohnen in ihrem Heimatort. Das hat das Westschweizer Radio und Fernsehen (RTS) aufgrund von Daten des Bundesamts für Statistik berechnet (ohne Personen im Ausland, siehe Kasten zur Methode). Das entspricht ungefähr einer von fünf Personen in der Schweiz.
Warum haben sich die Bürgerinnen und Bürger einer Region stärker verstreut als die einer anderen? Im 19. Jahrhundert löste die Industrialisierung eine starke Bewegung in Richtung Stadt aus, in die Nähe der Fabriken. Auch der Ausbau der Verkehrsinfrastruktur rund um die Städte erhöhte deren Anziehungskraft.
Heute leben zum Beispiel gut die Hälfte der Personen mit Heimatort Yverdon-les-Bains oder Bellinzona in genau diesen Orten (56 Prozent respektive 54 Prozent).
Denn trotz aller regionalen Nuancen ergibt sich aus den Daten eine Konstante: Die Schweizerinnen und Schweizer lassen sich in der Regel in geringer Entfernung von ihrem Heimatort nieder und überschreiten nur selten eine Sprachgrenze. Letztlich lebt die grosse Mehrheit in ihrem Heimatkanton oder in einem Nachbarkanton, trotz der Explosion der Mobilität in den letzten Jahrzehnten.
Erläuterungen einer RTS-Journalistin zu den Heimatorten:
Eine Feststellung, die an eine andere Statistik erinnert, jene der Umzüge. Die durchschnittliche Distanz der Wohnsitzwechsel in der Schweiz betrug letztes Jahr nur 13 Kilometer.