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Neue Studie Wie die Zecke ihren Speichel steuert und Krankheiten überträgt

Eine Studie aus Frankreich zeigt, wie Zecken über mehrere Tage hinweg Speichel absondern und dabei Krankheiten auf den Menschen übertragen.

Der Speichel ermöglicht es der Zecke, sich unbemerkt mehrere Tage lang an uns festzusetzen. Er betäubt die Haut und schwächt gleichzeitig das Immunsystem. So werden Krankheiten wie Frühsommer-Meningoenzephalitis und Borreliose übertragen.

Fortschritt bei der Zeckenforschung (mit dt. Untertiteln)

«Die meisten Studien und Labors beschäftigen sich mit der Zusammensetzung des Zeckenspeichels», erklärt Ladislav Simo gegenüber dem Westschweizer Radio und Fernsehen RTS. Simo ist Forschungsdirektor am INRAE, dem französischen Institut für Agrar-, Ernährungs- und Umweltforschung. «Wir wollten verstehen, wie Zecken diesen Prozess steuern. Was löst die Speichelabgabe aus? Und wie läuft sie während der langen Nahrungsaufnahme ab?»

Nahaufnahme einer Zecke auf Holzoberfläche.
Legende: Keystone/DPA/Julian Stratenschulte

Die kürzlich in der Fachzeitschrift Nature veröffentlichte Studie zeigt, dass die Zecke ihren Speichel über eine doppelte Steuerung des Nervensystems kontrolliert. So kann sie Menge und Zusammensetzung ihres Speichels präzise anpassen, während sie an ihrem Wirt festgesetzt ist.

Neue Ansätze für Behandlung

«Ihre Physiologie ist aussergewöhnlich und faszinierend, denn kein anderes Tier kann so viele Tage lang an seinem Wirt haften und dabei so viel Blut aufnehmen», so der Forscher. «All diese Prozesse hängen eng zusammen. Sie zu erforschen, ist sehr spannend. Und je besser wir diesen Feind kennen, desto gezielter können wir Strategien dagegen entwickeln.»

Diese Grundlagenforschung könnte eines Tages neue Ansätze zur Behandlung der schädlichen Folgen dieses Spinnentiers eröffnen. Darauf hoffen die Forschenden.

RTS La Matinale, 02.04.2026, 6:25 Uhr;liea

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