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Pilotprojekt im Wallis Mit Pensionierten im Klassenzimmer gegen den Generationengraben

Im Wallis unterrichten Pensionierte an einer Primarschule. Das Projekt soll Alt und Jung einander näherbringen.

«Das hat bei mir einen Funken entzündet. Ich habe mir gesagt: Wow, super! Das ist etwas, das mich motiviert», freut sich Raymonde Rossier-Monnay. Sie nimmt als Freiwillige am Pilotprojekt in der Walliser Gemeinde Saillon teil.

Dem Westschweizer Radio und Fernsehen (RTS) sagt sie, was sie dafür motiviert hat: «Kinder sind unsere Zukunft. Und ich habe gelernt, dass unterrichten heisst, ein Leben für immer zu beeinflussen.»

Lehrerin liest Kindern in einem Klassenzimmer vor.
Legende: «Es ist toll, dass sie in unsere Klasse kommen kann», sagt eine Schülerin: Raymonde Rossier-Monnay beim Unterrichten. Screenshot RTS

Das Interesse scheint gegenseitig zu sein. «Sie ist nett, sie hilft uns immer», erzählt eine Schülerin. Ein anderes Kind findet: «Sie hat uns das Lächeln beigebracht, die Emotionen.» Und ein drittes sagt: «Sie hat uns die alten Zeiten erklärt, wie es früher war.» Ein Mädchen fasst zusammen: «Es ist toll, dass sie in unsere Klasse kommen kann, um uns viele Dinge beizubringen.»

Auch Cynthia Roh, die Lehrerin der Klasse, zieht ein positives Fazit: «Es war eine Chance und eine Bereicherung, unsere Klasse für eine Person aus einer anderen Generation öffnen zu können. Ich entdecke neue Wege, den Kindern Dinge zu vermitteln.»

Mit Seniorin Raymonde in der Schule von Saillon

«Sie können den Schülerinnen und Schülern etwas Zusätzliches mitgeben», meint auch Heidi Cox, eine andere Lehrerin. Für sie ermöglicht dieses Projekt auch Kindern, die nicht unbedingt in der Nähe ihrer Grosseltern leben, mit Seniorinnen und Senioren in Kontakt zu kommen, «die einen anderen Blick auf das Leben haben als wir, mit viel Weisheit und Erfahrung».

Vier Klassen testen das Format derzeit in Saillon. Vier freiwillige Rentnerinnen und Rentner sind beteiligt. Ziel des Projekts ist es, die Generationen einander näherzubringen, das Zusammenleben zu fördern und der sozialen Isolation von Seniorinnen und Senioren etwas entgegenzusetzen.

Die Organisation Pro Senectute, die das Projekt initiiert hat, sieht darin einen Gewinn für drei Generationen: «Die Schulkinder profitieren vom Erfahrungsschatz der Seniorinnen. Die Lehrpersonen profitieren von menschlicher und pädagogischer Unterstützung. Die Seniorinnen und Senioren fühlen sich nützlich, gehört und wertgeschätzt», sagt die Projektkoordinatorin Pauline Albasini.

Das Projekt läuft bereits in anderen Westschweizer Kantonen. Im Wallis plant Pro Senectute, das Experiment auf weitere Schulen auszudehnen.

RTS, 12h45, 6.4.2026, 12:45 Uhr; wilh

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