Zum Inhalt springen

Header

Zur Übersicht von Play SRF Audio-Übersicht

Positiver Effekt von Covid Corona-Lockdowns führten zu klareren Seen weltweit

Während der Covid-Pandemie 2020 sind die Seen weltweit deutlich klarer geworden, auch in der Schweiz. Das zeigt eine neue Studie. Als Grund nennt sie den Rückgang menschlicher Aktivitäten.

Verkehr, Industrie oder Tourismus: Während der Covid-Pandemie und ihren (Teil-)Lockdowns lief alles im Schongang. Dies hatte Auswirkungen auf die Trübung des Wassers in den Seen, und die ist ein wichtiger Indikator für die Qualität des Seewassers.

Ein internationales Forschungsteam unter der Leitung der China Agricultural University in Peking und des Schweizer Wasserforschungsinstituts Eawag hat die Trübung von mehr als 770 Seen weltweit im Zeitraum von 2017 bis 2022 analysiert. Es tat dies aufgrund von Satellitendaten des europäischen Erdbeobachtungsprogramms Copernicus Global Land Service. Das Forschungsteam konnte damit erstmals die direkten Auswirkungen menschlicher Aktivitäten auf die Wasserqualität quantifizieren.

Zwei Frauen geniessen am Ufer des Genfersees bei Cologny die Sonne.
Legende: Auch in der Schweiz hat sich während des Lockdowns 2020 die Wasserqualität der Seen deutlich verbessert (im Bild: Ufer des Genfersees bei Cologny). KEYSTONE/Salvatore Di Nolfi

Im Jahr 2020 sank die maximale Trübung der Seen weltweit im Durchschnitt um 7 Prozent, verglichen mit 2019. Rund 5,9 Prozent können gemäss den Forschenden direkt auf die Pandemiemassnahmen zurückgeführt werden. Bei drei Vierteln der untersuchten Seen war das Wasser während des Lockdowns klarer. Die Studie wurde kürzlich in der Zeitschrift «Nature – Communications Earth & Environment» veröffentlicht.

Mögliche politische Massnahmen

«Wir haben festgestellt, dass je strenger die Lockdown-Massnahmen waren, desto stärker die Trübung in den Flussmündungen der Seen oder in Ufernähe abnahm», betonte Daniel Odermatt, Forscher bei der Eawag und Mitverantwortlicher der Studie, gegenüber dem Westschweizer Radio und Fernsehen (RTS). «Und etwa ein Jahr nach der Aufhebung der Massnahmen war die ursprüngliche Situation wiederhergestellt. Aber das ist ein gutes Zeichen: Je schneller sich ein Ökosystem von einer Störung erholt, desto widerstandsfähiger ist es.»

Die Einschätzung des Wasserforschers Daniel Odermatt:

Diese Widerstandsfähigkeit gibt den Wissenschaftlern also Hoffnung. Die Botschaft ist klar: Die Wasserqualität nachhaltig zu verbessern, ist möglich, manchmal sogar sehr schnell. Sie erfordert aber einen politischen Konsens für entsprechende Massnahmen.

RTS, La Matinale, 15.4.2026, 6:19 Uhr;weds

Meistgelesene Artikel