Mittlerweile stehen 251 Strände in Griechenland auf der nationalen Liste der besonders geschützten Gebiete. Das heisst, dass dort Strandbars, Liegestuhlreihen, Sonnenschirme und laute Musik verboten sind.
Diese Massnahme ist nur eine von vielen, mit denen die griechische Regierung die Auswirkungen des «Overtourism» bekämpft und einige der empfindlichsten Küstenabschnitte des Landes beschützen will.
Auf der kleinen Insel Lipsi bei den Dodekanes feiern die rund 700 Einwohnerinnen und Einwohner einen solchen Entscheid. Alle 23 Strände ihrer Insel wurden auf diese Liste aufgenommen.
Es sei ein wichtiger Sieg, so der Bürgermeister Fotis Maggos. Immer mehr lokale Verwaltungen würden auf diese Massnahme zurückgreifen, um ihre Regionen vor dem Risiko zu schützen, dass private Betreiber die Strände mit neuen kommerziellen Aktivitäten umgestalten, wie Maggos gegenüber dem Radio und Fernsehen der italienischen Schweiz (RSI) sagt.
Auch auf Koufonissi wurde ein solcher Entscheid gefällt: Dreizehn Strände wurden – nach monatelangen Protesten der Anwohnenden gegen ein Strandbar-Projekt – ebenfalls auf die Liste genommen.
Von Kreta bis Korfu gibt es zahlreiche solcher Fälle, und dies, während immer mehr Touristinnen und Touristen nach Griechenland reisen. 2025 waren es rund 38 Millionen: ein Zustrom, der eine grundlegende wirtschaftliche Ressource darstellt, aber auch einen Druck auf die Natur und die Landschaft ausübt.
RSI-Beitrag zu den neuen Vorschriften in Griechenland:
Zu den grössten Problemen zählen die Ausweitung der Bebauung für touristische Unterkünfte sowie der zunehmende Flächenverbrauch entlang der Küsten.
Aus diesem Grund hat die griechische Regierung zusätzlich einen umfassenden Plan zur Regulierung der touristischen Entwicklung eingeführt. Er zielt darauf ab, verschiedene Gebiete des Landes zu definieren und festzulegen, wie viele Besucherinnen und Besucher und wie viele Infrastrukturen jede Region bewältigen kann, ohne die Umwelt zu beeinträchtigen.
Die neuen Regeln sollten jene Regionen, die bereits jetzt am Limit sind, etwa Mykonos und Santorini, entlasten.
Konkret sollen die neuen Massnahmen eine Begrenzung von 100 Betten für neue Beherbergungsstrukturen und ein Bauverbot innerhalb von 25 Metern von der Küstenlinie beinhalten.