Seit Samstag unterstützen 34 Westschweizer Feuerwehrleute ihre französischen Kolleginnen und Kollegen im Kampf gegen den Grossbrand in der Gironde. Dieser hat in der Region im Westen Frankreichs bereits 42'000 Hektaren Land zerstört.
«Dieser Brand sprengt alle bekannten Dimensionen», sagt Nicolas Schumacher, Kommandant der Genfer Feuerwehr, dem Westschweizer Radio und Fernsehen (RTS). «Die Herausforderungen sind enorm.»
Sehen Sie die Westschweizer Feuerwehrleute im Einsatz:
Besonders die Ausdehnung des Feuers und das Gelände erschweren die Einsätze. «Bevor wir unsere Fahrzeuge einsetzen, müssen wir sicherstellen, dass Fluchtwege vorhanden sind und das Gelände befahrbar ist. Eine gründliche Erkundung ist entscheidend, damit wir weder Material noch Menschen gefährden», betont Schumacher.
Grosseinsatz mit Tausenden Einsatzkräften
Am Dienstag galt der Brand zwar als stabilisiert, aktiv war er jedoch weiterhin. In der Nacht waren neue Brandherde gemeldet worden. Zudem wird eine weitere Hitzewelle erwartet: Für Mittwoch sind Temperaturen von bis zu 40 Grad angekündigt. Zwar sollen die Winde schwächer werden, gleichzeitig aber trockener – Bedingungen, die das Feuer erneut anfachen könnten.
Wir müssen uns vorbereiten, denn ein aussergewöhnlicher Wald- oder Vegetationsbrand in der Schweiz ist leider nur eine Frage der Zeit.
Entsprechend hoch bleibt die Wachsamkeit der Einsatzkräfte. Die französischen Behörden haben 2750 Feuerwehrleute, 1500 Soldaten sowie 1440 Polizistinnen und Polizisten mobilisiert. Laut Schumacher funktioniert die Zusammenarbeit zwischen den französischen und den Schweizer Teams «sehr gut».
Eine wertvolle Erfahrung für die Schweiz
Für die Westschweizer Feuerwehrleute hat der Einsatz auch einen Ausbildungswert. «Solche Einsätze ermöglichen es uns, von Menschen zu lernen, die mit Vegetationsbränden dieser Grössenordnung deutlich mehr Erfahrung haben», sagt Schumacher. Man erhalte Einblicke in die Dynamik solcher Feuer, in die eingesetzten Mittel sowie in die Taktiken und Einsatzkonzepte.
Diese Erfahrungen könnten künftig auch in der Schweiz wichtig werden. «Wir müssen uns vorbereiten, denn ein aussergewöhnlicher Wald- oder Vegetationsbrand in der Schweiz ist leider nur eine Frage der Zeit», warnt Schumacher. Die zunehmende Trockenheit und die steigenden Temperaturen seien deutliche Warnsignale.
Unterstützung durch Freiwillige
Nach mehreren Tagen im Einsatz macht sich die Belastung bemerkbar. Die Müdigkeit sei gross, berichtet Schumacher. Gleichzeitig verweist er auf die Situation der lokalen Bevölkerung: «Im Vergleich zu unseren französischen Kollegen, den Landwirten, den Förstern und den evakuierten Menschen haben wir keinen Grund zur Klage. Viele von ihnen leben seit ein oder zwei Wochen fast ohne Schlaf.»
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Besonders hebt Schumacher die Unterstützung durch Freiwillige hervor. «Wir arbeiten eng mit Landwirten und Forstleuten zusammen. Ihre Hilfe ist unbezahlbar. Sie zeigen grossen Mut und ausserordentliches Engagement, um ihre Wälder zu retten.»
Auch Bewohnerinnen und Bewohner der Region helfen mit. Ein Freiwilliger sagt gegenüber RTS: «Wir versuchen, den Feuerwehrleuten Zeit zu verschaffen, indem wir ihre Wassertanks auffüllen. So können sie ohne Unterbruch gegen dieses verheerende Feuer kämpfen.»