Pollensaison steht unmittelbar bevor: Tränende Augen, ein Kratzen im Hals und endlose Niesanfälle – für Allergiker sind die meist unsichtbaren Pollen eine Plage. Sobald die Sonne scheint und die Temperaturen über fünf Grad steigen, geht in den kommenden Tagen der Pollenflug los. Je nach Region werden die Bedingungen laut SRF Meteo bereits am Montag und im Laufe der Woche erfüllt. Schon im Dezember wurden vereinzelt erste Haselpollen gemessen. Allergiker sollten ihre Medikamente bereits jetzt einnehmen, teilt das Allergiezentrum Schweiz mit. Auch die Erle habe bereits mit der Blüte begonnen. Die aktuelle Pollenbelastung finden Sie bei SRF Meteo.
Der Saisonstart im Januar wird zur Normalität: Laut dem Allergiezentrum liegt es unter anderem an der Purpurerle, die in verschiedenen Schweizer Städten angepflanzt wird. Sie blüht früher als einheimische Arten und verlängert damit die Belastungsdauer für Allergikerinnen und Allergiker. Genauso der Klimawandel: Durch die höheren Temperaturen setzen viele Pflanzen ihre Pollen früher und mit grösserer Intensität frei. Die Hasel- und Gräserpollensaison hat sich in den letzten 30 Jahren laut einer Studie aus dem Jahr 2021 durchschnittlich um zwei Wochen nach vorne verschoben.
Heuschnupfen ist eine Volkskrankheit: Jede fünfte Person in der Schweiz ist laut der Schweizerischen Akademie der Naturwissenschaften betroffen. Wie bei allen Allergien handelt es sich um eine Überreaktion des Immunsystems. Im letzten Jahrhundert hat die Zahl der Allergikerinnen und Allergiker gemäss der Akademie stark zugenommen. Im Jahr 1926 sollen nur rund 0.8 Prozent der Bevölkerung allergisch auf Pollen reagiert haben. Verschiedene Studien legen nahe, dass sich die Zahl seit den 1990er-Jahren stabilisiert hat.
Das können Betroffene tun: Zur Behandlung der Symptome stehen verschiedene Medikamente zur Verfügung. Das ist für Betroffene massgebend. Die richtige Behandlung kann laut dem Universitätsspital Zürich akute Symptome in Schach halten und eine Verschlimmerung verhindern. Hierfür werden oft Antihistaminika eingesetzt. Eine Hyposensibilisierung (langsame Gewöhnung) kann das Risiko verringern, weitere Allergien zu entwickeln und führt manchmal zu einem Ende der Beschwerden.
Heuschnupfen ist keine Bagatelle: Wird eine Pollenallergie nicht behandelt, verschlimmern sich die Symptome bei vielen Betroffenen, schreibt das Universitätsspital Zürich auf seiner Website. In der Medizin nennt man das einen Etagenwechsel: Die allergische Reaktion weitet sich auf die unteren Atemwege aus und kann dort allergisches Asthma verursachen.
Heuschnupfen ist vererbbar: Sind Mutter und Vater bereits betroffen, steigt das Risiko bei ihren Kindern auf über 60 Prozent. Sind weder die Eltern noch Geschwister Allergiker, beträgt das Risiko laut dem Universitätsspital Zürich 15 Prozent. Auch Hygiene kann sich negativ auswirken – und zwar zu viel davon. Wer als Kind weniger verschiedenen Mikroorganismen ausgesetzt ist, hat ein grösseres Risiko einer allergischen Überreaktion.