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«Gekämpft und gewonnen» mit Sängerin Moo Malika
Aus Gesichter & Geschichten vom 24.01.2023.
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Berner Sängerin Moo Malika: «Ich war ein Nichts für diese Gesellschaft»

Gewalt und Drogen prägten den Alltag der ehemaligen «The Voice»-Kandidatin Moo Malika (28). In der neuen Folge des «G&G»-Formats «Gekämpft & Gewonnen» erzählt die Bernerin, wie sie sich daraus befreit hat.

Die Berner Sängerin Moo Malika beschäftigt sich schon immer mit Musik. Ihre Leidenschaft für das Singen hat sie mit viel Ehrgeiz geschliffen und mit der Teilnahme bei «The Voice of Switzerland» im Jahr 2014 erste Bekanntheit erlangt. Dass sie es so weit schafft, hätte die 28-Jährige vor ein paar Jahren nicht gedacht: «Ich habe meine Lehrstelle verloren, weil ich natürlich total verpeilt war. Du hast mich nicht gebrauchen können. Ich war ein Nichts für die Gesellschaft.»

Du hast mich nicht gebrauchen können. Ich war ein Nichts für die Gesellschaft.
Autor: Moo Malika Musikerin

Die Probleme in Moo Malikas Teenagerjahren häuften sich. Lügen, Gewalt und Drogen waren Teil ihres Lebens. Die Bernerin mit tunesischen Wurzeln musste schon als Teenager einiges durchmachen. Ständige Streitereien und Auseinandersetzung mit ihrem Vater führten dazu, dass sie mit ihrer Mutter in einer Nacht- und Nebelaktion in eine Jugend-Notaufnahme flüchten musste.

Dies war der Punkt in Moo Malikas Leben, an welchem sie tief abstürzte und keinen Halt mehr fand: «Ich habe mit Gras angefangen. Das habe ich sowieso ganz viel geraucht. Jeden Tag acht bis neun Joints.» Danach habe sie weitergemacht mit MDMA und Koks – den tiefsten Punkt erreichte Moo Malika, als sie zu Meth griff.

Eines Tages kam sie zum Schluss, dass sie das Potenzial in sich nicht mehr verschwenden will. Mit 18 Jahren rief Moo Malika zu Hause an und fragte, ob sie nach Hause kommen darf: «Ich habe mich von heute auf morgen von all meinen Freunden getrennt. Ich wollte kein toxisches Umfeld mehr und niemanden, der konsumiert.»

Sie setzte ihre Lehre an einem anderen Ort fort und schloss sie dieses Mal ab. Heute hat sie ihren Traumberuf im Cyberumfeld bei der Bundesverwaltung gefunden.

Musik für die Seele

Auch die Musik hat ihr beim Drogenausstieg geholfen: «In der Musik kann ich eine Seite ausleben, die verletzlich ist.» 2018 hat Moo Malika einen persönlichen Meilenstein geschaffen und ihren ersten Song «Aziza» veröffentlicht. Dass sie zur Musik gekommen ist, erstaunt wenig, bekam sie doch schon in der Schule sehr gute Noten für die musikalischen Fächer. Dass sie aus einer musikalischen Familie stammt, hat wohl ebenfalls einen Teil dazu beigetragen. 

Im neuen Song «Aziza» erzählt Moo Malika von der Unterdrückung von Frauen, die aus ihrem Land fliehen müssen, weil sie von einem patriarchalischen System bedroht werden. Konkret spricht Moo Malika von Diskriminierung von Frauen in den Maghrebiner Staaten.

Die junge Sängerin weiss genau, wovon sie singt. Hat sie doch als Schweizerin mit tunesischen Wurzeln schon früh mitbekommen, wieso sich ihre tunesische Mutter und ihr Schweizer Vater für ein Leben in der Schweiz entschieden haben.

2014 stritten sich Marc Sway und Stress um sie: Moo Malika sang sich bei den Blind Auditions mit dem Song «Next To Me» in ihre Herzen. Sie gewann zwar nicht die Show, doch dennoch war es ein grosser Erfolg in ihrer musikalischen Karriere.

Auch ihr Ehemann Sandro tut der Musikerin gut: «Sandro ist der erste Mann, der mir gezeigt hat, wie eine gesunde Beziehung funktioniert.» Heute ist Moo Malika stolz auf das, was aus ihr geworden ist.

Gesichter & Geschichten, 09.01.2023, 18:35 Uhr

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