Der weltberühmte Dirigent Riccardo Muti ist am Samstagabend mit einem Jugendorchester im Gefängnis Mailand-Opera aufgetreten. Gespielt wurde auf besonderen Instrumenten: gefertigt aus dem Holz gestrandeter Flüchtlingsboote, gebaut von Insassen in den Geigenbauwerkstätten des Gefängnisses.
Das Konzert ist Teil des Projekts «Le vie dell’amicizia» («Wege der Freundschaft») des Ravenna-Festivals, das mit Musik Orte des Leids und der Ausgrenzung verbindet. Nach Auftritten in Lampedusa und Ravenna kehrte das Orchester nun an den Ursprung der Instrumente zurück.
Ich habe hier viel mehr Emotionen, Kreativität und tiefere Spiritualität empfunden als draussen.
Muti sprach von einer aussergewöhnlichen emotionalen Intensität: Im Gefängnis habe er mehr Spiritualität und Kreativität gespürt als draussen. Das Konzert endete mit Gedichten und Texten von Häftlingen, einige sangen im Chor mit, viele von ihnen waren sichtbar bewegt und zu Tränen gerührt.