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Vorsicht Betrug: Den Fahrausweis gibt es nicht einfach so
Aus Espresso vom 05.07.2022.
abspielen. Laufzeit 12 Minuten 37 Sekunden.
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Internet-Kriminalität Betrüger versprechen Fahrausweis ohne Prüfung

Eine Internetseite bietet angeblich echte Schweizer Führerausweise an – ohne Fahrstunden und Prüfung. Ein Betrug.

Ein Fahrschüler zeigt seinem Fahrlehrer einen Eintrag auf Facebook: «Schau, hier bekommt man den Ausweis günstiger, ohne Fahrstunden.» Der Lehrer schaut sich die Seite schweizfahrschule.com an und schüttelt den Kopf. «Holen Sie sich einen Führerschein ohne einen schriftlichen Test oder einen praktischen Test. Ersetzen Sie einen suspendierten Schweizer Führerschein», ist dort zu lesen.

Ein Betrugsversuch an Leuten, die vielleicht in einer schwierigen Situation stecken, weil ihnen der Ausweis entzogen wurde.
Autor: Fahrlehrer

Eine fiese Masche, findet er: «Ein Betrugsversuch an Leuten, die vielleicht in einer schwierigen Situation stecken, weil ihnen der Ausweis entzogen wurde.» Oder an Fahrschülerinnen und -schülern, deren Budget knapp ist und die teure Fahrstunden bezahlen müssen.

Strafverfolgungsbehörden eingeschaltet

Einen echten Führerausweis angeblich prüfungsfrei kaufen können? Das ist frech und es ist Quatsch, sagt Thomas Rohrbach vom Bundesamt für Strassen Astra: «Den Führerausweis erhält man nur beim Strassenverkehrsamt des Wohnkantons und sonst nirgendwo.» Wer einem etwas anderes anbiete, lüge.

Den Führerausweis erhält man nur beim Strassenverkehrsamt des Wohnkantons und sonst nirgendwo.
Autor: Thomas Rohrbach Bundesamt für Strasse nAstra

Das Astra und «Espresso» melden die Seite dem Nationalen Zentrum für Cybersicherheit NCSC. Dieses schreibt zurück, dass zu dieser Seite bereits eine andere Meldung eingegangen sei. Das NCSC habe die Strafverfolgungsbehörden informiert.

Die Cybercrime Police der Kantonspolizei Zürich ist spezialisiert auf Internetkriminalität und betrügerische Webseiten. Kapo-Sprecher Florian Frei sieht sich schweizfahrschule.com an. Unglaubwürdig und gespickt mit Schreibfehlern sei die Seite: «Das macht klar den Eindruck einer betrügerischen Seite.» Ziel sei wohl nicht, dass man überhaupt einen Fahrausweis erhalte, sondern dass der Betreiber der Seite persönliche Daten der potenziellen Kundschaft erhalte.

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Seite wurde inzwischen gelöscht

Solch mutmasslich betrügerischen Seiten kann man der Cybercrime Police melden. Spezialisten würden diese dann analysieren: «Kommen wir ebenfalls zum Schluss, dass das eine betrügerische Seite ist, gelangen wir bei ausländischen Seiten an die Firma, bei der diese Domain registriert ist. Wir fordern sie auf, die Seite zu löschen.» In vielen Fällen seien sie damit erfolgreich. Bei ausländischen Seiten hätten die Schweizer Strafverfolgungsbehörden allerdings keine Mittel, um eine Löschung zu erzwingen.

Der Fokus der Cybercrime Police liegt darauf, dass solche Seiten aus dem Netz verschwinden und so Schaden verhindert werden kann. Die Hinterleute im Ausland zu erwischen, sei aufwendig und eher aussichtslos.

Erfolgsmeldung im Fall schweizfahrschule.com: Die betrügerische Seite ist inzwischen gelöscht worden.

Espresso, 05.07.22, 08:13 Uhr

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11 Kommentare

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  • Kommentar von SRF News (SRF)
    Liebe Community, vielen Dank für Ihre Meinungen. Wir wünschen noch einen schönen Abend. Liebe Grüsse, SRF News
  • Kommentar von Peter Rothe  (peterrothe)
    Leider gibt es solche Webseiten zuhauf - aber wer dort bestellt, zahlt meist viel mehr als auf dem normalen weg: Ausweis bezahlt aber nicht erhalten (Lehrgeld), oder Ausweis wird versandt und vom Zoll abgefangen (Urkundenfälschung?), oder man erhält den Ausweis und bei einer Polizeikontrolle fällt der auf (Fahren ohne gültigen Führerschein)... und so weiter. Da wird der legale normale offizielle Weg im vergleich günstiger.
  • Kommentar von Patricia Mutaleno  (Patricia Mutaleno)
    Zuerst waren es Wohnungen, dann Hundewelpen und nun Ausweise. Was kommt als nächstes? Vor einigen Jahren sah ich ein super Jobangebot, es ging um finanzielle Transaktionen und Immobilienkauf. Ich liess es laufen, bis ich einige Daten hatte und meldete es dann der Fedpol. Und das ist was jeder machen kann. Melden. Und auch wenn es noch so verlockend ist: Sein lassen.