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«Looksmaxxing» bei Männern Warum ein kantiger Kiefer plötzlich Erfolg versprechen soll

Looksmaxxing verspricht Männern mehr Erfolg durch ein besseres Aussehen – dahinter verbergen sich starre Männlichkeitsbilder.

Mit Schlägen ins Gesicht oder Training der Kiefermuskulatur zum maskulinen Gesicht: Unter dem Schlagwort «Looksmaxxing» verbreiten sich in den sozialen Medien Methoden, mit denen junge Männer ihr Aussehen optimieren sollen.

Nicht alle sind problematisch: Hautpflege, Sport und eine ausgewogene Ernährung können das Wohlbefinden stärken. Andere Praktiken sind riskant: Beim sogenannten Bone Smashing schlagen sich Männer etwa mit harten Gegenständen ins Gesicht, um durch kleine Knochenbrüche ihren Kiefer markanter zu formen. Wissenschaftlich ist dieser Effekt nicht belegt.

Zwei Männer in getrennten Bildern, einer hält einen Hammer, der andere trägt eine schwarze Jacke.
Legende: Unter dem Begriff «Looksmaxxing» treiben junge Männer auf Social Media die Selbstoptimierung, teils bis zur Selbstverletzung. Tiktok

Die Motivation zum Looksmaxxing liegt oft weniger im Wunsch nach schnöder Attraktivität als vielmehr in der Idealisierung eines traditionellen Männerbilds. Ein kantiger Kiefer und ein trainierter Körper sollen Stärke, Leistungsfähigkeit und Dominanz ausstrahlen.

Die Botschaft: Nur wer sich formt, hat im Berufs- und Beziehungsleben Chancen. Wer sich nicht optimiert, verliert.

Das sagt die Medizin dazu

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Dass Bone Smashing zu einem markanteren Gesicht führt, ist nicht belegt. Kieferbrüche können unter anderem zu Fehlstellungen des Bisses, Entzündungen und bleibenden Gesichtsasymmetrien führen.

Auch für die Behauptung, dass sich ein ausgewachsener Kiefer durch eine bestimmte Zungenhaltung («Mewing») dauerhaft formen lässt, fehlen wissenschaftliche Belege.

Fachgesellschaften warnen zudem, dass falsch ausgeübter Druck die Stellung der Zähne und den Biss beeinträchtigen kann.

Verwurzelt in der «Manosphere»

Der Trend ist eng mit der sogenannten Manosphere verbunden. Damit sind Onlineforen und Influencer gemeint, die sich mit Männlichkeit, Partnersuche und Geschlechterrollen beschäftigen. In Teilen dieser Szene gelten männliche Dominanz in Partnerschaften, beinharte Disziplin und optische Attraktivität als Kennzeichen eines richtigen Mannes.

Laut Männerpsychologe Markus Theunert brauchten junge Männer vielfältigere Vorstellungen davon, was einen Mann ausmacht. Es müsse selbstverständlich sein, dass Jungen «verletzlich sind, traurig sind, manchmal auch hilflos oder ohnmächtig».

Denn der Gegenentwurf zum Looksmaxxing besteht keineswegs darin, jede Beschäftigung mit dem Aussehen abzulehnen – im Gegenteil, dies sei für Theunert grundsätzlich sogar zu begrüssen.

Entscheidend sei aber das Bewusstsein darüber, dass nicht nur ein einziger Lebensentwurf und ein einziges Idealbild zum persönlichen Glück führen kann. Gerade jungen Menschen fehlt oft die Erfahrung, sich diesem Trugschluss zu entziehen.

Neue Studie: Dominante Männerbilder bei Jungen verbreitet

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Eine repräsentative Schweizer Studie der Universität Zürich in Zusammenarbeit mit männer.ch zeigt: Besonders viele junge Männer orientieren sich an traditionellen Vorstellungen von Männlichkeit.

Jeder zweite Mann zwischen 18 und 24 Jahren befürchtet, dass «richtige Männer» heute an den Rand der Gesellschaft gedrängt würden. Fast jeder dritte junge Mann stimmt Aussagen zu, die männliche Überlegenheit, Gewaltbereitschaft, Frauenfeindlichkeit, die Abwertung sexueller Minderheiten und die Ablehnung von Gleichstellung verbinden.

Mit Berufslehre ist es fast jeder zweite junge Mann. Die Studie zeigt zudem: Je stärker solche Einstellungen ausgeprägt sind, desto häufiger berichten die Befragten von autoritärer Erziehung und Gewalt in Partnerschaften.

SRF 1, 10 vor 10, 16.6.2026, 21:50 Uhr;liea

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