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Permi Jhooti aus Basel: Ihr Leben hat Filmgeschichte geschrieben
Aus Gesichter & Geschichten vom 16.09.2022.
abspielen. Laufzeit 3 Minuten 33 Sekunden.

Permi Jhooti im Porträt Eine Lebensgeschichte wie im Film

Permi Jhooti war Fussball-Profi, Wissenschaftlerin und Filminspiration. Heute ist sie Multimedia-Künstlerin.

Die Bühne im Kunsthaus Basel ist in gleissend blaues Licht getaucht. Im Raum bewegen sich tanzende Gestalten. Nur eine davon ist eine reale Person, die anderen sind Projektionen, die über die Wand flimmern. Ein hallender, tiefer Ton untermalt die Szenerie. Diese Darbietung inszeniert Permi Jhooti, Multimedia-Künstlerin und ehemalige Profi-Fussballerin.

Der Lebensweg von Permi Jhooti ist kein gewöhnlicher. Sie war die erste asiatische Profi-Fussballerin in England. Sie war die Inspiration für den erfolgreichen Film «Bend It Like Beckham». Darin kämpft eine junge Frau für ein selbstbestimmtes Leben und lässt sich weder von Vorurteilen noch von ihren Eltern und deren Lebensvorstellungen einschüchtern. Jhooti inspiriert nicht nur andere, ihre Erfahrungen dienen heute auch als Inspiration für ihre eigene Kunst.

Wie die Vergangenheit ihre Kunst prägt

Sie filmt reale Körper. Mit der digitalen Umsetzung nimmt sie diesen jedoch Eigenschaften wie ihr Geschlecht, ihre Farbe oder ihre Herkunft. Den Grund dafür sieht die Künstlerin in ihrer Vergangenheit: «Das kommt aus der Zeit, als ich Fussballerin war. Alle fragten mich: ‹Wie ist es als Frau im Fussball, wie ist es als Inderin?›» Damit wurde sie auf die Eigenschaften reduziert, die sie heute in ihrer Kunst unsichtbar macht.

Vom Norden Englands nach Basel

Permi Jhooti wuchs in Nordengland in einer indischen Familie auf. Ihre Zukunft war vorbestimmt: «Ich wusste als kleines Mädchen schon, dass ich Ärztin werden würde, einen indischen Mann heiraten und viele Kinder haben sollte», erzählt die 51-jährige. Doch sie ging einen anderen Weg. Statt in England zu bleiben, wo sie Rassismus erfuhr und sich nicht akzeptiert fühlte, zog sie nach Basel an den Rhein.

Ein Ort, an dem sie sich sofort wohler fühlte. «Als ich ankam, hatte niemand Erwartungen an mich als Inderin oder Engländerin. Alle wollten nur Permi kennenlernen», so die Künstlerin. Das habe es ihr ermöglicht, sich selbst zu finden.

Alle fragten mich: «Wie ist es als Frau im Fussball, wie ist es als Inderin?»

Auf diesem Weg der Selbstfindung arbeitete sie eine Weile als Computer-Wissenschaftlerin in der Herzforschung, bis sie merkte, dass sie sich in der Forschung eingeengt fühlte. So kam es, dass Jhooti sich als Künstlerin selbstständig machte: «Mit der Kunst kann ich machen, was ich will, und brauche keine Erlaubnis», sagt die ehemalige Profi-Sportlerin.

Auf ihre Fussballerinnen-Karriere blickt sie dankbar zurück.« Der Sport hat mir die Kraft gegeben, für alles einzustehen, was mir im Leben wichtig ist», sagt Jhooti. Etwas, das ihr wichtig zu sein scheint, ist Freiheit und Weiterentwicklung. Dinge, die sie nun als Künstlerin uneingeschränkt leben kann.

Gesichter&Geschichten, 16.09.2022, 18:35 ; 

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