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Rückruf wegen Cereulid Rückruf von Babynahrung: Was Eltern jetzt wissen müssen

Konzerne wie Nestlé, Hochdorf und Danone haben in den letzten Wochen Babynahrung zurückgerufen. Verschiedene Produkte sind mit Cereulid verunreinigt. Die Situation ist unübersichtlich und kann für Eltern eine Herausforderung darstellen. Ein Kinderarzt ordnet ein.

Mehrere Nahrungsmittelkonzerne mussten in den letzten Wochen Babynahrung zurückrufen. Der Grund ist eine Verunreinigung mit dem Giftstoff Cereulid. Dazu gehören auch Produkte der Schweizer Unternehmen Nestlé und Hochdorf.

Beim Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) sind mehrere Meldungen über Vergiftungssymptome aus der ganzen Schweiz eingegangen. Für Eltern kann die Situation herausfordernd sein: Welche Nahrung ist derzeit gefährlich? Wie beurteilt man die Symptome eines Babys?

Genau beobachten

Eine Vergiftung zu erkennen, sei relativ schwierig, sagt Kinderarzt Markus Wopmann. Er war dreissig Jahre lang Chefarzt der Klinik für Kinder und Jugendliche am Kantonsspital Baden. «Symptome wie vermehrtes Schreien, Erbrechen, Durchfall, Unruhe oder Müdigkeit sind unspezifisch. Es gibt viele andere mögliche Ursachen dafür», sagt Wopmann.

Person bereitet Babynahrung mit Milchpulver vor.
Legende: Mit Cereulid verunreinigte Babynahrung kann für Kleinkinder gefährlich werden. Keystone/Barbara Gindl

Bei Säuglingen sei eine Zuordnung schwierig. Dass sich Babys übergeben und schreien, ist normal. Wopmann empfiehlt eine genaue Beobachtung: «Die meisten Eltern kennen ihre Kinder sehr gut. Wenn man sagen muss: Das hat mein Kind sonst nicht, so kenne ich es nicht – kann das ein Hinweis sein. In diesem Fall sollte einem bewusst sein, dass es sich um eine Vergiftung handeln könnte.»

Wopmann appelliert auch an das Bauchgefühl der Eltern. Bei einem Verdacht sei es besser, einmal zu viel zum Arzt zu gehen.

Welche Produkte verwenden?

Das BLV hat eine Liste von Produkten herausgegeben. Gewisse Chargen dieser Produkte können mit Cereulid verunreinigt sein. Die gelisteten Produkte sollten gemäss BLV nicht verwendet werden. Es handelt sich dabei um Milchnahrung für Säuglinge und Kleinkinder.

Cereulid und seine Folgen

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Das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) untersucht derzeit die Lieferketten verschiedener Babynahrungsmittel.

Im Verdacht steht eine Substanz, die in China hergestellt wird. Sie könnte mit Bakterien verunreinigt worden sein. Diese Bakterien können unter bestimmten Umständen das hitzestabile Gift Cereulid bilden.

Cereulid kann zu Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Bauchschmerzen führen. Die ersten Symptome können bereits 30 Minuten nach der Nahrungsaufnahme auftreten. Bei Erwachsenen ist der Verlauf meist mild, Kleinkinder können jedoch empfindlicher reagieren.

«Falls eine Frau nicht stillen kann oder will, ist man auf industrielle Produkte dieser Art angewiesen. Oftmals ist auch tiefgefrorene Muttermilch vorhanden, dann könnte damit überbrückt werden.» Falls man bisher eines der gelisteten Produkte verwendet habe, könne man auf ein vergleichbares Produkt eines anderen Herstellers umsteigen.

Laut dem BLV ist jedoch nicht vollständig ausgeschlossen, dass weitere Produkte von der Cereulid-Verunreinigung betroffen sind.

Kritik vom Konsumentenschutz

Die Masse an gelisteten verunreinigten und zurückgerufenen Produkten kann Verunsicherung auslösen. Wopmann beschwichtigt: «Diese Firmen haben ein ureigenes Interesse daran, dass solche Sachen nicht passieren. Sie machen sehr schnell Meldung, auch wenn nur ein geringes oder ein theoretisches Risiko besteht.»

Die Stiftung für Konsumentenschutz kommt zu einem anderen Urteil. Das Problem mit Cereulid sei seit Monaten bekannt, die Rückrufe seien zu spät gekommen. Es brauche strengere Vorgaben und Regeln, um die Hersteller in die Pflicht zu nehmen.

Das sagen Nestlé und Hochdorf

Die beiden Schweizer Hersteller Nestlé und Hochdorf nehmen gegenüber SRF Stellung. Beide Unternehmen betonen, dass die Verunreinigungen auf spezifische, zugekaufte Rohstoffe zurückzuführen sind und nicht auf Mängel in der eigenen Verarbeitung. Sowohl Nestlé als auch Hochdorf geben an, nach Vorliegen von Analysen umgehend informiert und Rückrufe eingeleitet zu haben.

Hochdorf betont, dass lediglich 10'000 Packungen eines einzelnen Produkts betroffen seien. Laut Nestlé hätte es seit Mitte Januar kaum noch Anfragen in dieser Angelegenheit gegeben. Der Rückruf sei in der Schweiz am 5. Januar eingeleitet worden.

Echo der Zeit, 10.2.2026, 18 Uhr ; 

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