- Nach Rückrufen von Babynahrung im Zusammenhang mit dem Giftstoff Cereulid hat sich die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (Efsa) eingeschaltet.
- Die Efsa hat nun erstmals einen klaren Richtwert speziell für Babys festgelegt.
- Damit sollen Behörden in der EU schneller und einheitlicher entscheiden können, wann ein Rückruf notwendig ist.
Vergangene Woche war bekanntgeworden, dass der Lebensmittelhersteller Danone in Deutschland mehrere Chargen seiner Babynahrung der Marke «Aptamil» zurückruft. Wie das Unternehmen mitteilte, könnte darin der Giftstoff Cereulid enthalten sein. In Abstimmung mit den zuständigen deutschen Behörden würden drei Chargen zurückgerufen.
Nach Angaben der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (Efsa) werden derzeit in mehreren Ländern weltweit Rückrufe von Babynahrungsprodukten durchgeführt. Auch die Schweizer Unternehmen Nestlé und Hochdorf mussten Produkte wie «Beba», «Alfamino» oder «Bimbosan» wegen Verunreinigungen zurückrufen.
Erste verbindliche Richtwerte
Die Efsa hat sich nun auf Wunsch der EU-Kommission eingeschaltet. Die Behörde reagierte mit einer zügigen Risikobewertung und legte erstmals einen klaren Sicherheitsrichtwert speziell für Babys fest. Damit sollen Behörden in der EU schneller und einheitlicher entscheiden können, wann ein Rückruf notwendig ist. Denn: Sehr junge Säuglinge reagieren deutlich empfindlicher auf Giftstoffe als Erwachsene.
Eltern sollten zurückgerufene Produkte demnach auf keinen Fall weiter verwenden. Zeigen Babys nach dem Verzehr Symptome wie etwa Erbrechen oder Durchfall, raten Fachleute dringend zu einem Arztbesuch. Magen-Darm-Erkrankungen können bei Säuglingen schnell zu Komplikationen führen. Cereulid ist laut Efsa ein von Bakterien gebildetes Gift, das 30 Minuten bis 6 Stunden nach der Einnahme plötzliche Übelkeit, Erbrechen und Magenschmerzen verursachen kann.