Vom ersten Kontakt über die Rekrutierung bis hin zur Entlassung: So verändert diese Digitalisierung den Soldatenalltag.
Erster Kontakt
Etwa ein Jahr vor der Volljährigkeit erhalten Schweizer Bürgerinnen und Bürger einen Brief ihres Kantons mit Informationen zu Rechten und Pflichten und dem Aufgebot für einen Orientierungstag im 18. Lebensjahr.
Am Orientierungstag findet ein «Onboarding» statt: Jede Person wird im Dienstmanager erfasst und der persönliche Zugang wird freigeschaltet. Der Dienstpflichtige besitzt ein «digitales Dienstbüchlein».
Rekrutierung
Nun können die Dienstpflichtigen im Dienstmanager wählen, wann sie die Rekrutenschule absolvieren möchten. Es gibt ein flexibles Wahlfenster zwischen dem 19. und 25. Lebensjahr. Das Aufgebot für die Rekrutierung erscheint digital im Dienstmanager.
Nach der Rekrutierung sind die wichtigsten Entscheide im Dienstmanager hinterlegt: Tauglichkeitsentscheid, zugewiesene Funktion und das Datum und der Standort der Rekrutenschule. Auch sportliche Leistungen und Fahrtauglichkeit sind einsehbar.
Flexible Planung
Passt ein Termin (Rekrutierung, RS oder WK) nicht, kann jeder und jede selbstständig über den Dienstmanager ein Dienstverschiebungsgesuch einreichen. Bei Studierenden ist der Prozess durchgehend digitalisiert.
Wenn jemand wegen einer Prüfung einen Termin nicht wahrnehmen kann, fordert der Dienstmanager die Bestätigung über Prüfungen von der betreffenden Universität automatisch digital an.
Rekrutenschule und Fortbildungskurse
Etwa 14 bis 21 Wochen vor Dienstbeginn erscheint im Dienstmanager die digitale Dienstanzeige. Spätestens sechs Wochen vor dem Einrücken wird der digitale Marschbefehl zugestellt. Der Marschbefehl ist mit dem Swisspass verknüpft, sodass Einrückende via SBB-App ihr Ticket für die gratis An- und Abreise nutzen und bei einer Kontrolle vorzeigen können.
Für den Fall, dass die aufgebotene Person sich beim Einrücken beim Wachpersonal mit dem digitalen Marschbefehl ausweisen muss, vor Ort aber keinen Internetempfang hat, gibt es ein «Wallet». Die App erzeugt einen verschlüsselten QR-Code. Die Wache am Kaserneneingang kann ihn scannen und so die Zutrittsberechtigung (Grün = darf hinein / Rot = darf nicht hinein) prüfen.
Urlaubsgesuche werden direkt digital über den Dienstmanager eingereicht. Der Kompaniekommandant bewilligt sie oder lehnt sie im System ab. Bei Bewilligung generiert der Dienstmanager automatisch einen digitalen Urlaubspass.
Nach jedem Dienst werden die Daten im Dienstmanager aktualisiert und die angerechneten Diensttage und absolvierten Ausbildungen in einem PDF dargestellt. Der Sold wird auf ein Bankkonto überwiesen.
Entlassung
Bei der Entlassung aus der Militärdienstpflicht erstellt der Dienstmanager einen digitalen Ausweis über die Erfüllung der Militärdienstpflicht als PDF.
Die Daten bleiben im Dienstmanager fünf Jahre für den Nutzer einsehbar. Dann werden sie aus Datenschutzgründen gelöscht.
Das ist noch geplant
Die digitale Ablösung des ehemaligen «Schiessbüchleins» für das obligatorische Schiessen und ausserdienstliche Tätigkeiten in Vereinen (Militärischer Leistungsausweis) ist für Herbst 2026 geplant.
Die Armee digitalisiert sukzessive Standardformulare, wie die Drogenverzichtserklärung, und baut sie im Dienstmanager ein. Ob der «Tagesbefehl», ein täglicher Aushang auf Papier in der Kaserne, in Zukunft ebenfalls digital im Dienstmanager erscheinen wird, steht momentan noch zur Diskussion.