Mit der ersten Revision der Bundesverfassung wurde das Dienstbüchlein vor 152 Jahren – also 1874 – offiziell eingeführt.
Es dient den Armeeangehörigen seit jeher als verlässliches Dokument zur Erfassung wichtiger Eckdaten ihrer Militärzeit. Im Jahr 2007 teilte die Armee mit, dass die Einführung des elektronischen Dienstbüchleins überprüft wird.
Und nun kommt es also zur Einführung.
Dieser Schritt in Richtung Digitalisierung wurde von einem grossen Teil der SRF-Userinnen und Usern unterstützt und herbeigesehnt. So schreibt der User «alex.peter95» auf Instagram: «Wurde auch Zeit» und «chevrepeter» meint: «Wow, jetzt aber. 2026, wir kommen!».
Eine Empfehlung von «silviabrandt» ist, auf das physische Büchlein nun ganz besonders aufzupassen, denn vielleicht wird es ja mal zu einem wertvollen Vintage-Piece. «Marcel Hauswirth» hingegen fragt auf Facebook, wie viele Dienstbüchlein pro Jahr wohl verloren gehen oder sonst wo landen würden.
Fest steht: Administrativ wäre der Verlust mittlerweile verkraftbar. Denn das «DB», kurz für «Dienstbüchlein», hat seine organisatorische Bedeutung verloren.
Emotional wäre der Verlust für viele trotzdem. Die Kommentarspalten zeigen, dass das Dienstbüchlein-Aus bei vielen Personen innerhalb der SRF-Community ein Gefühl von Wehmut auslöst.
Auf die Frage, was das Dienstbüchlein noch bedeute, antwortet «Werner Meyer» beispielsweise schlicht: «Ein Stück Heimat». «Hans Maissen» geht noch ein Stück weiter: «Mir sehr viel, dies als Teil meiner Identität, Stolz und Ehre etwas für mein Vaterland getan zu haben!»
Während «jonas.flkn22» es einfach sinnvoll fände, nebst dem Smartphone noch etwas Physisches dabei zu haben: «Nur weil ein paar Personen unfähig sind, ihr DB mitzunehmen, ist nicht das DB das Problem.»
Das Thema Datensicherheit
Generell löst die Digitalisierung auch bei einigen ein Unbehagen aus. «Hansruedi Weyrich» fragt auf Facebook, wie damit umgegangen werde, falls es einmal keinen Strom gäbe, während «Alex Sommer» hervorhebt, welchen Wert schriftlich aufbewahrte Daten haben, die sich nicht einfach innerhalb von Sekunden löschen lassen.
«Lukas Baumeler-Notter» positioniert sich ganz klar: «Es muss nicht immer alles digital sein. Es gibt Dinge, die sind gut, so wie sie sind! Im Ernstfall hat der Soldat keine Papiere mehr auf Mann, was eine allfällige Identifizierung auch trotz Marke erschweren könnte.»
Am 1. Juni ist es schliesslich trotzdem so weit und das physische Büchlein macht Platz für den digitalen «Dienstmanager». Es wird sich zeigen, ob die Sorgen der SRF-Community berechtigt sind oder nicht.