Darum geht es: Forschende an der University of California sind im Kampf gegen Akne einen Schritt weitergekommen. Sie haben eigenen Angaben zufolge die Ursache von Akne identifiziert und arbeiten an einem Impfstoff. Tests mit Mäusen seien bereits erfolgreich gewesen.
Das kann der Impfstoff: Die Entstehung von Akne kann verschiedene Gründe haben. Akne kann unter anderem durch eine Verhornungsstörung, eine vermehrte Talgproduktion oder entzündliche Vorgänge in der Haut auftreten. Letztere werden durch bestimmte Bakterien ausgelöst. Genau bei diesen Entzündungsvorgängen setzt der Impfstoff an. «Das Spezielle daran ist, dass mit so einer Impfung ein gezielter Botenstoff von diesen Entzündungsvorgängen unterdrückt werden kann, wodurch dann weniger entzündliche Veränderungen auf der Haut zu sehen sein sollten», erklärt Severin Läuchli, Chefarzt am Stadtspital Zürich und Präsident der Arbeitsgruppe Akne der Schweizerischen Gesellschaft für Dermatologie. «Das ist tatsächlich ein neuer Forschungsansatz.»
Eine ernstzunehmende Krankheit: Akne ist eine der häufigsten Hautkrankheiten überhaupt. Über zwei Drittel der jungen Menschen sind davon betroffen. «Je nach Ausprägung der Akne kann diese einen erheblichen Leidensdruck verursachen», hält Läuchli fest. «Einerseits durch schmerzhafte entzündliche Veränderungen auf der Haut, andererseits auch durch eine starke Beeinträchtigung des Erscheinungsbilds, weil Akne an Stellen auftritt, die eben gut sichtbar sind.» Das sei besonders für junge Menschen teils mit einem grossen Leidensdruck verbunden. «Akne ist ein grosses medizinisches Problem und nicht nur ein Schönheitsproblem.» Es sei deshalb auch wichtig, dass betroffene Menschen wissen, dass es medizinische Hilfe gibt für diese Krankheit.
So weit ist die Forschung: Von einer Anwendung des Impfstoffes im Alltag ist man allerdings noch ein Stück weit entfernt. Stand jetzt sind es erst Modelle, die entwickelt wurden. «Das wurde an Tierversuchen erprobt», erklärt Läuchli. «Bei Mäusen konnte man bereits feststellen, dass Entzündungsvorgänge mit dieser Impfung weniger auftraten . » Dies müsse jetzt im Tiermodell nochmals bestätigt werden. Dann müssten erste Versuche in kontrollierten Studien an Menschen durchgeführt werden. «Dafür braucht es Forschungsgruppen, die sich hier engagiert einsetzen und natürlich auch entsprechende finanzielle Mittel.» Ob und wie das am Menschen dann tatsächlich einsetzbar sein wird, könne zum jetzigen Zeitpunkt nicht gesagt werden. «Bevor man so etwas am Menschen überhaupt einmal einsetzen kann, dauert es sicher Jahre. Und bis so etwas dann breit eingesetzt und vermarktet wird, da reden wir von zehn Jahren oder mehr.»