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Winterspiele 2030 Olympia-Pläne spalten eine französische Stadt

In einer alten Festung in Briançon, die auf der Liste des Unesco-Weltkulturerbes steht, soll das Olympische Dorf eingerichtet werden. Dagegen regt sich jetzt Widerstand.

Vom Stadtzentrum von Briançon aus genügt ein Blick nach oben, um das Fort des Têtes zu sehen, das seit mehr als drei Jahrhunderten über der Stadt thront. Die Festungsanlage, die zum Unesco-Weltkulturerbe gehört. Doch nun soll das Fort zu einem der Olympischen Dörfer der Winterspiele 2030 werden und damit mehrere Hundert Athletinnen und Athleten sowie Organisationsmitglieder beherbergen.

Das Projekt sieht vor, vier der zwölf Gebäude der Festung umzubauen.

Nach den Spielen sollen daraus 62 Sozialwohnungen entstehen. Auf diese Weise würde an diesem Standort ein völlig neues Stadtviertel von Briançon geschaffen, das weit über die Dauer der Spiele hinaus Bestand haben soll.

Gegner gehen auf die Barrikaden

Für die Gegnerinnen und Gegner des Projekts ist dieses Vorhaben kaum zu rechtfertigen.

«Für fünfzehn Tage Wintersport ist das der reine Wahnsinn», empört sich Bernadette Brunet, Präsidentin der Vereinigung für die Erforschung und den Schutz des Cervières-Tals, zu dem Briançon gehört.

Auch Arnaud, Mitglied des Bürgerkollektivs und eines Warnkomitees gegen die Olypmischen Spiele, hält es für absurd, an einem Naturstandort ein neues Stadtviertel zu errichten.

«Hören Sie sich diese Stille an. Sind wir hier etwa in der Stadt? Wir sind fünf Kilometer vom ersten Kreisverkehr entfernt. An einem Ort, der vollkommen von Natur geprägt ist, ein neues Stadtviertel bauen zu wollen, ist einfach unfassbar.»

Die Gegnerinnen und Gegner kritisieren zudem die Kosten des Projekts, die auf 133 Millionen Euro geschätzt werden, davon 70 Millionen aus öffentlichen Mitteln.

Geplant ist unter anderem der Bau einer Seilbahn, die das Fort des Têtes mit der Innenstadt verbinden soll. Die Talstation würde Teil eines neuen Wohnkomplexes mit rund hundert Wohnungen werden.

«Das ist bereits eine enorme Belastung für die öffentliche Hand. Hinzu kommen die Auswirkungen auf den Verkehr in Briançon und auf das Landschaftsbild. Mitten zwischen all den historischen Bauwerken wollen sie eine moderne Anlage mit Gondeln und Seilen errichten», warnt Stéphane Faure-Brac, ebenfalls Mitglied des Kollektivs.

Befürworter sehen grosse Chancen

Nicht alle Einwohnenden von Briançon teilen diese Bedenken. In der Stadt sind die Olympischen Spiele bereits allgegenwärtig: Ein grosses Werbeplakat begrüsst Touristinnen und Touristen am Bahnhof, Wandgemälde mit olympischen Motiven schmücken die Fassaden.

Taxifahrer Romain Baron freut sich insbesondere über die angekündigte Modernisierung der Bahnstrecke zwischen Briançon und Marseille.

«Das wird den Zugang zu den Skigebieten und zur Region erleichtern – vor allem mit der Bahn», sagt er.

Diskutieren Sie mit:

Für Axel Barnier, Manager des Eishockeyvereins «Diables Rouges de Briançon» (Rote Teufel von Briançon), stellen die Olympischen Spiele vor allem eine Chance für die örtliche Sportinfrastruktur dar.

«Seit Jahren leiden wir unter veralteten Sportanlagen. Der Sportpark wird derzeit modernisiert, und auch das Höhentrainingszentrum wird erneuert».

Die Stadtverwaltung von Briançon hat auf die Interviewanfragen von RTS nicht reagiert.

Die Gegnerinnen und Gegner des Projekts haben ihrerseits Klage eingereicht, um die Austragung der Olympischen Spiele anzufechten – und ihr Kampf ist noch lange nicht beendet.

RTS La Matinale, 14.7.2026, 7:18 Uhr; wilh

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