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Olympische Winterspiele 2038 Droht der Schweizer Olympia-Kandidatur das Aus an der Urne?

Die Olympischen Winterspiele 2038 in der Schweiz? Politikerinnen und Politiker diskutieren derzeit, ob das Volk darüber abstimmen soll.

Die Kantone zeigen sich grundsätzlich wohlwollend. Und der Bund unterstützt eine Kandidatur der Schweiz für die Olympischen Winterspiele 2038 offiziell mit 200 Millionen Franken.

Aber: In der Politik wird derzeit kontrovers diskutiert, ob das Volk darüber abstimmen soll oder nicht. Und wenn ja: Wie soll das alles rechtzeitig über die Bühne gehen?

Viele wollen die Abstimmung

Für SVP-Nationalrat Roland Rino Büchel braucht es einen nationalen Urnengang. «Wenn es eine Bundesbeteiligung gibt, dann braucht es eine referendumsfähige Vorlage. Da muss das Volk abstimmen können», sagt Büchel.

Wenn es eine Bundesbeteiligung gibt, dann braucht es eine referendumsfähige Vorlage.
Autor: Roland Rino Büchel SVP-Nationalrat

Ohne Abstimmung, keine Steuergelder – so auch der Tenor bei der SP. Das Volk müsse überzeugt sein, dass das finanzielle Engagement sinnvoll sei, findet SP-Nationalrätin Andrea Zryd. «Es gibt verschiedene Möglichkeiten, das Volk abzuholen», sagt Zryd. Das könne auf Bundesebene sein, aber auch bei den Kantonen und den Austragungsorten. «Aber das Volk muss früh miteinbezogen werden.»

Für unnötig hält die FDP ein Referendum. Es könnte jedoch die Legitimation erhöhen, findet FDP-Nationalrat Marcel Dobler. Man hätte in den Kantonen schon viele Abstimmungen gehabt. «Es wäre wie artfremd, jetzt nicht darüber abzustimmen», sagt Dobler und schiebt nach: Er sei offen für eine Abstimmung.

Das Volk muss früh miteinbezogen werden.
Autor: Andrea Zryd SP-Nationalrätin

Auch die Grünen machen ohne Referendum nicht mit. Sie haben zudem Zweifel und offene Fragen. Grünen-Nationalrätin Katharina Prelicz-Huber spricht etwa die Nachhaltigkeit an, das verstärkte Verkehrsaufkommen oder den Bau von Gebäuden, die nachher nicht mehr gebraucht würden.

Schwerer Stand für Olympia in der Schweiz

Frédéric Favre vom Verein «Switzerland 2038» macht sich auf einen intensiven Abstimmungskampf gefasst. «Wir haben zehn betroffene Kantone. Da müssen wir wissen: Wollen wir diese Spiele oder nicht?», sagt Favre.

Olympische Vorlagen hatten bisher einen schweren Stand. 1980 wollte das Bündner Volk nicht mitmachen. 2002 erteilte der Kanton Bern einer Olympia-Kandidatur eine Abfuhr, und 2017 und 2018 hiess es erneut Nein aus Graubünden und dem Wallis.

Wir haben zehn betroffene Kantone. Da müssen wir wissen: Wollen wir diese Spiele oder nicht?
Autor: Frédéric Favre Geschäftsführer Verein «Switzerland 2038»

1948 fanden in St. Moritz die letzten Olympischen Winterspiele in der Schweiz statt. Nun drängt die Zeit. Noch dieses Jahr will das Internationale Olympische Komitee über die Vergabe der Spiele 2038 entscheiden.

Tagesschau, 18.03.2026, 19:30 Uhr ; 

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