Gaming-Fans sehnen den November herbei. Am 19. November soll nämlich das neue «Grand Theft Auto sechs», kurz «GTA 6», erscheinen. Die Veröffentlichung des Spiels ist schon mehrfach verschoben worden, doch jetzt scheint das finale Datum zu stehen. SRF-Digitalredaktor Guido Berger erklärt, was es mit dem Mega-Release auf sich hat.
Gibt es etwas ausserhalb der Gamingwelt, mit dem man diesen Release vergleichen kann?
Eigentlich nicht. Es ist ein singuläres Ereignis in der Unterhaltung. Bei «GTA» sind Superlative kaum vermeidbar. Für den sechsten Teil trifft das besonders zu. Man geht davon aus, dass für die Produktion über eine Milliarde ausgegeben wurde. Ich kenne kein anderes popkulturelles Erzeugnis, das so viel kostet. Auch am Release-Kalender zeigt sich, die Dimension des Ereignisses. Im November ist dieser leer. Kein anderes Game wagt es, zu erscheinen. Man geht davon aus, dass sämtliche Spielerinnen und Spieler mit «GTA 6» beschäftigt sein werden. Es ist ein Ereignis, das in dieser Grössenordnung vermutlich noch nie stattgefunden hat.
Warum hat dieses Spiel so eine einzigartige Rolle in der Gamingwelt?
«GTA» ist eine Serie. Viele Spielerinnen und Spieler kennen das Spiel und wissen, was sie erwartet. Ausserdem gibt es im Spiel in der Regel umfangreiche Spielmöglichkeiten. In dem «Open-World»-Spiel, kann man einer Geschichte folgen, aber auch unzählige andere Dinge tun. Die Entwickler haben es bislang stets geschafft, spannende Welten zu erschaffen, die reich an Inhalten sind, immer wieder überraschen und dazu einladen, erkundet zu werden. Dieses Eintauchen in eine grosse, vielschichtige Welt ist wahrscheinlich der zentrale Reiz des Spiels. Zudem trifft «GTA» immer den Nerv der Zeit. Über die Musik, zu den Themen, bis hin zu der Geschichte.
Denken Sie, das wird ein popkulturelles Ereignis, das über die Gamingwelt hinausgeht?
Das erhoffe ich mir. «GTA» hat das bislang auch regelmässig erreicht. Wenn ein «GTA» herauskommt, dann schreibt man in der Regel darüber, weil es als eine Kritik der Zeit verstanden wird. Das Game spielt in der Fantasie-Stadt Vice City, die in Anlehnung an Miami in Florida kreiert wurde. Florida lässt sich dabei als eine Art überspitzte Verdichtung des amerikanischen Zustands verstehen, gewissermassen als ein verdichteter Fiebertraum des Landes in seiner aktuellen Verfassung. Entsprechend wird auch eine gesellschaftskritische Dimension erwartet. Ob das Spiel diesen Erwartungen gerecht wird, bleibt abzuwarten.
Während alle Studios sparen müssen, leisten sich die Entwickler von «GTA» Unsummen an Entwicklungskosten. Wie passt das zusammen?
Ein solches Game zu entwickeln, kann sich kein anderes Studio leisten. Das hängt auch mit den früheren Erfolgen und mit dem weiterhin andauernden Erfolg von «GTA 5» zusammen. Grundsätzlich steht die Branche unter Druck aufgrund der sehr hohen Kosten. Gleichzeitig steigen die Erwartungen stetig. Es liegt daher nahe, dass die Industrie die Budgets herunterschrauben wird. Auch deshalb ist es eher unrealistisch, dass ein «GTA 7» in einer ähnlichen Grössenordnung kommen wird. Folglich könnte es nicht nur rückblickend ein Rekord sein, sondern auch einer für die Ewigkeit.