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Legende: Audio Mit Drohnen auf Landminensuche abspielen. Laufzeit 05:22 Minuten.
Aus HeuteMorgen vom 18.03.2019.
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100 Millionen tödliche Fallen «Fliegende Augen» helfen bei gefährlicher Minen-Suche

Mit Drohnen können minenverseuchte Gebiete besser eingegrenzt werden. Eine grosse Hilfe bei der Sisyphusarbeit.

Das Minenproblem: Noch immer liegen weltweit geschätzte 100 Millionen Landminen unentdeckt auf oder unter dem Boden. Weil die Beseitigung hochgefährlich ist, werden seit einiger Zeit Drohnen getestet. Jetzt hat auch Handicap International (HI) solche Drohnentests im Norden des afrikanischen Staats Tschad durchgeführt. Eva Maria Fischer, Expertin für Abrüstungsthemen des Hilfswerks, war dabei.

Bestandesaufnahme von oben: Es geht bei den Versuchen um den ersten notwendigen Schritt der Entminung, nämlich das betroffene Gelände näher kennenzulernen und auf die kritischen Zonen zu beschränken. Dabei fotografieren die Drohnen das Gelände und speichern die Daten. Diese werden ausgewertet, um genaue Karten zu erstellen. Es handelt sich also noch nicht Minensuchdrohnen, die dann allenfalls in einem zweiten Schritt zum Einsatz kommen, wie Fischer berichtet. Interessant an den Oberflächendaten sind beispielsweise Kriegsreste oder Explosionskrater, aber auch Tierkadaver.

Landminenopfer.
Legende: Landminen verstümmeln oder töten jedes Jahr Tausende von Zivilisten. Keystone/Archiv

Wichtigste Informationsquellen: Bei der Auswahl der Gebiete setzt man laut Fischer zugleich auf den engen Kontakt mit der Bevölkerung, den lokalen Behörden und anderen Entminungsorganisationen. Erhoben werden gemeldete Unfälle, aber auch alltägliche Beobachtungen wie etwa nicht zurückgekehrte Nutztiere wie Ziegen.

Die richtige Auswahl: Normalerweise müssen gefährdete Gebiete komplett abgesperrt werden. Das kann dazu führen, dass nur aufgrund einer vermuteten Gefahr grosse Flächen Schritt für Schritt abgesucht werden, ohne eine Mine zu finden. Mit den Drohnen soll dies möglichst vermieden werden, indem das Gebiet von oben untersucht werden kann und bestimmte Bereiche ausgewählt werden können. Erst dann gehen die Menschen aufs Terrain.

Drohnen sind billiger: Auch finanziell lohnt sich laut Fischer der Einsatz von Drohnen. Am meisten gespart wird, indem unnötige Minensucharbeiten vermieden werden. Dabei kommen kommerziell verwendete, vergleichsweise günstige Drohnen zum Einsatz. Die Spezialisierung liegt dann in der speziellen Software zu Auswertung. Die danach folgende eigentliche Entminung ist dann aufwendig und wesentlich teurer.

Landminenmonitor: Opferzahlen weiterhin sehr hoch

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Laut dem Landminenmonitor von Handicap International (HI) sind 2018 fast 2800 Menschen durch Landminen getötet und weitere gut 4400 Personen verletzt worden. Betroffen waren zumeist Zivilpersonen, die Hälfte davon Kinder. Damit sei die Opferzahl im dritten Jahr in Folge sehr hoch, erklärte die Hilfsorganisation. Waren 2014 knapp 4000 Opfer gezählt worden, erreichte die Zahl 2016 mit rund 9400 Betroffenen den höchsten Stand seit der Jahrhundertwende.

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2 Kommentare

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  • Kommentar von Thomas Brand  (tomcomm)
    Man sollte die Herstellerfirmen dieser Landminen dazu verpflichten, sämtliche Säuberungs- und Entsorgungskosten zu tragen.
    Gleich wie bei AKW Betreibern, die theoretisch für die fachgerechte Entsorgung (gibt es das überhaupt?) des Atommülls verantwortlich sind und dies von Beginn weg in die Kostenrechnung einbeziehen müssen.
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  • Kommentar von antigone kunz  (antigonekunz)
    Das ist auch Kapitalismus in Höchstform, zuerst werden Probleme durch die Kombiantion, Industrie, Technik, Wissenschaft und Wirtschaft produziert. Die es vorher gar nicht gab .... nämlich das Geschäft mit Minen und dann mit den gleichen Vier dem ganzen Mist Herr zu werden. UND ja, dazwischen gibts Leid, Leid, Leid, unnötig und unnötig aber profitabel ….Da können dann noch Prothesen und Schmerzmittel verkauft werden. Das wird dann ein gelungener wirtschaflticher Kreislauf genannt.
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