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Peking-treuer Regierungschef legt vor Xi Jinping seinen Amtseid ab
Aus News-Clip vom 20.12.2019.
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20 Jahre Rückgabe an China Rotes Macao erstrahlt heute noch röter

Die einstige Enklave ging vor genau 20 Jahren aus portugiesischer Herrschaft an China zurück. Das wird frenetisch gefeiert und nicht – wie in Hongkong – tätlich torpediert.

Schon seit Mittwoch ist Xi Jinping als Ehrengast in der Stadt. Die Sicherheitsvorkehrungen sind massiv. Doch anders als in Hongkong muss das chinesische Staatsoberhaupt in Macao grosse Demonstrationen nicht fürchten.

Zwar haben Macao und Hongkong auf den ersten Blick viele Gemeinsamkeiten. Während Hongkong einst zu Grossbritannien gehörte und 1997 an China zurückgegeben wurde, folgte das gleich nebenan liegende Macao 1999 aus portugiesischer Herrschaft.

Ein Land, zwei Systeme

Die beiden Städte werden seitdem nach dem berühmten Grundsatz «Ein Land, zwei Systeme» in ihren eigenen Territorien regiert. Beide unterstehen zwar der Souveränität Chinas, geniessen aber mehr Freiheiten als die Menschen in der Volksrepublik. Für 50 Jahre ist dieser Sonderstatus eigentlich per Vertrag garantiert.

Während die Hongkonger schon jetzt gegen den zunehmenden Einfluss Pekings ankämpfen, ist von Opposition in Macao kaum etwas zu spüren.

Einige junge Leute in Macao lassen sich vor der Hongkonger Protestbewegung inspirieren. Im Grossen und Ganzen sind beide Orte aber verschiedene Welten.
Autor: LeoHongkonger Demonstrant mit Arbeit in Macao

So sieht es auch Larry So. Der pensionierte Professor beschreibt seine Stadt als «schon immer sehr rot». Gemeint ist die Vorliebe der Menschen in Macao für die kommunistische Führung in Peking. Laut So gelang es den portugiesischen Kolonialisten anders als den Engländern in Hongkong nicht, den Menschen eine gemeinsame Identität zu geben.

«Portugiesen und die überwiegend chinesische Bevölkerung lebten voneinander getrennt.» Die Kommunisten hätten die Stadt so schon lange vor dem Abzug der Portugiesen faktisch kontrolliert.

Während Grossbritannien erbitterte Rückgabe-Verhandlungen mit Peking führte, die beinhalteten, dass Hongkong für die Zukunft freie Wahlen in Aussicht gestellt wurden, bemühte sich Portugal kaum, noch etwas für die Bevölkerung in Macao herauszuschlagen.

Ein Goodie aus Peking

Eine lukrative Zusage gab es aber aus Peking: Als einziger Ort in China ist in Macao das Glücksspiel legal. Die weltbekannten Casinos sind Lebensader und wichtigste Einnahmequelle der Sonderverwaltungsregion, deren Pro-Kopf-Einkommen eines der höchsten der Welt ist. «Diese wirtschaftliche Stärke ist ganz wesentlich für die Zufriedenheit der Menschen», sagt So.

Dass dieses Fundament auch wackeln kann, zeigte sich vor einigen Jahren. Die von Präsident Xi Jinping landesweit verordnete Anti-Korruptionskampagne führte dazu, dass für einige Zeit viel weniger Kader vom Festland nach Macao fuhren, um ihr Geld in den Spielhallen zu waschen.

Die guten Jungs bekommen Bonbons.
Autor: Larry SoEmeritierter Professor

Zwar hat sich die Spiel-Industrie, die gleichzeitig der wichtigste Arbeitgeber der Stadt ist, wieder stabilisiert. Vor dem Hintergrund der anhaltenden Proteste in Hongkong will Peking jedoch sicher gehen, dass die Stimmung in Macao nicht kippt.

So machen kurz vor der geplanten Reise des Präsidenten in dieser Woche Berichte von umfangreichen Geschenken die Runde. Demnach will die Zentralregierung in Macao nicht mehr nur die Vergnügungsindustrie fördern, sondern die Stadt zu einem Finanzplatz weiterentwickeln. Klarer könnte die Botschaft an das von Grossbanken dominierte Hongkong kaum sein. «Die guten Jungs bekommen Bonbons», beschreibt Professor So die Motivation Pekings.

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4 Kommentare

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  • Kommentar von Christian Kaiser  (Chriska)
    A propos Glücksspiel verbot in China. In Laos im goldenen Dreieck haben die Chinesen ein Riesen Casino und Hotel komplex gebaut. Alles mit ausschliesslich chinesischen Arbeitern und chinesischem Personal. Soviel zur Moral der chinesischen Führung. Darum verstehen sich so gut mit Trump (trotz Zöllen etc. )
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    1. Antwort von Hans Peter Auer  (Ural620)
      Dem ist so und zwar handelt es sich um die Sonderwirtschaftszone "Goldenes Dreieck", welche Laos zusammen mit der Kings Romans Group in Hongkong registriert hat. Bei einem Besuch vor 3 Jahren, musste ich aber leider feststellen, dass nebst "Jetons " vieles andere (nicht legale) gehandelt wird. Drogen, Menschen und Tiere um nebst Textilien und Souveniers nur Einige genannt zu haben. Traurig, wenn man das so zu sehen bekommt!
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  • Kommentar von antigone kunz  (antigonekunz)
    Die Wahl die Menschen, im Moment im Osten etwas akzentierter haben, scheint mir, ist zwischen Sucht und Sucht. Auf der einen Seite, dass Spiel, um Geld, dass da einer hat und eigenlich wie alle, was wir Menschen uns aneingen aber dann nicht richtig assimilieren können zu verspielen, andererseits die Digitalisierungsepidemie. Eigentlich so zwischne Opium und Koks. Bei uns eher zwischen Koks und Koks, die Wahl, die sich Menschen selber eirichten? UND gut gibt es auch ganz andere Geschichten.
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    1. Antwort von Christian Halter  (Asterix der Gallier)
      Entgegen einer anscheinenden Mehrheit, denke ich, haben sie gar nicht so unrecht Frau Kunz. Wir nehmen das Geld und die wirtschaftlichen Beziehungen zu China, obwohl wir wissen, dass es nicht gut ist und wir etwas schlechtes unterstützen, was uns später böse Nebenwirkungen und Langzeitschäden bescheren könnte anstatt konsequent und ehrlich mit uns selbst zu sein...
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