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250 Jahre USA Eine Ausstellung in Washington zwischen Geschichte und Politik

Eine Ausstellung in der Hauptstadt erzählt zum Jubiläum von Freiheit, Protest, Sehnsucht und gerät dabei in den Sog von Trumps politischem Druck auf die Museen.

Die USA feiern ihr 250-jähriges Bestehen. Aus diesem Anlass zeigt das Nationalmuseum für Amerikanische Geschichte in Washington in einer Sonderausstellung 250 Objekte, die die Geschichte des Landes erzählen.

Der Rundgang beginnt mit einem kleinen, unscheinbaren Holzschreibkasten. Darauf entwirft Thomas Jefferson im Sommer 1776 die Unabhängigkeitserklärung. Kurator Theo Gonzalves erklärt: Die Ausstellung zeige, wie die Menschen in den vergangenen 250 Jahren nach Leben, Freiheit und Glück gestrebt hätten.

Zu den Ausstellungsobjekten gehört auch ein schlichter Mittagstresen aus Greensboro, North Carolina. Dort setzten sich 1960 vier afroamerikanische Studenten an einen Platz, der damals ausschliesslich Weissen vorbehalten war. «Ihr stiller Protest löste eine landesweite Protestbewegung aus. Greensboro gilt als Wendepunkt der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung», erklärt Gonzalves.

Politischer Druck von Trump

Wie solche Geschichten heute erzählt werden, ist politisch umstritten. In einem Dekret vom März 2025 fordert US-Präsident Donald Trump eine patriotische Erzählung der Geschichte der Vereinigten Staaten: Museen sollten vor allem von Freiheit, Fortschritt und nationaler Grösse erzählen und nicht von einer Geschichte, die die USA als Land von Rassismus und Unterdrückung beschreibe.

4. Juli 1776: Die Geburtsstunde der Vereinigten Staaten

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Abgesandte der 13 amerikanischen Kolonien nahmen am 4. Juli 1776 offiziell eine Erklärung an, mit der sie sich als Vereinigte Staaten von Amerika von Grossbritannien lösten.

Hat dies die Ausstellung beeinflusst? Projektleiterin Megan Howell Smith sagt: «Nein! Das Ausstellungskonzept hat die üblichen Prüfungsverfahren für die staatlichen Smithsonian-Museen durchlaufen, doch es wurde nichts geändert.»

Auch Kurator Gonzalves betont, niemand habe verlangt, Texte oder Objekte anzupassen. Ob politischer Druck dennoch eine Rolle spielte, lässt sich kaum belegen.

Gespaltene Gesellschaft

Auffällig ist allerdings, dass sich ein roter Faden durch die Ausstellung zieht, der betont, wie die gemeinsame Geschichte die Menschen im Land verbindet. Die Realität zeigt aber ein anderes Bild: Die Gesellschaft polarisiert sich zunehmend. Auch die Feierlichkeiten zum 250-Jahre-Jubiläum sind politisch aufgeladen.

Präsident Trump stellt sich dabei so sehr ins Zentrum, dass sie vor allem seine Fans anziehen. So auch das Rentnerehepaar Trina und Jerry aus Texas. Sie sprechen nicht von Einheit, sondern gar von einem ideologischen Bürgerkrieg, der in den USA tobe. «Republikaner gegen Demokraten, solche, die gegen die Regierung sind, und andere, die sie lieben», sagt Jerry. Trina ergänzt: «Das Land ist gespalten wie noch nie.»

Rote Paillettenschuhe am beliebtesten

Ihr Lieblingsobjekt in der Ausstellung ist nicht etwa Trumps rote Maga-Cap, sondern die originalen roten Paillettenschuhe, die Judy Garland als Dorothy im Film «The Wizard of Oz» trug. Kurator Gonzalves sagt, diese Filmrequisite sei tatsächlich das mit Abstand beliebteste Ausstellungsstück.

‹The Wizard of Oz› erzählt von der Sehnsucht nach einem Zuhause und die Schuhe berühren viele in einem Land, das von Einwanderung geprägt ist.
Autor: Theo Gonzalves Kurator der Ausstellung «In Pursuit of Life, Liberty & Happiness»

«Das mag erstaunen, sagt aber viel über die USA. Der Film erzählt von der Sehnsucht nach einem Zuhause und die Schuhe berühren viele in einem Land, das von Einwanderung geprägt ist.»

Zwei rote, glitzernde Schuhe in der Vitrine.
Legende: Die «Ruby Red Slippers», die Judy Garland im Film «The Wizard of Oz» getragen hat, sind im Smithsonian Museum of American History in Washington zu sehen. REUTERS / Joshua Roberts

Vielleicht liegt genau darin eine Antwort auf die Frage, welche Geschichte heute die USA über sich selbst erzählen. Nicht nur die Geschichte von Unabhängigkeit, Revolution oder Politik, sondern auch die eines Landes, das trotz aller Konflikte noch immer nach etwas Gemeinsamem sucht. Und manchmal findet sich dieses Gemeinsame in einem Paar rubinroter Schuhe.

Rendez-vous, 3.7.2026, 12:30 Uhr; herb

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