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International 50 Tote bei Angriffen auf syrische Spitäler

Bei Luftangriffen auf Kliniken und Schulen sind in Syrien zahlreiche Zivilisten gestorben. Auch ein von der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen (MSF) unterstütztes Spital wurde bombardiert – laut der Organisation gezielt.

Legende: Video Angriffe auf Wehrlose in Syrien abspielen. Laufzeit 01:29 Minuten.
Aus Tagesschau vom 15.02.2016.

Bei Raketenangriffen auf Kliniken und Schulen im Norden Syriens sind nach Angaben der UNO fast 50 Zivilisten getötet worden. Zahlreiche Menschen seien verletzt worden, als mindestens fünf medizinische Einrichtungen und zwei Schulen in Aleppo und Idlib getroffen worden seien, teilte die UNO in New York mit.

Schulen und Spitäler im Visier

Allein in der Stadt Asas nahe der türkischen Grenze kamen 14 Menschen ums Leben, als Raketen in ein Kinderkrankenhaus und in zwei Schulen einschlugen.

Bei einem Raketenangriff auf die Stadt Marat Numan in der Provinz Idlib wurden zwei weitere Krankenhäuser getroffen. Eine der Kliniken wird von der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen (MSF) unterstützt.

40'000 ohne medizinische Versorgung

Das Spital wurde von vier Raketen in zwei Angriffswellen innerhalb weniger Minuten getroffen, heisst es in einer Medienmitteilung der Ärzte ohne Grenzen. «Die Zerstörung des von MSF unterstützen Spitals scheint ein gezielter Angriff auf eine Gesundheitseinrichtung zu sein», beklagt Massimiliano Rebaudengo, Einsatzleiter von MSF. Acht Personen starben, acht Personen werden noch vermisst.

Ausserdem lasse die Zerstörung des Krankenhauses eine lokale Bevölkerung von rund 40'000 Menschen ohne Zugang zu medizinischer Versorgung zurück, in einer aktiven Konfliktzone, berichtet die Organisation.

MSF betreibe das Spital zwar nicht, unterstütze die Einrichtung seit September aber unter anderem mit medizinischen Hilfsmitteln. Insgesamt unterstützt MSF in Syrien mehr als 150 Spitäler. Seit Jahresbeginn wurden fünf davon bei Angriffen beschädigt.

Gegenseitige Schuldzuweisungen

UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon verurteilte die Angriffe als «eklatante Verstösse gegen internationales Recht». Auch Washington verurteilte die Luftangriffe. Das US-Aussenministerium machte die Regierung des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad und deren Verbündeten Russland für die Angriffe verantwortlich. Auch der Präsident von MSF, Mego Terzian, machte die syrische Regierung oder Russland für die Anschläge verantwortlich.

Dem widersprach der syrische Botschafter in Moskau. Er sagte im Fernsehen, das Krankenhaus sei von US-Kampfflugzeugen zerstört worden. Die russische Gesundheitsministerin Veronika Skworzowa sagte in Genf, die Angriffe richteten sich gegen Strukturen des IS.

Zurzeit versuchen die Truppen des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad mit Hilfe der russischen Luftwaffe, die Metropole Aleppo in Nordsyrien einzunehmen. Sie gehen vor allem gegen Rebellen vor, die von westlichen Staaten unterstützt werden.

Türkei droht Kurden

Durch die Kämpfe sind Kurdenmilizen erhebliche Gebietsgewinne gelungen. Dies hat die Türkei auf den Plan gerufen, die ein Erstarken kurdischer Gruppen fürchtet. Ein Teil der Kämpfe konzentriert sich auf die Stadt Asas. Dort halten sich Zehntausende Flüchtlinge auf.

Der türkische Ministerpräsident Ahmet Davutoglu warnte die Kurden, sein Land werde nicht zulassen, dass Asas in die Hände der kurdischen YPG-Miliz falle. Am Wochenende hatte die türkische Armee Stellungen der YPG beschossen und damit nach eigenen Angaben die Einnahme von Asas verhindert.

Die YPG ist ein Ableger der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK und gehört zu den wichtigsten Verbündeten des Westens. Die Türkei bekämpft jedoch die PKK und befürchtet, dass die YPG und ihre Verbündeten die gesamte Grenze zur Türkei unter ihre Kontrolle bringen.

Davutoglu warf der russischen Luftwaffe vor, hinter dem Raketenangriff in Asas zu stehen. Russland indes beschuldigte die Türkei, Dschihadisten und Söldner nach Syrien zu lassen.

Das sagt das Völkerrecht

Gemäss humanitärem Völkerrecht dürfen in einem Konflikt nur militärische Ziele angegriffen werden. Personen, die nicht oder nicht mehr an den Feindseligkeiten teilnehmen, haben Anspruch auf physische und psychische Unversehrtheit. Auch Sanitätspersonal und medizinische Einrichtungen sind zu schonen.

Merkel für Flugverbotszone

Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel befürwortet eine Flugverbotszone über Syrien. «In der jetzigen Situation wäre es hilfreich, wenn es dort ein Gebiet gäbe, auf das keine der Kriegsparteien Angriffe fliegt – also eine Art Flugverbotszone», sagte sie der «Stuttgarter Zeitung». Verhandlungen mit der Terrormiliz IS schliesst sie strikt aus.

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54 Kommentare

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  • Kommentar von Christian Szabo (C. Szabo)
    Gerade Europa und USA in der europ. Tradition sollten sich zurückhalten. Sehr viele ihrer Kriege wurden durch Lügen und Betrug ausgelöst. Ganz zu schweigen von den "Operationen" im Kalten Krieg. Die einzige Schnittmenge, Wahrheit ist Gier nach Macht, Land und Ressourcen. Im Vorfeld eines Angriffes werden dann bestimmte Ethnien/Völker als Erzfeinde aufgebaut (DE : FR ; DE : RU ; USA : RU etc. etc.) Unter Religionsgruppen war es noch schlimmer.
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    1. Antwort von Lucas Kunz (L'art pur l'art)
      Wollen Sie jetzt damit die Kriegsverbrechen in Syrien entschuldigen und gutheissen? Gemäss Hilfsorganisationen vor Ort waren es russische Raketen, die gezielt die Krankenhäuser zerstört hatten ...
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    2. Antwort von Christian Szabo (C. Szabo)
      Ich entschuldige gar Nichts. Das grösste Kriegsverbrechen und die Ursache des meisten Leids ist der versuchte Regime-Change. Aus Erfahrung warte ich lieber die Untersuchung ab. Dabei ist wichtig, wer diese leitet. Jede Macht hat zur Erreichung von Zielen Menschen geopfert. Dabei spielte es keine Rolle, ob es Mitmenschen waren oder fremde Ethnien. Bei fremden Ethnien gibt es gar keine Hemmungen. Da mache ich mir keine Illusionen.
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    3. Antwort von Christa Wüstner (Saleve2)
      Dann können Sie sich auf eine lange Wartezeit einstellen. Es wird nur Beschuldigungen geben und jeder wird dementieren, es gewesen zu sein. So wird es eine Zeit gehen, bis das Interesse daran schwindet und eine Glocke des Schweigens alles überzieht. Aufgeklärt wird da nichts.
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  • Kommentar von Cherubina Müller (Republic of Lakotah)
    Heute greift die YPG in Aleppo - Stadt, gemeinsam mit ihren Allierten Jaysh al-Thuwar, die islamistischen Rebellen an, dies bringt die Rebellen in eine schwierige Situation, es wurde ihnen mittels Flugblättern ein Ultimatum gestellt sich zu ergeben. Die syrische Armee rückt auf mehreren Achsen gegen den IS und Raqqa vor; man beachte das schwere russische Kriegsgerät in den CNN - Videos ( Syrien - Berichterstattung in den letzten Tagen aus Aleppo und Ost - Syrien auf CNN : edition.cnn.com ).
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  • Kommentar von m. mitulla (m.mitulla)
    Derweil arbeitet Erdogan, mit der Unterstützung der USA/ Nato auf einen offenen Krieg gegen Russland hin. Europa soll den "Segen" zum Krieg geben, denn es wird mit Migranten erpresst. Die wirklichen Kriegsflüchtlinge sitzen derweil in Syrien, in der Türkei oder an der türkischen Grenze fest.
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