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75 Jahre Kriegsende Gedenk- und Siegesfeiern auf Sparflamme

  • In verschiedenen Ländern Europas finden Feierlichkeiten zum 75jährigen Ende des Zweiten Weltkriegs statt.
  • Wegen der Massnahmen im Rahmen der Covid-19-Krise finden die Zeremonien weitgehend unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.
  • Die offiziellen Ansprachen betonen die Bedeutung des Tages im Hinblick auf viele heutige Institutionen und die Stärke der Demokratie im Allgemeinen.

Die Feierlichkeiten und Zeremonien zum Gedenken an das Kriegsende vor 75 Jahren sind keine Grossanlässe geworden. Meist sind es eine Handvoll Politiker und Militär, die Kränze niederlegen und Reden an die Nation halten.

In Deutschland hat Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier die Bürger zur Verteidigung der Demokratie aufgerufen. «Damals wurden wir befreit. Heute müssen wir uns selbst befreien», sagte er in Berlin und nannte neuen Nationalismus, Hass, Hetze sowie «Fremdenfeindlichkeit und Demokratieverachtung».

Zum Gedenken an den 8. Mai 1945 versammelten sich mit Steinmeier auch die Spitzen der vier anderen Verfassungsorgane - Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sowie die Präsidenten des Bundestags, Bundesrats und Bundesverfassungsgerichts - an der Neuen Wache in Berlin.

Frankreich hat mit einer Gedenkfeier am Pariser Triumphbogen an das Ende des Zweiten Weltkriegs vor 75 Jahren erinnert. Präsident Emmanuel Macron legte am Vormittag zunächst vor der Statue von General Charles de Gaulle in Paris einen Kranz nieder und fuhr dann weiter zum Triumphbogen. Dort fachte er die Ewige Flamme symbolisch neu an; Sänger des Armeechores sangen die Nationalhymne Marseillaise.

In Grossbritannien hält die britische Königin Elizabeth II. eine Rede an die Nation. Ihre Ansprache wird am Freitagabend (22 Uhr MESZ) im britischen Fernsehen gezeigt - genau ein Dreivierteljahrhundert nach der Rede ihres Vaters, König George VI., im Radio. Neben der Ansprache der Monarchin wird es im Vereinigten Königreich um 12 Uhr ein zweiminütiges Gedenken im Stillen geben.

In Italien musste der italienische Präsident Sergio Mattarella in Rom wegen des nationalen Veranstaltungsverbots alleine zum Altar des Vaterlands schreiten, um dort einen Kranz in Erinnerung an die Befreiung von Nazi-Deutschland niederzulegen. Italien feiert nicht das offizielle Ende des Zweiten Weltkriegs, sondern die Revolten der Widerstandsbewegung in italienischen Grossstädten Ende April 1945.

Katarzyna Goral hängt zum Gedenken 75 roten Rosen in einen Grenzzaun an der Altstadtbrücke an der polnischen Grenze in Zgorzelec.
Legende: Katarzyna Goral ist eine Mitarbeiterin der polnischen Stadt Zgorzelec. Sie hängt zum Gedenken 75 roten Rosen in einen Grenzzaun an der Altstadtbrücke an der polnischen Grenze in Zgorzelec östlich der Neisse. Keystone

Die baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen haben 75 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs an das Schicksal Osteuropas nach der deutschen Kapitulation erinnert. «Das Ende des Zweiten Weltkriegs bedeutet keine Freiheit für die Nationen Mittel- und Osteuropas. Stattdessen wurde ein totalitäres Regime durch ein anderes ersetzt», schrieben die Staatspräsidenten der drei EU-Länder im Nordosten Europas am Donnerstag in einer gemeinsamen Erklärung. «Der zentrale und östliche Teil des Kontinents blieb fast ein halbes Jahrhundert unter der Herrschaft kommunistischer Regime.»

Russland feiert an diesem Samstag den Tag des Sieges der Sowjetunion – einen Tag später, weil bei der Kapitulation der Wehrmacht am 8. Mai 1945 in Moskau schon der neue Tag angebrochen war. Die Sowjetunion hatte mit 27 Millionen Toten die meisten Opfer in Europa im Weltkrieg. Putin verschickte nach Kremlangaben auch mehrere Glückwunschschreiben an Staats- und Regierungschefs zur Erinnerung an die Opfer. Der Sieg sei damals gemeinsam errungen worden, hiess es mit Blick auf die früheren Sowjetrepubliken.

Rendezvous am Mittag, 8.5.2020, 12:30 Uhr;

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15 Kommentare

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  • Kommentar von Wilfred Scheidegger  (Ville Frayde)
    Die Jahre,
    an die wir uns am besten erinnern,
    sagen eine Menge darüber aus,
    wer wir sind
    und warum sich unser Leben so
    und nicht anders entwickelt hat.

    John Kotre
    (*1940) amerikanischer Psychologieprofessor
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  • Kommentar von Bendicht Häberli  (bendicht.haeberli)
    Ja, seit 75 Jahren hat der alte Kontinent, mit Ausnahme des Jugoslawien- und des aktuellen Ukraine-Krieges, keine Kriegshandlungen mehr erlebt. Steinmeier hat die Situation erkannt: "Damals wurden wir befreit. Heute müssen wir uns selbst befreien". Der Nationalis ist wieder aufgeflammt. Dies muss nichts Negatives sein, wenn man nicht Deutschland heisst. Aber - man sollte auch die Frage nach dem Warum stellen?? Schweiz: Wir tun gut daran, unsere Landessicherheit vorsorglich anzupassen!!
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    1. Antwort von Margrit Berger  (mberger)
      Nationalismus ist grundsätzlich negativ, er vergiftet ein freundschaftliches Miteinander. Nationalisten sehen prinzipiell jedes andere Land als minderwertig, oft als Feind, wie auch wieder in einigen Kommentaren zu erkennen ist! Es gibt eine Menge Kriege, an welchen die NATO-Verbündeten Europas von Afrika bis Asien aktiv oder passiv teilgenommen haben. Statt unendlich aufzurüsten, wäre wahrscheinlich klüger, andere Länder zu respektieren und gemeinsam nach Lösungen zu suchen.
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  • Kommentar von Marcel Kälin  (MarcelKälin)
    Hallo SRF! Ich bin gerade irritiert über ihre Journalistin, die in der Hauptausgabe der Nachrichten sagte, dass in den Medien in Deutschland das Thema 8. Mai weit nach hinten gerückt ist. Tatsache ist: Den ganzen Tag über laufen heute in ARD und ZDF (u.a.) Sondersendungen und Dokumentationen, die Internetseiten der Sender verlinken auf umfangreiches Filmmaterial in den Mediatheken. Solche Aussagen finde ich einfach nur unprofessionell. Ich bitte Sie ihre Reporterin darauf hinzuweisen! Danke.
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    1. Antwort von SRF News (SRF)
      @Marcel Kälin Besten Dank für Ihren Hinweis, wir werden ihn weiterleiten.
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