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8 Jahre Haft für Wu Gan China steckt systemkritischen Blogger ins Gefängnis

Wu Gan
Legende: Wu war im Mai 2015 festgenommen worden und hatte in seinem Prozess ein Schuldeingeständnis verweigert. Butcher Pig Slaughter Studio via AP
  • Der prominente chinesische Blogger und Performance-Künstler Wu Gan ist zu acht Jahren Haft verurteilt worden.
  • Das Gericht in Tianjin befand den 44-Jährigen der «Untergrabung der Staatsgewalt» für schuldig.
  • Nach Ansicht von Wus Anwalt wurde an seinem Mandanten ein Exempel statuiert, weil dieser ein Schuldeingeständnis verweigert hatte.

Wu sei mit dem Regierungssystem in China unzufrieden gewesen und habe deshalb «Gedanken über eine Untergrabung der Staatsgewalt entwickelt», erklärte das Gericht in der Urteilsbegründung. Der 2015 festgenommene Aktivist habe aktuelle Ereignisse aufgebauscht , Falschinformationen verbreitet und in seinen Online-Artikeln «andere beleidigt».

Als «supervulgärer Metzger» im Netz aktiv

Wu war als Blogger und Performance-Künstler bekannt geworden. Der 44-Jährige schrieb unter dem Pseudonym «supervulgärer Metzger» sarkastische Kommentare über die chinesische Politik und Gesellschaft und nutzte seine Bekanntheit, um auf Menschenrechtsfälle aufmerksam zu machen.

Er setzte sich unter anderem für eine Frau ein, die ihren Vergewaltiger erstochen hatte – einen Funktionär der regierenden Kommunistischen Partei. Sein Pseudonym gab er sich als Reaktion auf Beschwerden über seine oft grobe Wortwahl.

Exemplarische Strafe?

Wus Anwalt Yan Xin sagte, der Aktivist sei so hart bestraft worden, weil er sich geweigert habe, sich vor Gericht schuldig zu bekennen. Mit der langen Haftstrafe wolle das Gericht ein Exempel statuieren, «damit sich andere Aktivisten, denen Verbrechen gegen den Staat zur Last gelegt werden, schuldig bekennen».

Ebenfalls am Dienstag wurde in der Stadt Changsha der frühere Menschenrechtsanwalt Xie Yang wegen «Anstachelung zur Untergrabung der Staatsgewalt» verurteilt. Ihm bleibt eine Haftstrafe allerdings erspart. Xie hatte im Prozess ein Geständnis abgelegt und frühere Foltervorwürfe zurückgenommen. Bereits im Mai war er gegen Kaution auf freien Fuss gekommen.

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5 Kommentare

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  • Kommentar von Jana Vilim (Jana Vilim)
    Die westliche Propaganda ist so professionell, dass die Tatsachen für das, was wir denken sollen, kaum mehr eine Rolle spielen. (Sokrates * 469 v. Chr.) „Ich weiß, dass ich nichts weiß“ und „ein Scheinwissen ist auf allem bereitet“
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  • Kommentar von M. Kaiser (Klarsicht)
    Ich sehe dieses China wie einen alten Baum -der fängt von innen her an zu faulen -und irgend wann kommt ein Sturm und zerreisst ihn in einzelne Teile - das wird der Sturm der Freiheit sein - auch bei uns war einmal die Hexenjagt - sie beginnt zwar seit dem das Internet vermehrt um sich greift auch bei uns das Zensurgremium wieder vermehrt zu installieren, jedoch nicht so extrem wie in den Alleinparteien - Staaten . Wer zensiert, hat selbst Schwächen zu verdecken das gilt in allen Gemeinschaften.
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  • Kommentar von Peter Amthauer (Peter.A)
    Vielleicht gilt auch in China "Steter Tropfen höhlt den Stein". Ein Umsturz im grossen Stil sehe ich für China nicht. Wobei, ich maße mir nicht an, die gesellschaftlichen Gegebenheiten in China zu kennen. Zudem stellt sich mir die Frage, ob ein Land, mit den Dimensionen Chinas überhaupt demokratisch regiert werdn kann. MfG
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    1. Antwort von Christa Wüstner (Saleve2)
      einen Umsturz in Ch.kann ich mir auch nicht vorstellen.Vielleicht in späteren Jahren einmal, wenn die jüngere chin.Generation und der Einfluss des Westens immer mehr Macht gewinnt.Viele vergessen die Zeit unter Mao.da geht es vielen jetzt wesentlich besser. Nur geht von China eine wirtschaftl.Gefahr für den Westen aus. Sie fassen immer mehr Fuss und verbreiten sich enorm schnell in westl.Ländern. Mir ist Ch.unheimlich und ich empfinde es als bedrohlich. Aber das ist meine ganz pers. Meinung.
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