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Einschätzungen von Jonas Projer, SRF-Korrespondent Brüssel
Aus Tagesschau vom 01.07.2013.
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International Abhörskandal: Wanzen selbst in Botschaften

Der US-Geheimdienst NSA überwacht offenbar auch Botschaften Frankreichs, Italiens und Griechenlands in Washington. Ein Dokument des Ex-Geheimdienstlers Edward Snowden besagt, dass dort Wanzen installiert und Kabel angezapft wurden. Der französische Staatspräsident ist empört.

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Europa reagiert brüskiert
aus Heute um Vier vom 01.07.2013.
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Die Empörung der EU-Staaten und anderer Länder dürfte nochmals um eine Stufe ansteigen. Nachdem bekannt wurde, dass der US-Geheimdienst NSA EU-Einrichtungen überwacht, kommen nun weitere bespitzelte Lokalitäten ans Tageslicht.

Laut dem britischen «Guardian» hat die NSA auch Botschaften von Frankreich, Italien und Griechenland sowie Vertretungen der UNO in Washington ausgehorcht. Dem Bericht zufolge wurden nicht nur Kabel angezapft sondern auch Wanzen installiert.

Die Zeitung beruft sich auf Dokumente des Ex-Geheimdienstlers Edward Snowden. Auf diesen sollen 38 Überwachungsziele genannt sein; darunter auch Japan, Südkorea, Indien und die Türkei.

Drähte auf höchster Ebene laufen heiss

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Ist Freunde ausspionieren normal?
aus Echo der Zeit vom 01.07.2013.
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Die Europäische Union reagiert nun auf die massiven Ausspähungen. Sie hat in allen ihren Büros weltweit eine Sicherheitsprüfung veranlasst. Kommissionspräsident José Manuel Barroso bezeichnete die Berichte über Lauschangriffe als «verstörend» und verlangte «volle Aufklärung».

Der französische Staatschef François Hollande hat die USA aufgefordert, das Ausspionieren europäischer Institutionen durch ihren Geheimdienst sofort zu stoppen. «Wir können ein solches Verhalten unter Partnern und Verbündeten nicht akzeptieren», sagte Hollande. «Wir verlangen, dass das sofort aufhört.» 

Die EU hat in der Sache US-Botschafter William Kennard einbestellt. Er soll mit EU-Spitzendiplomaten über die vermuteten Ausspähungen sprechen. Die Aussenbeauftragte Catherine Ashton traf sich zudem mit US-Aussenminister John Kerry. Über das Gespräch wurden jedoch keine Einzelheiten bekannt.

Bespitzelung «nicht unüblich»

Kerry versuchte aber die Wogen zu glätten. Er hat Kritik an den Spähprogrammen der US-Geheimdienste zurückgewiesen. Es sei «nicht unüblich», dass Staaten Informationen über andere Länder sammelten, sagte Kerry nach dem Treffen Ashton im südostasiatischen Brunei.

Am Wochenende hatte der oberste Chef der US-Geheimdienstes, James Clapper, offizielle Antworten im mutmasslichen Abhörskandal versprochen. «Die US-Regierung wird der EU angemessen über unsere diplomatischen Kanäle antworten», erklärte das Büro des Geheimdienstdirektors über die angebliche Spionage in europäischen Regierungs- und EU-Einrichtungen.

Klärung werde es auch im beidseitigen Experten-Dialog über die Geheimdienste geben, den die USA vor Wochen angekündigt hatten.

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8 Kommentare

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  • Kommentar von elize naude , zürich
    diejenige die nervös werden... wissen sicher auch warum... ich habe nichts zu verbergen und horgen auch keine gestohlene millionen oder kiloweise drogen... für was haben ihr alle so angst? schlechtes gewissen...??? neugierde über den gartenzaun ist ja nicht weit weg von spionage...
    1. Antwort von M.A. Jinnah , Bern
      Wer nichts zu verbergen hat, muss damit rechnen, dass er/sie wegen exibizionismus festgenommen wird.
    2. Antwort von Alois Wutz , Gerlafingen
      Irgendeinen Grund gibt es immer, wenn man unliebsame Mitbürger kaltstellen möchte. Lassen Sie, Frau Naude, mal einen Computerspezialisten für 10 min. mit Ihrem PC alleine... Es könnte sein, dass man Sie danach wegen Cyberkriminalität oder Pädophilie verhaftet. Das hat nichts damit zu tun, ob man Dreck am Stecken hat oder nicht. Blauäugigkeit kann in diesem Zusammenhang gefährlich werden.
  • Kommentar von Stefan Meier , Thun
    Damit ist der Legitimationsversuch der Überwachung, der "War on Terror", hinfällig. Oder haben die Taliban jetzt Terrorzellen in Brüssel? Hat Al Kaida das EU-Parlament mit Schläfern durchsetzt? Kann mir das mal einer erklären, bitte. Die Achse des Bösen sind wohl eher die USA & GB!
  • Kommentar von Hans Haller , Kölliken
    Nach dem 2. Weltkrieg kam der kalte Krieg. Jetzt kommt der Wirtschafts-& diplomatische Spionage-Krieg gegen den Terror. Jeder braucht einen bösen Feind(BöFei) und wenn's keine mehr hat, sucht man sich welche, die man ausspionieren kann. Langsam entwickeln sich die USA zu einer Art von UdSSR.
    1. Antwort von Marcel Löhrer , St. Gallen
      Weshalb so ein Geschrei - Cyber-War. Alle ftun so als sei das etwas Neues. Alle tun's. Wieso erstaunt uns das so plötzlich. Snowden bestätigt, was man wissen sollte. Ob er ein Held ist, lasse ich offen. Wir hatten einmal einen Fall Meili!