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Abzug aus Syrien Erdogan garantiert keine Sicherheit für kurdische Milizen

Legende: Video Erdogan lässt US-Sicherheitsberater Bolton abblitzen abspielen. Laufzeit 01:49 Minuten.
Aus Tagesschau vom 08.01.2019.
  • Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat US-Sicherheitsberater John Bolton in Ankara nicht empfangen.
  • Der Grund: Bolton hatte verlauten lassen, dass die USA von der Türkei Sicherheitsgarantien für die in Syrien kämpfenden Kurden wollten. Davon abhängig sei der angekündigte US-Truppenabzug.
  • Die Forderung Boltons ist für die Türkei nicht akzeptabel, wie Erdogan monierte.

«Es ist unmöglich, Boltons Botschaft zu schlucken», sagte Erdogan vor Abgeordneten seiner Partei in Ankara. Zu einem Treffen der beiden kam es nicht, jedoch traf Bolton Erdogans Sprecher Ibrahim Kalin zu Gesprächen.

Wir werden sehr bald zur Tat schreiten, um die Terrorgruppen in Syrien zu neutralisieren.
Autor: Recep Tayyip ErdoganTürkischer Präsident

Kalin sprach anschliessend von einem «produktiven Gespräch». Er bestritt aber nach dem Treffen mit Bolton, dass Erdogan im Gespräch mit Trump zugesagt habe, die Kurdenmiliz zu «schützen».

Derweil kündigte Erdogan an, bald zur Tat schreiten zu wollen, «um die Terrorgruppen in Syrien zu neutralisieren. Und weiter: «Diejenigen, die am Terrorkorridor in Syrien beteiligt sind, werden die nötige Lektion erteilt bekommen».

Schutz für YPG-Miliz

Unter anderem wollten die USA von der Türkei Sicherheitsgarantien für die kurdische YPG-Miliz, die von der Türkei als Terroristen und Bedrohung der eigenen Grenze angesehen wird. Für die USA sind die Kurdenmilizen hingegen wichtige Verbündete im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS).

US-Präsident Donald Trump hatte vor Weihnachten angekündigt, alle Truppen aus Syrien abzuziehen. Inzwischen relativierte er seine Aussagen aber bereits mehrfach.

Derweil bemühen sich US-Aussenminister Mike Pompeo und Bolton seit Tagen, die besorgten Verbündeten zu beruhigen. Pompeo will hierfür mehrere arabische Staaten besuchen.

Kurden fürchten türkischen Angriff

Die kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG) fürchten bei einem US-Abzug aus Syrien eine türkische Offensive. Erdogan droht seit Wochen mit einem neuen Angriff gegen die YPG und hat bereits die Truppen an der Grenze verstärkt.

Karte Syrien

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38 Kommentare

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  • Kommentar von M. Roe (M. Roe)
    Ich denke, dass sich die Kurden da selber helfen können. Wenn sie sich weiterhin gegen Erdogan wenden, ist das ihr Bier!
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  • Kommentar von A. Keller (eyko)
    Die türkische Militärpräsenz im Norden Syriens, in Afrin, Al-Bab, Asas und Dscharablus ‘völkerrechtlich alle Kriterien einer militärischen Besatzung erfüllt’ müsste für die ein Weckruf sein.Es ist skandalös, den Einmarsch und die Besatzung von Teilen Syriens durch den NATO-Partner Türkei entgegen aller Expertise ist als Völkerrechtsbruch zu bewerten. Das Schweigen der Europärer leistet Vorschub für die nächste Aggression Erdogans gegen die Kurden in Syrien. Völkerrechtsbrüche durchwinken? Stopp
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    1. Antwort von Konrad Schläpfer (Koni)
      Auch da wird halt mit zweierlei Ellen gemessen. Russland wird Sanktioniert weil es sich nicht aus der Krim zurück ziehen wollte, und eine Abstimmung durchführte. Die Türkei führt einen Angriffskrieg und kaum Jemand kümmert es.
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  • Kommentar von Hans Bernoulli (H.Bernoulli)
    Erdogan hat kritisiert, einige Staaten könnten mit der Ausrede, den IS in Syrien weiter bekämpfen zu wollen, sich weiter in den syrischen Angelegenheiten einmischen. Erdogan mag ein zwiesspältiges Spiel spielen, aber noch viel Verlogener und mit problematischen Absichten ist die "Assad-muss-weg-Koaltion", welche nun den Krieg verloren hat, aber immer noch versucht, mitzumischen.
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    1. Antwort von Albert Planta (Plal)
      Apropos Krieg verloren: die Russen haben ein neues Afghanistan gefunden.
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