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Öffnung in engen Grenzen
Aus Echo der Zeit vom 27.10.2019.
abspielen. Laufzeit 02:56 Minuten.
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Amazonas-Synode in Rom Eine Öffnung aber in engen Grenzen

Zuallererst ging es um den Amazonas, um die bedrohten Völker an diesem Strom, um den bedrohten Regenwald. In zweiter Linie ging es aber um etwas ganz anderes. Darum, wie die römisch-katholische Kirche auf den Priestermangel reagiert.

Denn am Amazonas fehlt es nicht nur am Schutz der natürlichen und endlichen Ressourcen, es mangelt auch an Priestern. In entlegenen Dörfern des weiten Amazonas-Beckens kommt zuweilen nur einmal im Jahr ein Priester vorbei, um die Messe zu feiern, um zu vermählen oder um zu beerdigen. Auch darum haben dort evangelikale Kirchen regen Zulauf.

Braucht es eine Reform?

Am Beispiel der Kirchgemeinden am Amazonas also hat sich die römisch-katholische Kirche die Frage gestellt, was sie dort, ganz konkret gegen den Priestermangel tun könne. Im Abschlusspapier der Synode, das gestern spätabends veröffentlicht wurde, heisst es dazu schwarz auf weiss: Auch verheiratete, im Kirchendienst bewährte Männer, sogenannte viri probati, sollen in Zukunft zu Priestern geweiht werden können.

Noch ist das nicht eine beschlossene Reform, denn die Synode verabschiedet lediglich Empfehlungen an den Papst, der dann später allein entscheidet. Aber: diese Empfehlung fiel mit 128 Ja- gegen 41 Nein-Stimmen klar und deutlich aus. Es ist darum wahrscheinlich, dass Papst Franziskus diese Empfehlung tatsächlich umsetzt und am Amazonas bald schon auch verheiratete Männer die Messe feiern.

Viele Fragen – noch ohne Antworten

Wenn das am grossen Amazonas möglich sein soll, warum dann nicht auch im ebenfalls grossen Kongo-Becken, wo auch Priestermangel herrscht? Und bald wird man sich fragen: warum nicht auch am Mississippi? Oder am Tiber, oder gar an Rhein und Aare? Und überhaupt: warum nur verheiratete Männer zulassen und nicht auch ehelose oder verheiratete Frauen? Solche Fragen werden nun auftauchen.

Antworten aber gibt es noch keine. Denn die Synode in Rom hat sich ausschliesslich zum Amazonas geäussert.

Zur Frauenfrage keine Empfehlung

Auffallend an den Empfehlungen der Synode ist, dass sie in einer anderen zentralen Frage keine Empfehlung abgibt: zur Frage nämlich, ob auch Frauen zumindest am Amazonas geweiht werden dürfen, ist im Schlusspapier nur Unverbindliches zu lesen. Und noch etwas dürfte viele römisch-katholische Frauen enttäuschen: Die Ordensfrauen, die an der Synode in Rom teilnahmen, waren zur Schlussabstimmung gar nicht zugelassen.

Unter dem Strich bleibt eine Öffnung, aber in engen Grenzen. Es muss sich nun zeigen, ob das abgelegene und dünnbesiedelte Amazonas-Gebiet trotzdem zu einer Art Laboratorium für eine wirklich grosse Reform der römisch-katholischen Kirche werden kann.

Franco Battel

Franco Battel

Italien-Korrespondent, SRF

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Franco Battel ist seit Anfang 2015 SRF-Korrespondent in Rom. Davor war er als Auslandredaktor für Italien, Mexiko, Zentralamerika, Kuba und Liechtenstein verantwortlich. Er berichtete zudem vom UNO-Sitz in Genf.

Sendebezug: SRF 4 News, 18.00 Uhr, Echo der Zeit.

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2 Kommentare

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  • Kommentar von P Gasser  (pasgas)
    Die Kat. Kirche verpasste es während Jahrzehnten ihre Ausrichtung der gesellschaftlichen Veränderungen anzupassen. Nun bleibt ihr nichts anderes mehr übrig, als Reaktionär auf Zwänge von Aussen zu reagieren. Noch wäre die Möglichkeit zu einer Veränderung da. Dieses Zeitfenster schliesst sich jedoch und wird bald für immer zu sein. Ohne Mitglieder keine Kirche. Dann ist es auch egal was die Bischöffe beschliessen, so ganz ohne Basis die dem folgen soll.
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  • Kommentar von Edi Steinlin  (Chäsli)
    Jetzt hätten sie die Chance mit dem Zölibat, der Geburtenregelung, den Frauen in der Kirche usw. etwas zu machen. Aber es wird nichts, die kath. Kirche wird im gleichen Stil weiterfahren.
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