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International Amoklauf von Newtown – geschehen ist seither wenig

Vor einem Jahr erhielt der Horror in den USA einen neuen Namen: Sandy Hook. So heisst die Schule im Ort Newtown im US-Bundesstaat Connecticut. Ein Amokläufer tötet 20 Schüler und 6 Lehrer. Seither hat es diverse Anläufe für schärfere Waffengesetze gegeben. Aber die Waffenlobby scheint mächtiger.

Legende: Video Ein Jahr nach Newtown: Kaum Umdenken beim Umgang mit Waffen abspielen. Laufzeit 02:11 Minuten.
Aus News-Clip vom 14.12.2013.

Dezember 2012: An einer Grundschule in Newtown im US-Bundesstaat Connecticut zückt ein 20-Jähriger seine Waffe. Er schiesst auf Kinder und Lehrer. 27 Menschen sterben: 20 Kinder, 6 Lehrer und der Todesschütze. Er tötet sich nach dem Blutbad selbst.

Damals sagte US-Präsident Barack Obama: «Dies ist ein Tag der Schande für Washington. Doch es ist nicht vorbei. Wir können nach wie vor einen bedeutenden Wandel herbeiführen, der die Waffengewalt reduziert.» Geschehen ist seither wenig.

Auch heute kann auf Messen oder im Internet jeder eine Waffe kaufen. Einen sogenannten Background-Check gibt es nicht, der potentielle Schütze muss keine Rechenschaft ablegen. Im April scheiterte im Parlament ein entsprechender Vorschlag, eine solche Hintergrunds-Prüfung beim Waffenkauf zur Pflicht zu machen.

Republikaner verhindern schärfere Gesetze

«Das ist eine extreme Schande», findet Carlos Soto. Der junge Mann ist der Bruder eines der Opfer von Newtown. «32‘000 Amerikaner sind seit diesem Tag im Dezember 2012 erschossen worden. Trotzdem schaffen wir es nicht wenigstens Kriminelle auszusondern.»

Dass sich in den USA auf Bundesebene bald etwas ändert, ist kaum vorstellbar, bestätigt auch John Hudak, Experte für US-Waffengesetze. Warum? «Die Kontrolle im Repräsentantenhaus haben derzeit die Republikaner. Dass hier eine Reform der Waffengesetze durchkommt, ist unwahrscheinlich. Allenfalls könnte sich etwas ändern, wenn die Demokraten in der Mehrheit wären – aber auch das ist nicht sicher.» Die Muskeln der Waffenlobby sind offenbar grösser.

In den einzelnen Bundesstaaten sind seit Newtown diverse Waffengesetze geändert worden. Allerdings: Verschärft wurden sie nur in 39 Fällen. In 70 Fällen wurde der Umgang mit Schusswaffen gelockert. Ein Affront für die Opferfamilien der Sandy-Hook-Grundschule.

«Das ist eine extreme Schande. Ein Jahr und 32‘000 Tote haben kein Umdenken bewirkt. Wäre ein Kind eines Kongressabgeordneten betroffen, würde sich wohl ganz schnell etwas ändern. Aber sie haben niemanden verloren. Sie fühlen unseren Schmerz deshalb nicht.»

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7 Kommentare

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  • Kommentar von André Piquerez, ebikon
    @wutz: 32000 Menschen sind erschossen worden - mit schärferen Waffengesetzen wäre diese Zahl ganz sicher viel tiefer...klar hat der Amokläufer die Waffen von den Eltern, aber diese hatten ja auch nur deshalb soviele Waffen im Haus weil sie überall ganz einfach Waffen ohne Kontrolle kaufen konnten, und vor allem auch gefährliche Maschinengewehre... finde die amerikanische Regierung eine Katastrophe also die Republikaner, denen es nur um die Wirtschaft geht und nicht um Leben...
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    1. Antwort von Alois Wutz, Gerlafingen
      Gemessen an der Grösse des Landes nicht extrem viel. Man darf nicht vergessen, dass die USA ein relativ junges Land ist, der Patriotismus sehr viel stärker als bei uns. Für die Amis heisst dies auch, ihre "Freiheit" mit der Waffe zu verteidigen, also erst schiessen, dann überlegen. Ein Verbot wirksam durchzusetzen wäre schlicht nicht möglich, wer die USA kennt, weiss dies. Abgesehen davon, wer Amok laufen will, findet auch mit Verbot einen Weg, sich zu bewaffnen.
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    2. Antwort von Eddy Dreier, Burgdorf
      Herr Wutz, wer zuerst schiesst und dann überlegt, gehört zweifelsfrei entwaffnet - Kultur hin oder her.
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    3. Antwort von Alois Wutz, Gerlafingen
      Ich kann Ihren Standpunkt durchaus nachvollziehen, Herr Dreyer, als Schweizer völlig normal. Die Verhältnisse in Übersee sind jedoch nicht mit hiesiegen zu vergleichen. In vielen Städten der USA gibt es Viertel, in die sich kein Gesetzeshüter verirrt, es sei denn, er ist lebensmüde. Wie wollen Sie dort eine Entwaffnung durchführen?
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    4. Antwort von Eddy Dreier, Burgdorf
      Die US-Army könnte hin und wieder auch etwas sinnvolles tun...
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  • Kommentar von Eddy Dreier, Burgdorf
    Die USA ist schlichtweg unfähig in jeder Hinsicht. Unfähig, sinnvolle Gesetze zu machen, stattdessen gibts ein Verbot, das man keine Krokodile an ein Hydranten anbinden dürfe. Die USA ist unfähig, Kriege zu gewinnen. Die Amis sind unfähig, eine Diät einzuhalten. Die Amis sind neu sogar zu unfähig, um richtig Amok zu laufen. Unfähigkeit - Nichts weiter als Unfähigkeit. Das liegt an der Hystorie. Versager, Alkoholiker, Arbeitslose und anderes Gesinde suchte dazumals ihr neues Leben in den USA.
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  • Kommentar von Alois Wutz, Gerlafingen
    Glaube nicht, dass das Problem der Amokläufe mit schärferen Waffengesetzen gelöst werden kann. Einige der jüngeren Amokläufer klauten die Waffen ja aus dem Arsenal der Eltern. Die Ursachen liegen anderswo (Vereinsamung der Gesellschaft, virtuelle Realität etc.), ein Verbot ist nur Symptombekämpfung, für Politiker aber Medienwirksamer...
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