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Attentäter von Nizza hatte Komplizen
Aus Tagesschau vom 21.07.2016.
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International Angreifer von Nizza war doch kein Einzeltäter

84 Menschen hat er vor einer Woche brutal mit einem Lastwagen überfahren und getötet. Nun wird mehr über den Attentäter von Nizza bekannt. Er hatte Komplizen, sagt die Staatsanwaltschaft. Und er habe seine Tat während mehrerer Monaten geplant.

  • Attentäter von Nizza hatte mindestens fünf Helfer
  • Die Unterstützer waren dem Geheimdienst nicht bekannt
  • Der Angreifer hatte die Tat schon Monate vorher geplant
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Staatsanwalt Molins spricht von Komplizen
Aus News-Clip vom 21.07.2016.
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Der Attentäter von Nizza hatte Unterstützung bei der Vorbereitung seines Anschlags. Zudem soll der 31-jährige Tunesier Mohamed Lahouaiej Bouhlel die Tat seit mehreren Monaten geplant haben. Das zeigen neue Erkenntnisse der Ermittlungsbehörden, wie der französische Staatsanwalt François Molins in Paris bekanntgab. Bislang hatten die Ermittler nur davon gesprochen, dass der Mann die Tat während mehrerer Tage vorbereitet habe.

Ermittlungen gegen fünf Personen

Die Staatsanwaltschaft eröffnete ein Ermittlungsverfahren gegen weitere fünf Verdächtige und beantragte für sie Untersuchungshaft. Dies wegen des Verdachts auf Beteiligung an einer terroristischen Vereinigung, Beihilfe zum Mord und Mord. Keiner der fünf war dem Geheimdienst vorher bekannt.

Zwei der Verhafteten, ein 37-jähriger Tunesier und ein 40-jähriger Franko-Tunesier, hielten sich nach Erkenntnissen der Ermittler in den Tagen vor dem Anschlag mit dem Attentäter im gemieteten 19-Tonnen-Lastwagen auf. Das bestätigen Bilder von Überwachungskameras, Handyfotos und Fingerabdrücke.

Die übrigen drei – ein weiterer Franko-Tunesier und ein albanisches Paar – sollen bei der Beschaffung der Pistole des Attentäters eine Rolle gespielt haben. In einem Keller fanden die Ermittler auch ein Sturmgewehr. Noch sei aber unklar, was mit dieser Waffe bezweckt wurde.

Handy des Attentäters ausgewertet

Laut Staatsanwalt Molins zeigt das Handy des Attentäters Bouhlels Suchverläufe und Bilder von zwei Feuerwerken und einem Konzert auf der Strandpromenade von Nizza im Sommer 2015. Der Bildfokus soll jeweils auf der Menschenmenge liegen. Auf dem Handy war offenbar auch ein Zeitungsartikel gespeichert, bei dem es um einen Mann ging, der mit einem Fahrzeug auf eine Restaurant-Terrasse gerast war.

Zum Motiv des Attentäters äusserte sich der Staatsanwalt aber nicht näher. Er verwies einzig auf eine SMS eines Verdächtigen aus dem Januar 2015, in der dieser den Anschlag auf das Satiremagazin «Charlie Hebdo» begrüsst.

Bereits am Montag hatte Molins berichtet, dass der Attentäter in jüngster Zeit ein «unbestreitbares Interesse» an der dschihadistischen Bewegung gezeigt habe. Er war den Behörden aber vor der Tat nie wegen einer extremistischen Gesinnung aufgefallen.

IS beanspruchte Tat für sich

Beim Attentat auf der Promenade des Anglais in Nizza kamen am Donnerstagabend 84 Menschen ums Leben, über 300 wurden verletzt. Bouhlel überfuhr mit einem gemieteten 19-Tonnen-Lastwagen Menschen, bevor er von Polizisten erschossen wurde.

Die Extremistenmiliz Islamischer Staat (IS) reklamierte das Attentat von Nizza für sich und erklärte, der Täter sei einer «seiner Soldaten» gewesen.

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22 Kommentare

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  • Kommentar von Kerzenmacher Boris  (zombie1969)
    Frankreich ist geschwächt und wird weiter angegriffen. Die Botschaft der Terroristen lautet: Dieser Staat kann seine Bürger nicht vor uns schützen und ist hilflos und schwach. Diese verheerende Erkenntnis wird sich in die Stimmung des Landes und in künftige Wahlergebnisse hineinfressen wie Säure, das ist das Kalkül der Drahtzieher hinter dem Terroranschlag. Im April nächsten Jahres bei den Präsidentschaftswahlen dürfte der Front National (FN) daher enorm zulegen.
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    1. Antwort von Kerzenmacher Boris  (zombie1969)
      Doch auch der FN wird die Angriffe nicht stoppen können. Die Regierung wird in der Folge zu Überreaktionen verleitet, die jetzt schon uneinige Nation zusätzlich gespalten. 2) Die Folgen: Man wird offene Grenzen in Frage stellen, das Leben wird sich radikal verändern und die Bürger werden dem Staat nicht mehr vertrauen, weil sie auch in ihrem sich in eine Festung verwandelnden Land keine Sicherheit mehr finden. Das übrige Europa wird in der Zwischenzeit genauso wenig verschont bleiben.
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  • Kommentar von Christian Szabo  (C. Szabo)
    Die Tat deutet auf Vorbereitung hin. Gezielt wurde dadurch ein maximaler Schaden angerichtet. Die ungenügende Absperrung machte die Ausführung des Anschlags leicht. Die Strategie war in ihrer Einfachheit gut überlegt. Eine Unterstützung durch Helfer wäre daher nicht unwahrscheinlich. Den Täter kann man ja nicht mehr befragen.
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  • Kommentar von Astrid Meier  (Swissmiss)
    Das ist doch ein guter Grund, um den Ausnahmezustand nochmal zu verlängern. Und der illegale Auslandeinsatz der französischen Armee in Libyen geht auch unter. Nur wieso braucht es so intensive Planung, und Komplizen, um einen Lieferwagen zu mieten und anlässlich eines Volksfestes in die Menge zu steuern?
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    1. Antwort von Pascal Gienger  (Pascal Gienger)
      Weil man die Waffen benötigt hat und auch der LKW musste umgebaut werden (schusssichere Scheibe vorne). Und da man den LKW nicht monatelang mietet muss das alles geplant gewesen sein.
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