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Angriff auf Militärparade Soldaten, Frauen, Kinder: Mindestens 29 Tote bei Anschlag im Iran

Legende: Video Angriff auf Militärparade in Iran abspielen. Laufzeit 01:41 Minuten.
Aus Tagesschau vom 22.09.2018.
  • Bei einem Angriff auf eine Militärparaden in der Stadt Ahvaz im Südwesten des Iran sind mindestens 29 Menschen getötet worden.
  • Mehr als 60 weitere Personen wurden verletzt.
  • Im Iran wird jährlich am 22. September mit Militärparaden an den Beginn des Kriegs mit dem Irak von 1980 bis 1988 erinnert.

Unter den toten «Märtyrern» seien auch Frauen und Kinder, meldete die amtliche Nachrichtenagentur Irna. Die Zahl der Todesopfer könne weiter ansteigen, da viele der 60 Verletzten in Lebensgefahr schwebten.

Attentate sind eher seltene Ereignisse in Iran

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Ahvaz liegt in der mehrheitlich von Arabern bewohnten Provinz Chusestan an der Grenze zum Irak. Weiter nördlich kommt es immer wieder zu Angriffen kurdischer Rebellen auf Militärpatrouillen. So wurden am 20. Juli mindestens zehn Mitglieder der Revolutionsgarden bei einem Rebellenangriff auf einen iranischen Militärposten im Dorf Dari an der Grenze zum Irak getötet.

Im Juni 2017 waren bei einem Angriff auf das Parlament und das Mausoleum von Ayatollah Khomeini in Teheran 18 Menschen getötet und dutzende weitere verletzt worden. Noch während des Angriffs bekannte sich die Terrormiliz IS zu der Tat. Bis dahin war der mehrheitlich schiitische Iran von Anschlägen der sunnitischen IS-Miliz verschont geblieben.

Der Anschlag ereignete sich am Morgen in der 1,3-Millionen-Stadt. Laut Berichten schossen Unbekannte von einem Park aus auf eine Gruppe von Revolutionsgarden. Anschliessend versuchten sie, auch auf die Tribüne für offizielle Besucher zu feuern.

Über das Schicksal der vier Schützen gibt es unterschiedliche Berichte. Zunächst hiess es, zwei seien erschossen und zwei verhaftet worden. Das Staatsfernsehen berichtet nun, dass alle vier getötet worden seien.

Teheran weist USA die Schuld zu

Teheran machte ein von den USA «unterstütztes Regime» für den Angriff verantwortlich. Aussenminister Mohammed Javad Zarif schrieb via Twitter, «regionale Terror-Sponsoren und ihre US-Herren» seien für den Angriff verantwortlich. «Der Iran wird schnell und entschieden zur Verteidigung iranischer Leben antworten.»

Die Revolutionsgarden machten von Saudi-Arabien finanzierte «Terroristen» für den Angriff verantwortlich. Bei den Schützen handle es sich um Mitglieder einer sunnitischen Separatistengruppe namens «Al-Ahwasieh», die auch der Terrormiliz IS nahestehe. Die Gruppe hat in der Zwischenzeit auch die Verantwortung für den Angriff übernommen. Für die sunnitische IS-Miliz ist der schiitische Iran ein Erzfeind.

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16 Kommentare

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  • Kommentar von Hans Haller (panasawan)
    So du mir, so ich dir...! - Es scheint nun auch so zu sein, dass sich das Blatt gewendet hat und der Iran das zurück bekommt, was er selber zig-Jahre lang selber gemacht hat. - Wie heisst es doch so schön: "Man bekämpft den Feind mit seinen eigenen Waffen."
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  • Kommentar von Bendicht Häberli (bendicht.haeberli)
    Hätte gern eine Begründung, warum mein Kommentar nicht veröffentlicht wurde. Vielen Dank und beste Grüsse. Bendicht Häberli.
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    1. Antwort von SRF News
      Vielen Dank für den Hinweis. Wir haben den Kommentar nochmals angeschaut und nun veröffentlicht. Ihr SRF News Team
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  • Kommentar von Beat Kessler (KLERUS)
    Mit solchen Methoden hat die USA schon den demokratisch gewählten Präsidenten Mossadegh gestürzt. Würde mich also nicht überraschen, wenn die USA auch ihr ihre von Blut getränkten Finger im Spiel hätten!
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    1. Antwort von Peter Imber (Wasserfall)
      Herr Kessler, es gibt überhaupt keine Beweise, dass die USA in diesem Fall ihre Finger im Spiel hatten. Aber einfach mal eine Behauptung unterstützen und das Gerücht weiter verbreiten. Wäre RU betroffen, würde man sagen, und wieder so Ei Gerücht, ohne irgendwelche Beweise. USA-Bashing ist genau so verbreitet wie RU-Bashing.
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    2. Antwort von m. mitulla (m.mitulla)
      @Wasserfall. Ich empfehle Ihnen, einmal "Operation Ajax" zu googeln. Daraus können Sie entnehmen, dass der Plan dazu am 1. Juli 1953 vom britischen Premierminister Churchill und am 11. Juli 1953 vom US- Präsidenten Eisenhower genehmigt worden ist. Von den beiden Regierungen war ein Budget von $ 285.000 bereitgestellt worden. Die ehemals geheim gehaltenen Akten sind seit 2013 öffentlich zugänglich. Seither sind solche "Aktionen" mehrmals durchgeführt worden.
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    3. Antwort von Hans Bernoulli (H.Bernoulli)
      @ P. Imber: In dem Falle, bleibt die Schuld der USA eine Vermutung. Diese ist aber nicht aus der Luft gegriffen. 1. Mächtige US-Kreise (Neocons, Israellobby u.a.) wollen im Iran ein Regime-Change (siehe auch Wesley Clark, "7Länder in 5 Jahren". 2. Solch eine Gewaltanwendung wurde seit Jahrzehnten immer wieder von der CIA angewendet um eine Regierung zu stürzen (Iran, Syrien Ukraine usw.). Ist also ein bekanntes Muster. 3. Wie haben die USA bis jetzt reagiert?
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