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Angriff auf Saudi-Arabien «Man sollte die Huthis nicht unterschätzen»

Die mit dem Iran verbündete jemenitische Huthi-Miliz hat Saudi-Arabien aus der Luft angegriffen. Offenbar gehe es dabei unter anderem darum, vom Chaos im Jemen abzulenken, sagt der Nahost-Experte Jens Heibach vom Giga-Institut.

Jens Heibach

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Jens Heibach ist Nahost-Experte beim deutschen Giga-Institut.

SRF News: Warum haben die Huthis gerade jetzt Saudi-Arabien beschossen?

Jens Heibach: Die Huthis wollen wohl Druck auf Saudi-Arabien ausüben. Die humanitäre Situation im Jemen ist katastrophal, und die Huthis stehen unter enormem Druck. Offenbar versuchen sie jetzt, diesen Druck quasi nach aussen weiterzugeben – in Richtung Saudi-Arabien.

Man muss wissen: 2023 standen die Huthis und die Saudis kurz vor einem Abkommen, das für die Huthis sehr vorteilhaft gewesen wäre. Jetzt versuchen sie mit dem Druck auf die Saudis, dass es womöglich doch noch zu dem Abkommen kommt.

Raketen auf Saudi-Arabien

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Die von Saudi-Arabien geführte Militärkoalition gegen die Huthis hat nach eigenen Angaben am Montagabend ballistische Raketen abgefangen, die von der Huthi-Miliz im Jemen abgeschossen worden sein sollen. Sie wurden einem Sprecher der Koalition zufolge auf die südliche Region Saudi-Arabiens abgefeuert.

In der jemenitischen Hauptstadt Sanaa hatte es am frühen Montagnachmittag Luftangriffe auf den Flughafen gegeben. Die Huthis warfen Saudi-Arabien vor, diese durchgeführt zu haben und drohten mit Vergeltung. Die jemenitische Regierung ihrerseits reklamierte die Angriffe auf den Flughafen von Sanaa für sich. Damit wollte sie die Landung eines Flugzeugs aus dem Iran verhindern.

Die international anerkannte jemenitische Regierung, die von Saudi-Arabien und anderen Golfstaaten unterstützt wird, hat ihren Sitz in Aden im Süden des Landes. (sda)

Geraten die Huthis nicht selbst noch mehr unter Druck, wenn die Saudis sie jetzt angreifen?

Schon. Aber die Huthis im Jemen haben in der Vergangenheit immer wieder gezeigt, dass sie solche Angriffe sehr gut aushalten können. So haben die USA die Huthis im Frühjahr 2025 bekanntlich während fünf Wochen massiv bombardiert, nachdem diese immer wieder Handelsschiffe im Roten Meer angegriffen hatten. Sie überstanden diese Angriffswellen, ohne an Macht im Land einzubüssen.

Inwieweit werden die Huthis noch vom Iran unterstützt?

Man kann davon ausgehen, dass sie Waffen aus dem Iran erhalten – auf sehr ausgefeilten Wegen. Es gibt dazu viele Landwege, aber auch übers Meer werden Waffen geliefert. Dies passiert etwa über das Horn von Afrika, Somalia oder immer häufiger über den Sudan und Eritrea.

Inzwischen exportieren die Huthis selber Waffen, etwa in die Konfliktgebiete am Horn von Afrika.

Allerdings hat sich die Qualität der Waffenlieferungen in den letzten Jahren stark verändert. Anstatt fertiger Waffensysteme werden jetzt vor allem Komponenten geliefert, welche die Huthis zu eigenen Waffensystemen ausbauen. Und mittlerweile sind sie in vielerlei Hinsicht auch unabhängig vom Iran. Inzwischen exportieren die Huthis selber Waffen, etwa in die Konfliktgebiete am Horn von Afrika.

Welche Bedeutung haben die Huthis noch im Nahostkonflikt?

Man sollte sie nicht unterschätzen. Die Israelis etwa – sie wurden während des Gaza-Kriegs mehrmals mit Raketen der Huthis aus dem Jemen angegriffen – tun das explizit nicht. Sie haben die Huthis als eine Gefahr für Israel erkannt und der Geheimdienst baut jetzt neue Kapazitäten auf, die mittel- und langfristig wirken sollen.

Das hat natürlich auch etwas mit den Waffensystemen der Huthis zu tun, die immer ausgefeilter werden und immer weiter entfernte Ziele erreichen können. Zudem sitzen die Huthis an einer geostrategisch enorm wichtigen Stelle, mit der sie die Entwicklung in der gesamten Region beeinflussen können – und darüber hinaus, wie wir 2023 und 2024 gesehen haben.

Das Gespräch führte Daniel Hofer.

Rendez-vous, 14.7.2026, 12:30 Uhr ; 

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