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Nach Ausbruch riegelt Peking Quartiere ab
Aus Tagesschau vom 13.06.2020.
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Angst vor neuer Virus-Welle Nach Ausbruch: Peking im verordneten «Kriegszustand»

  • In China wächst die Furcht vor einem erneuten grösseren Ausbruch des Coronavirus.
  • Dutzende neue Fälle gehen auf Ansteckungen auf einem riesigen Markt in Peking zurück.
  • Bei einem Krisentreffen sind die Behörden der chinesischen Hauptstadt aufgefordert worden, in den «Kriegszustand» zu gehen.

Seit Freitag sind auf einem riesigen Grossmarkt in Peking Dutzende Neuansteckungen festgestellt worden. Über diesen Markt wird der grösste Teil der frischen Nahrungsmittel für die mehr als 20 Millionen Einwohner Pekings geliefert wird.

Ein Markt so gross wie 150 Fussballfelder

Ein Markt so gross wie 150 Fussballfelder
Legende:Reuters

Der Xinfadi-Markt im südwestlichen Stadtviertel Fengtai liefert rund 90 Prozent des Gemüses und Obsts der Hauptstadt. Er ist der grösste in Peking und hat eine Fläche von 112 Hektar –umgerechnet rund 150 Fussballfelder.

Das neu entdeckte Virus ist nach einer vorläufigen Sequenzierung des Genstamms anders als der Typ, der das Land vorher heimgesucht hat. Dies berichtet Zeng Guang, Epidemiologe des Gesundheitsamtes, nach Angaben der «Global Times».

Die Ergebnisse sollen mit Analysen aus anderen Länder verglichen werden, um die Herkunft zu ermitteln. Das Virus wurde bis zu einem Hackbrett auf dem Xinfadi-Grossmarkt zurückverfolgt, auf dem importierter Lachs verarbeitet worden war. China importiert Lachs aus mehreren Ländern wie Norwegen, Chile, Australien, Kanada und von den Färöer-Inseln.

Flächendeckende Tests geplant

China hatte die Lungenkrankheit Covid-19 schon weitgehend im Griff. Die nationale Gesundheitskommission meldete aber allein am Samstag landesweit 57 bestätigte Infektionen. Es ist die höchste Zahl seit April. 36 wurden allein in Peking festgestellt, davon 27 in Verbindung mit dem Markt. Es ist nun geplant, rund 10'000 Händler und Mitarbeitende auf das Virus zu testen. Bei ersten 500 Tests wurden am Samstag schon 45 Infektionen entdeckt, die zunächst aber als asymptomatisch eingestuft wurden und damit nicht in der landesweiten Statistik aufgeführt werden.

Nach der Schliessung soll der Markt «gründlich» desinfiziert werden. Im Umfeld wurden elf Wohnviertel abgeriegelt, sowie neun Kindergärten und Grundschulen geschlossen, ebenso sechs weitere Märkte. Experten warnten, dass die Versorgung der Hauptstadt mit Lebensmitteln beeinträchtigt werden dürfte.

Auch diesmal ein Markt im Fokus

Seit Wochen meldet China täglich nur noch eine Handvoll Infektionen – meist unter heimkehrenden Chinesen aus dem Ausland. Insgesamt sind in China mehr als 83'000 Corona-Infektionen offiziell bestätigt. 4634 Menschen starben. Nach dem neuen Ausbruch auf dem Markt wurden in Peking sofort wieder alle Vorsichtsmassnahmen verschärft. Die Hauptstadt war schon seit Beginn der Pandemie in Wuhan in Zentralchina vor einem halben Jahr besonders geschützt und stärker als andere Städte vom Rest des Landes abgeschottet worden. Die Sicherheitsvorkehrungen waren gerade erst gelockert worden.

Schon in Wuhan wurde ein Markt mit Meeresfrüchten, wo auch wilde Tiere verkauft worden waren, als möglicher Ursprung des Ausbruchs der Lungenkrankheit Covid-19 verdächtigt, die sich seither in der ganzen Welt ausbreitet. Mehr als sieben Millionen Infektionen sind weltweit gezählt worden, mehr als 420 000 Menschen sind gestorben.

SRF 4 News, 12:30 Uhr, 14.06.2020;

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44 Kommentare

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  • Kommentar von Beppie Hermann  (Eine rechte Grüne)
    "Im Umfeld wurden elf Wohnviertel abgeriegelt..." Laut Medienberichten aus GB+USA verschweisst die Polizei in Wuhan Haustüren. In soz.Medien kursieren Videos, auf denen Türen zugenagelt, verriegelt od.verschweisst werden. Menschenrechtsaktivist Chen Guangcheng schreibt in der “Washington Post”, Kranke werden daran gehindert, ihre Häuser zu verlassen. So viel zu Polizeigewalt. Schwerkranke, zahlungsunfähige Patienten werden von Spitälern abgewiesen, gingen im Todesfall nicht in die Statistik ein.
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    1. Antwort von Willi Meier  (wm)
      Man muss nicht alles glauben, was man so liest ...
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  • Kommentar von Alois Keller  (eyko)
    Nerze, Rinder, Füchse, aber auch Hunde, Katzen und Exoten wie Krokodile leiden in genau dieser Sekunde für triviale Interessen des Menschen. Sie werden in engen Käfigen gehalten, die Haut wird ihnen (teilweise bei lebendem Leib!) abgezogen, die Federn oder das Fell werden ihnen ausgerissen. Auch der aktuelle Ausbruch der Pandemie hängt mit diesem Thema zusammen – denn die Entstehung von Zoonosen wie COVID-19. Die Gesundheit der Menschen ist in Gefahr, weitere Epidemien folgen und Tiere leiden.
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    1. Antwort von Flurin Herkommer  (Flurin H)
      Was unterscheidet das Leid der Tiere auf einem Markt in China vom Leid der Hühner, Schweine und Rinder die wir hier in der Schweiz zu tausenden essen und die zumeist unter ebenso unwürdigen Umständen gehalten werden?
      Wenn Sie sich also für die Interessen der Tiere auf chinesischen Märkten einsetzen, sollten Sie auch so konsequent sein und sich auch für das Leid der Tiere einsetzen, von denen wir denken sie seien lediglich „Nutztiere“ und deren Leid zu unbedeutend um gehört zu werden.
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    2. Antwort von Lilian Albis  (...)
      Herr Herkommer, sie haben recht. Aber Herr Keller prangert garantiert die weltweiten Zustände der Tierzucht an. Er schreibt immer wieder zu diesm Thema, und nie nur auf China bezogen. Das wirkt nur so, wenn man nur diesen einzelnen Post kennt.
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  • Kommentar von Andrew Simon  (A. Simon)
    Ob die das Virus auch so genau hätten zurückverfolgen können, wenn es NICHT von importiertem Lachs gekommen wäre, sondern von irgend einem heimischen Fleischerzeugnis?
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