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International Anschlag in Ankara: Kurdische Gruppe TAK bekennt sich

Die kurdische Extremistengruppe TAK hat sich zu dem tödlichen Anschlag auf ein Militär-Konvoi bekannt. Das teilte die Gruppe auf ihrer Webseite mit. Der Angriff sei eine Reaktion auf die Politik des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan.

Feuerwehrmänner und ausgebrannter Bus.
Legende: Bei dem Anschlag auf den Armee-Konvoi im Regierungsviertel Cankaya wurden 27 Soldaten und ein Regierungsbeamter getötet. Keystone

Die aus der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK hervorgegangene militante Splittergruppe Freiheitsfalken Kurdistans (TAK) hat sich zu dem Anschlag in Ankara bekannt. «Wir haben im Herzen des faschistischen türkischen Staates in Ankara zugeschlagen», teilte die Gruppe auf ihrer Homepage mit.

Bei dem Selbstmordattentäter habe es sich um einen TAK-Kämpfer aus der osttürkischen Stadt Van gehandelt.

Die TAK kündigte weitere Anschläge auch in Touristengebieten an und warnte Urlauber davor, in die Türkei zu reisen.

Regierung sieht andere Täterschaft

Ein Selbstmordattentäter hatte einen Sprengsatz in seinem Auto am Mittwochabend im Regierungsviertel von Ankara neben mehreren Armeebussen gezündet, die an einer Ampel warteten. 28 Menschen kamen ums Leben.

Mit ihrem Bekenntnis widerspricht die TAK der türkischen Regierung, die die syrische Kurdenmilizen der YPG für den Anschlag verantwortlich machte. Ministerpräsident Ahmet Davutoglu hatte gesagt, bei dem Attentäter habe es sich um einen YPG-Kämpfer aus Nordsyrien gehandelt, der 1992 geboren worden sei.

Die YPG hat jede Beteiligung an dem Anschlag zurückgewiesen und die Anschuldigungen einen Vorwand der Türkei für einen Einmarsch in Nordsyrien genannt.

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3 Kommentare

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  • Kommentar von Beatrice Fiechter (thea)
    Mir tut leid, dass ich Erdogans Fairness angezweifelt hatte und dachte, die nachgewiesene Täterschaft könnte auch fingiert sein. Keine noch so grosse Ungerechtigkeit erlaubt und entschuldigt aber einen so feigen Hinterhalt und Gräueltat. Zudem nimmt jeder Attentäter in Kauf, dass viele Unschuldige mit zu Schaden kommen. Solche Handlungen sind unfassbar, grauenhaft,egoistisch, brutal und dumm-denn es wird nur Gegengewalt erreicht, die wieder die falsche, nämlich die Zivilbevölkerung trifft.
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    1. Antwort von Cherubina Müller (Republic of Lakotah)
      Ihr Bauchgefühl war schon richtig, Erdogan wollte den Anschlag, mit fingierten Beweismitteln, den syrischen Kurden in die Schuhe schieben um einen Kriegsgrund zu haben. Jedes zweite Wort des Möchtegern - Sultans erweist sich mittlerweile als Lüge; 2008 hat er übrigens beim gemeinsamen Urlaub der Familien Erdogan / Assad in Bodrum, den Assad als seinen Bruder bezeichnet, heute versuchte er ihn für den Anschlag verantwortlich zu machen.
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    2. Antwort von Christian Szabo (C. Szabo)
      Sie vergessen, dass Kurden bereits viele Epochen von den Türken diskriminiert werden. Fast jeder Widerstand hat seinen Grund. Terrorakte verursachen großes Leid unter der Bevölkerung. Diese Gruppen würden sicher lieber direkt Erdogan den Hals umdrehen. Doch das ist sehr schwer umzusetzen. Prinzipiell bin ich bei Terrorakten misstrauisch, die nur auf normale Menschen abzielen. Darunter sind manche false flag Operationen, um perfide politische Ziele zu erreichen.
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