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Antisemitische Terror-Attacke Staatsanwaltschaft will Todesstrafe gegen mutmasslichen Schützen

Legende: Video Elf Tote bei Angriff auf US-Synagoge abspielen. Laufzeit 02:50 Minuten.
Aus Tagesschau Spätausgabe Wochenende vom 27.10.2018.
  • In einer Synagoge in der US-Stadt Pittsburgh hat ein Bewaffneter um sich geschossen und dabei elf Menschen getötet sowie sechs weitere verletzt.
  • Das US-Justizministerium strebt die Todesstrafe für den mutmasslichen Täter an. Er werde wegen antisemitisch motivierter Verbrechen angeklagt.
  • Die Bundesstaatsanwaltschaft erhob noch in der Nacht Anklage in insgesamt 29 Punkten gegen den Mann.

Der 46-Jährige Angreifer eröffnete das Feuer während einer Zeremonie zur Namensgebung für ein Baby am Sabbat-Tag in der «Tree-of-Life»-Synagoge. Dabei soll er laut Medienberichten «Alle Juden müssen sterben!» gebrüllt haben. Die Behörden gehen von einer antisemitisch motivierten Tat aus. Nach seiner Festnahme wurde er ins Spital eingeliefert.

Waffen legal bekommen

Nach Angaben der Behörden war er mit einem Sturmgewehr und mindestens drei Handgranaten bewaffnet. Nach ersten Erkenntnissen besass er sie legal.

«Es ist sehr schlimm», sagte Wendell Hissrich, Direktor für Öffentliche Sicherheit der Stadt Pittsburgh. «Ich habe viel gesehen, auch Flugzeugabstürze», betonte er. «Die Szenen in der Synagoge gehörten zu den schlimmsten.» Hissrich sprach ebenfalls von einem Hassverbrechen. Bei vier der sechs Verletzten soll es sich um Polizisten handeln.

Verfasser von antisemitischen Botschaften

Nach Medienberichten soll der mutmassliche Täter auch Verfasser einer Serie von antisemitischen Botschaften sein, die in den Online-Netzwerken veröffentlicht wurden – eine davon nur wenige Stunden vor dem Angriff auf die Synagoge.

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Legende: SRF

Die «Tree-of-Life»-Synagoge gilt als ein konservatives jüdisches Gotteshaus, sagte der Präsident der jüdischen Gemeinde im Grossraum Pittsburgh, Jeff Finkelstein. Normalerweise finden sich dort am Samstagmorgen rund 50 bis 60 Gläubige ein. Finkelstein zeigte sich erschüttert: «So etwas sollte nicht passieren, nicht in einer Synagoge, nicht in unserem Viertel.»

Der Angriff sei «wahrscheinlich» der tödlichste antisemitische Anschlag der US-Geschichte, teilte die auf Beobachtung und Bekämpfung des Antisemitismus spezialisierten US-Organisation Anti-Defamation League (ADL) mit.

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74 Kommentare

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  • Kommentar von Peter Imber (Wasserfall)
    Schreckliche Tat! Aber wurden bei den letzten Massakern an Schulen auch die Todesstrafe für die überlebenden Täter verlangt? Das Strafmass müsste doch unabhängig von den Art der Opfer gleichsngesetzt werden. Macht für mich auch keinen Unterschied, ob Menschen beim Lernen in der Schule oder beim Beten in der Kirche ermordet werden. Oder sehe ich das falsch?
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  • Kommentar von Harald Buchmann (Harald_Buchmann)
    Was sagt benannter Finkelstein zu getöteten Palästinensern?
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    1. Antwort von Bendicht Mühlethaler (Rhenus)
      @H.Buchmann: Die Palästinenser werden im bewaffneten Konflikt getötet, und jeder Tote ist einer zuviel. Aber sie lassen sich nicht aufrechnen gegen die Opfer der Attacke in Pittsburgh. Es gibt keine Rechtfertigung dieser grauenhaften Tat. Angebliche Gründe für Antisemitismus werden gern etwas dezent vorgebracht. Das ist darum nicht weniger beschämend.
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  • Kommentar von Marti Müller (marchman)
    @ipool:"Einzelfall? Wie war das doch gleich mit dem Ku-Klux-Klan? Etwas realistischere Fakten würde helfen. Zudem sind die USA Rekordhalter bei den Kriegsopfern nach dem Krieg" 1. KKK wurde von Demokraten gegründet und würde ich nicht als politische Vereinigung bezeichnen. 2.Wollen wir jetzt noch alle kom. Morde aufzählen? Das bringt doch nichts..
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    1. Antwort von Steff Stemmer (Steff)
      @Müller, "Am 24. Dezember 1865 gründeten sechs Südstaaten-Offiziere den Ku Klux Klan. Die Kapuzenmänner verbreiteten schon bald Angst und Schrecken." Ob das noch etwas mit den Demokraten heute zu tun haben soll, ist eine andere Frage? Tatache ist aber dass der KKK anfangs des 20igsten Jahrhunderts sehr wohl politisch aktiv waren, nebst den Farbigen kämpften sie auch gegen Katholiken und Juden! Heute hat der KKK an Bedeutung verloren, viele Splittergruppen verbinden sich mit Nazigruppen!
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