Anwaltsstreik verzögert Prozess gegen «Costa Concordia»-Kapitän

Anderthalb Jahre nach der Havarie der «Costa Concordia» soll der Prozess gegen Unglückskapitän Francesco Schettino beginnen. Doch der Auftakt droht zu platzen. Schuld ist ein Streik in Italien. Bis ein rechtskräftiges Urteil vorliegt, können Jahre vergehen.

Die Bergung der «Costa Concordia» – ein Mammutprojekt

Just zum planmässigen Beginn des Prozess gegen Kapitän Schettino wollen Italiens Anwälte streiken. Der für heute vorgesehene Abschluss der Voranhörung wurde auf den 20 Juli verschoben. Am Dienstag sollte das Gericht im toskanischen Grosseto entscheiden, ob das Verfahren gegen Schettino wie geplant beginnt oder auf den 17 Juli verschoben wird.

Fahrlässige Tötung und Körperverletzung

Die Anwälte in Italien wollen noch bis zum 16. Juli streiken. Sie sind über die Justizreformen erzürnt. Wenn auch die in den Prozess involvierten Anwälte streiken, könnte der Prozess um die Havarie der «Costa Concordia» erst danach beginnen.

Die Staatsanwaltschaft wirft Kapitän Schettino etwa fahrlässige Tötung, Körperverletzung und Havarie vor.

Doch nicht nur der Streik der italienischen Anwälte könnte zu einer Verzögerung des Prozesses führen. Weitere Termine könnten dann nach der Sommerpause im Herbst folgen. Dadurch könnte sich das Verfahren über mehrere Monate hinziehen. Ausserdem: Nach einem möglichen erstinstanzlichen Urteil ist auch eine Berufung möglich. So können bis zu einem rechtskräftigen Urteil Jahre vergehen. Beim Unglück vor der italienischen Insel Giglio im Januar 2012 starben 32 Menschen.