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«ARA San Juan» Verschollenes argentinisches U-Boot geortet

Legende: Video Das ist die ARA San Juan (Spanisch) abspielen. Laufzeit 00:28 Minuten.
Aus News-Clip vom 17.11.2018.
  • Die private US-Firma Ocean Infinity soll die «ARA San Juan» im Meer geortet, teilt die argentinische Armee mit.
  • Das U-Boot sei in 800 Metern Tiefe entdeckt worden.
  • Es liege in Gewässern nahe der Halbinsel Valdés südlich von Buenos Aires.
  • Für die Suche war auch ein Tauchroboter eingesetzt worden.

«Das Verteidigungsministerium und die Marine informieren, dass die ARA San Juan nach der Untersuchung der Stelle No. 24 mit einer Unterwasserdrohne in 800 Meter Tiefe positiv identifiziert worden ist», schreibt die Marine auf Twitter.

Das Wrack sei nun etwa 460 Kilometer vor dem Golf von San Jorge und südlich von Mar del Plata entdeckt worden, wie die Zeitung «La Nación» berichtete. Dort war bisher bei der Suche nichts gefunden worden. Allerdings hatten die Angehörigen der vermissten Seeleute darauf gedrängt, an dieser Stelle noch einmal zu suchen.

Karte.
Legende: Die Fundstelle des Wracks im Atlantik. SRF

Am Donnerstag hatte sich das Verschwinden des U-Boots das erste Mal gejährt. In einer Ansprache an die Hinterbliebenen der Crewmitglieder sagte der argentinische Präsident Mauricio Macri, die Familien seien nicht allein. Das Land fühle sich verpflichtet, «die Wahrheit» rund um den Vorfall herauszufinden.

«Ab heute wird sich ein Teil der Wunde schliessen», sagte Isabel Polo, die Schwester eines Seemanns im Fernsehen. Jorge Villarreal, der Vater eines weiteren Besatzungsmitglieds, sagte: «Jetzt wissen wir, wo unsere Kinder sind. Wir wollen ihnen den Abschied bereiten, den sie verdienen. So können wir Frieden finden.»

Funkstille und dann eine Explosion

Die «ARA San Juan» war am 15. November 2017 mit 44 Seeleuten an Bord auf der Fahrt von Ushuaia im äussersten Süden Argentiniens nach Mar del Plata verschwunden. Zuvor hatte es technische Probleme an Bord gegeben. Zudem wurde in der Nähe der letzten bekannten Position des U-Boots eine Explosion registriert.

Die argentinische Marine hatte die Suche nach dem Wrack, an der sich zunächst 13 Länder beteiligten, aus Kostengründen nach einigen Wochen eingestellt.

Die Familien aber wollen ihre Angehörigen beerdigen und fordern eine umfassende Aufklärung des Unglück. «Wir wollen, dass das U-Boot an die Oberfläche geholt wird. Wir wollen die Wahrheit wissen und die Justiz soll klären, wer dafür bezahlen muss», sagte Juan Aramayo, der Vater eines weiteren Besatzungsmitglieds.

Millionen-Belohnung ausgesetzt

Im Februar lobte das argentinische Verteidigungsministerium eine Belohnung von fünf Millionen Dollar für nützliche Hinweise auf den Verbleib der «San Juan» aus.

Auf Suchen im Meer spezialisiert

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Das Schiff «Seabed Constructor» der Firma ist mit Unterwasserkameras ausgerüstet, die in einer Tiefe von bis zu 6000 Metern den Meeresboden absuchen können. Ocean Infinity war im Januar bereits von Malaysia mit einer neuen Suche nach Flug MH370 im südlichen Indischen Ozean beauftragt worden – sie blieb allerdings vergeblich.

Im September schliesslich teilte das Ministerium mit, dass die Suche wieder aufgenommen und von der US-Firma Ocean Infinity übernommen werde. Die US-Firma war bereits kurz davor, die Suche abzubrechen, weil die vertraglich festgelegten 60 Arbeitstage beinahe ausgeschöpft waren. Für den Fund des U-Boots soll Ocean Infinity nun 7,5 Millionen US-Dollar erhalten.

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1 Kommentar

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  • Kommentar von Charles Dupond (Egalite)
    Wie die Kopfgeldjagd auf gefaehrliche Banden- oder Seriengewaltverbrecher einer der wenigen intelligenten Einsaetze privater Gewinnsucht zur Erledigung staatlicher Aufgaben. Caesch nur bei Erfolg, mit klaren gesetzlichen, auslobenden und vertraglichen Vorschriften zur Schonung von Buerger, Volk und Staat....
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