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Urteil in Luxemburg Arbeitgeber dürfen Kopftuch verbieten

Der Europäische Gerichtshof erlaubt Arbeitgebern das Verbot von Kopftüchern – allerdings nur unter bestimmten Umständen.

Legende: Video Kopftuchverbot unter Umständen zulässig abspielen. Laufzeit 00:23 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 14.03.2017.
  • Arbeitgeber können das Tragen eines Kopftuchs untersagen, wenn weltanschauliche Zeichen generell in der Firma verboten sind und wenn es gute Gründe gibt. Das entschied der Europäische Gerichtshof in Luxemburg.
  • Mehrere muslimische Frauen hatten geklagt, weil sie wegen des Tragens von Kopftüchern ihren Job verloren hatten.

In Belgien war die Rezeptionistin Samira A. nach drei Jahren Arbeit in einem Sicherheitsunternehmen entlassen worden, als sie ankündigte, das Kopftuch künftig auch während der Arbeitszeit tragen zu wollen. Das widersprach jedoch der internen Arbeitsordnung, die sichtbare Zeichen von «politischen, philosophischen oder religiösen Überzeugungen» nicht erlaubte.

Kopftuchverbot nicht a priori eine Diskriminierung

Unter diesen Umständen stelle ein Kopftuchverbot keine unmittelbare Diskriminierung dar, erklärten die Luxemburger Richter. Allerdings könne es um «mittelbare Diskriminierung» gehen, also eine Regelung, die Personen mit einer bestimmten Religion oder Weltanschauung besonders benachteiligt. Dies könne jedoch gerechtfertigt sein, etwa um politische, philosophische oder religiöse Neutralität gegenüber Kunden zu wahren. Relevant sei auch, ob die Regelung nur Angestellte mit Kundenkontakt betrifft.

Etwas unklarer ist der Fall aus Frankreich. Asma B. verlor ihren Job als Software-Designerin bei einem Unternehmen, nachdem ein Kunde sich beschwert hatte, weil sie mit Kopftuch arbeitete. Hier sei unter anderem nicht klar, ob das Tragen des Tuchs gegen unternehmensinterne Regelungen verstosse, so die Richter.

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54 Kommentare

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  • Kommentar von Beatrice Mayer (signorinetta)
    @E.Waeden viele moderne Feministinnen verteidigen in Unkenntnis der Sachlage das Kopftuch als Selbstbestimmungsrecht der Frau und Geschlechterapartheid als zu schützendes Kulturmerkmal. Damit folgen sie den islamischen weiblichen U-Booten, die das Kopftuch-tragen in Europa im Auftrag der Türkei oder SA erstreiten. Man lese, was echte Frauenrechtlerinnen wie eine Neçla Kelek, eine Saida Keller-Messahli , aber auch Männer wie Bassam Tibi oder Schriftsteller Kamel Daoud u.v.a.m. dazu sagen.
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    1. Antwort von Tamer Aboalenin (Tamer)
      @Mayer, Bestimmte Personen als "echte" Frauenrechtlerinnen bzw. Frauenrechtler, nur weil sie Ihre Vorstellung vertreten heißt nicht sie echt sind, denn unter Rechte der Frau gilt auch ihr Recht Kopfbedeckung zu tragen oder nicht.
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    2. Antwort von Beppie Hermann (Eine rechte Grüne)
      Und Sie, Tamer Aboalenin respektive Musliminnen, haben nicht das Recht, mich mit ihrer Verhüllungsbotschaft zu beleidigen und meine Gefühle zu verletzen!
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    3. Antwort von Tamer Aboalenin (Tamer)
      @Hermann, Wenn Sie tatsächlich die Ausübung einer Glaube als Beleidigung finden, dann haben Sie ein Problem mit der CH Verfassung und begriffe wie Religionsfreiheit und Multikulturelle Gesellschaft.
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    4. Antwort von Beppie Hermann (Eine rechte Grüne)
      T.A., kann es sein, dass Sie keine Ahnung haben, wieso Muslimas Verhüllungen tragen? Habe mich mit vielen aller Generationen darüber unterhalten. Es hat bei den meisten nichts mit Religion zu tun, dazu gibt es auch - wie wir alle längst wissen - keinen Grund. Das Motiv ist Kultur und von Kulturfreiheit steht in der BV nichts. Rücksicht auf die Gefühle Unverhüllter wäre angesagt, wir wohnen da schliesslich nicht im Orient! Die Grenzen der Freiheit enden da, wo sie anderen zur Belastung werden!!
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    5. Antwort von Tamer Aboalenin (Tamer)
      @Hermann, Wenn Sie behaupten wollen, daß Sie meine Religion besser verstehen als die Muslime sleber, dann ist die Sache mir klar, was Sie eigentlich mit solchen Behauptungen wollen, Wenn das Aussehen einer Person Ihnen nicht passt, dann heißt das Xenophobie. Kopfbedeckung für Frauen ist ein Pflicht im Islam, und die BV hat schon mit Religionsfreiheit zu tun und auch Artikel 18 des UNO Allgemeine Erklärung der Menschenrechte.
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  • Kommentar von Beppie Hermann (Eine rechte Grüne)
    M.Zelger, im Gegensatz zum Chrüzli, symbolisieren alle musl.Verhüllungen von Kopftuch bis Burkini Abgrenzung+Ehrbarkeit, das bedeutet im Umkehrschluss Unanständigkeit, was einer Beleidigung gegenüber unverhüllter Frauen gleichkommt. Musl.Outfits diskriminieren auch die Männerwelt, denn sie stehen unter Generalverdacht, haltlose Lustmolche zu sein. Sie schränken weiter Sinne+Bewegung, Kontakte+Berufswahl, also Integration der Frau ein. Das alles wäre Grund genug, endlich darauf zu verzichten.
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    1. Antwort von E. Waeden (E. W.)
      Das Kopftuch dient der Unterdrückung der Frau. Komisch, dass dies nicht schön längst die Frauenrechtlerinnen auf den Plan gerufen hat. Der Frauentag wäre doch auch eine gute Gelegenheit gewesen. Aber eben, rosa Mützchen gegen Trump zu stricken, ist eben grad in Mode, im Trend & nicht die Kopftücher, welche Frauen vermutlich von Männern diktiert tragen müssen.
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    2. Antwort von Beppie Hermann (Eine rechte Grüne)
      E.Waeden, vermutlich geht es Frauenrechtlerinnen einfach nur um Selbstbestimmung der Muslimas. Die Frage, weshalb muslimische Verhüllungen überhaupt getragen werden, stellen sie nicht, können darum auch nicht nachvollziehen, dass diese Verhüllungen nicht nur Muslimas selber, sondern auch unverhüllte Frauen, aber auch Männer diskriminieren und beleidigen.
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    3. Antwort von Tamer Aboalenin (Tamer)
      @Hermann, keiner hat das Recht, die Muslime zu zwingen auf Teil ihrer Glaube zu verzichten oder ein Teil ihrer Religion zu verbieten.
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  • Kommentar von E. Waeden (E. W.)
    Noch vor ein paar Jahren, waren es hauptsächlich ältere Frauen, welche Kopftuchträgerinnen waren. Bei jungen Frauen hat man sie selten bis nie gesehen. Denke daher, dass es weniger der Glaube ist, dass jetzt viel mehr junge Frauen hier Kopftücher tragen, sondern mehr Protest, gegen unsere westlichen Werte, welche man immer weniger akzeptieren/respektieren will. Ob sie es freiwillig tun oder nicht, werden wir nie wissen.
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