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International Artenschutzkonferenz: Hoffnung für Elefant, Nashorn und Hai

In Johannesburg hat die Welt-Artenschutz-Konferenz begonnen. Daran nehmen über 180 Länder teil. Ziel der zwölftägigen Konferenz sind neue Regeln für den weltweiten Handel mit gefährdeten Tier- und Pflanzen-Arten. Der Schwerpunkt liegt dabei auf afrikanischen Tierarten und dem Handel mit Tropenholz.

Legende: Video Erfolgsstory: Unbewaffnete Frauen gegen Wilderer abspielen. Laufzeit 1:58 Minuten.
Aus Tagesschau vom 24.09.2016.

In der südafrikanischen Wirtschaftsmetropole Johannesburg hat die 17. Welt-Artenschutzkonferenz (Cites) begonnen. Bis zum 5. Oktober treffen sich hier Vertreter aus 183 Ländern, um über Handelsregelungen für bedrohte Tier- und Pflanzenarten zu entscheiden.

Auf der Agenda stehen unter anderem Anträge zu Elefanten, Nashörnern, Löwen, Schuppentieren und Haien. Derzeit werden etwa 5600 Tier- und 30 000 Pflanzenarten in drei verschiedene Cites-Anhänge eingestuft, wobei Anhang I den höchsten Schutz bietet.

Die Schwerpunkte

Haie: Haie werden wegen ihrer Flossen und ihres Fleischs gefangen. Ein weiteres Problem ist, dass sie etwa Thunfischjägern als Beifang in die Netze gehen. Rund 100 Millionen Haie werden jährlich wegen ihrer Flossen getötet.

Hai
Legende: In der Natur hat der Hai keine Feinde – ausser dem Menschen, der seiner Flosse vermeintliche Heilkräfte nachsagt. Keystone

Afrikanischer Elefant: Der Handel mit Elfenbein zählt zu den Top-Themen der Konferenz. Derzeit sind internationale Geschäfte damit verboten. Wilderei und der Verlust des Lebensraumes haben rund 144'000 afrikanischen Elefanten zwischen 2007 und 2014 das Leben gekostet. Während Namibia und Simbabwe Elfenbein wieder verkaufen wollen, unterstützen 29 afrikanische Staaten ein komplettes Handelsverbot.

Afrikanische Nashörner: Mehr als 6000 Nashörner wurden nach Angaben der Umweltstiftung WWF seit 2008 getötet. Ihren Hörnern werden in asiatischen Ländern heilende Kräfte zugeschrieben. Swasiland strebt eine Ausnahme für den verbotenen Handel an: Das kleine südafrikanische Land möchte seine Lagerbestände verkaufen.

Afrikanische Löwen: Der Löwenbestand in Afrika ist in den vergangenen zwei Jahrzehnten um über 40 Prozent zurückgegangen. Zu den Gründen zählen immer kleiner werdende Lebensräume und damit einhergehende Zusammenstösse mit Menschen, aber auch die Trophäenjagd. Einzelne Länder im südlichen Afrika mit grossen Jagdtourismus sind gegen die von vielen anderen Staaten angestrebten strengeren Bestimmungen.

Schuppentiere: Diese skurril aussehenden Säugetiere mit Schuppenhaut werden wegen ihres Fleischs gejagt. Ihren Schuppen werden in China zudem heilende Kräfte zugeschrieben. Trotz der bereits bestehenden Handelsverbote in Asien ging der Bestand dort im vergangenen Jahrzehnt um rund 80 Prozent zurück. Nun sind die Tiere in Afrika bedroht. Es gibt mehrere Anträge für einen strengeren Schutz.

Graupapagei: Der sprachbegabte Vogel gilt als beliebtes Haustier. Mangelnde Handelsbestimmungen führten zu einem starken Rückgang des Bestands. Die Sterberate für die Tiere beim Transport liegt wegen der oft schlechten Bedingungen bei 40 bis 60 Prozent.

14 Kommentare

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  • Kommentar von Patric Huber (Patric Huber)
    Schön dass es für diese Tiere Hoffnung gibt... Nur für die Menschheit gibt es Mittel- Langfristig keine Hoffnung mehr. Die Natur findet schon einen Ausweg die Krankheit Mensch zu bekämpfen. Und @Angela Keller... 1/2 ihres Einkommens an 10 Wildererfamilien und die müssten das nicht mehr tun. Aber eben... Worte sind Schall und Rauch....
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  • Kommentar von Angela Keller (kira)
    Stirbt der Weiße Hai aus? Der Weisse Hai wurde bisher noch nicht in die Liste der bedrohten Tierarten aufgenommen, obwohl eine Studie aus Südafrika dies nahelegt. Schuld ist der Mensch: Meeresverschmutzung, illegale Jagd, Hai-Netze zum Schutz von Stränden, in denen die Tiere elend verenden, und Überfischung machen dem Weissen Hai das Überleben schwer. Doch er ist nicht der einzig bedrohte Meeresbewohner - auch der Mantarochen und der Teufelsrochen sollen besser geschützt werden.
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  • Kommentar von Angela Keller (kira)
    Stopp Wilderei weltweit. Wilderer töten im Durchschnitt drei Nashörner pro Tag und mehr als 35.000 Elefanten pro Jahr, sowie zahlreiche andere Tiere. Es ist dringend notwendig die Wilderei vor Ort zu unterbinden, um somit die aktuelle Krise an der Wurzel zu bekämpfen. Das Ziel das Konsumverhalten und die Einstellung der Menschen gegenüber dem Konsum von illegalen Wildtierprodukten, vor allem in China, Vietnam und Thailand zu ändern. Aufklärung ist dringend nötig.
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    1. Antwort von Beppie Hermann (Eine rechte Grüne)
      Stimmt, A.Keller. Aber ein mea maxima culpa wäre eher angesagt, zumal wir, das CHer Volk u.die Kantone unsere eigene Fauna+Flora vor allem durch Bauboom, Landwirtschaft+Desinteresse an den Rand der Ausrottung gebracht haben, viele Arten ausgestorben sind. Unsre Biodiversität ist vielleicht nicht so spektakulär, aber nicht minder wichtig für Ökogleichgewicht+Nachwelt. Fast alle verbliebenen Amphibien, Reptilien, Vögel, Insekten wie Wildbienen, Tagfalter, Libellen usf sind heute stark gefährdet.
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