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Legende: Audio Proteste gegen US-Lager für asylsuchende Kinder abspielen. Laufzeit 02:36 Minuten.
Aus HeuteMorgen vom 27.06.2019.
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Asylsuchende Kinder in den USA «Schliesst das Lager»

  • Menschenrechtsaktivisten in den USA fordern die Schliessung des Internierungslagers für asylsuchende Minderjährge in Homestead.
  • Über 2000 Kinder und Jugendliche sollen dort unter menschen-unwürdigen Bedingungen festgehalten werden.
  • Die Protestierenden fordern die demokratischen Präsidentschaftsbewerber auf, das Areal zu besuchen und sich für dessen Schliessung einzusetzen.

Keine Seife, keine Zahnbürsten, kaum Betreuung: Berichte über unhaltbare Zustände in einem Internierungslager für unbegleitete minderjährige Asylbewerber sorgen in den USA für Aufsehen.

Grösstes Lager für minderjährige Asylsuchende

Das Thema gibt vor allem in Miami zu reden, wo in diesen Tagen die ersten Fernsehdebatten der demokratischen Präsidentschaftsbewerber stattfinden. Denn südlich der Stadt, in Homestead, liegt das grösste Internierungslager der USA für minderjährige Asylsuchende.

«Schliesst das Lager», schreien gut 1000 Protestierende. Sie haben sich in Sichtweite des Adrienne Arsht Centre in Miami aufgestellt. Hier findet die erste Fernsehdebatte der demokratischen Präsidentschaftskandidatinnen und -kandidaten statt.

Tausende Kinder auf Luftwaffenstützpunkt

Pamela Key, Aktivistin und Anwältin aus Orlando, will den Kandidatinnen und Kandidaten die inhaftierten Kinder im Internierungslager in Homestead in Erinnerung rufen.

Eine Hand hält hinter einem Zaun ein Plakat in die Höhe.
Legende: Protestaktion gegen die Zustände im Lager Homestead. SRF / Matthias Kündig

Seit Wochen hält Key dort regelmässig Mahnwache. Es sei eine moralische Verpflichtung, den eingesperrten Kindern zu signalisieren, dass US-Bürgerinnen mit deren Behandlung nicht einverstanden sind. Über 2'300 Kinder zwischen 13 und 17 Jahren sind auf dem Gelände des Luftwaffenstützpunkt in Homestead untergebracht, meist für Wochen oder sogar Monate.

Schlafsäle für Kinder in denen nachts Licht brennt

Betrieben wird das Lager von einer privaten Sicherheitsfirma. Was sich drinnen abspielt, wissen nur wenige. Hilfsorganisationen wie Amnesty International reden von riesigen Schlafsälen für Hunderte von Kindern, wo auch in der Nacht Licht brennt.

Persönliche Gegenstände seien nicht erlaubt, sagt Tina Marie Davidson, die ebenfalls regelmässig Mahnwache hält. Tina Marie hat beobachtet, dass 17-Jährige von den anderen Kindern getrennt werden. Denn 17-Jährige werden an ihrem 18. Geburtstag gleich in Gefängnisse für Erwachsene gesteckt – und die Jüngeren sollen dies nicht mitbekommen.

Präsidentschaftsbewerber zieren sich

Das Aktivistinnen-Netzwerk rund um Tina Marie hat in den letzten Wochen versucht, sämtliche Kandidatinnen und Kandidaten dazu zu verpflichten, das Internierungslager in Homestead zu besuchen und sich für dessen Schliessung einzusetzen.

Bisher hat allerdings erst knapp die Hälfte der Kandidierenden versprochen, sich das Internierungslager in Homestead von Innen anzuschauen.

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2 Kommentare

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  • Kommentar von Benedikt Walchli  (Baenzi)
    Darum brauchen wir eben eine dichte Abgrenzung, damit diese "Unhaltbaren Zustände" nicht mehr passieren?! Zudem gibt es in den USA weit mehr Kinder die froh wären sie hätten das was diese Kinder bekommen!
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  • Kommentar von Benedikt Walchli  (Baenzi)
    Zuerst wird die Krise geleugnet, und jetzt endlich wird es eingestanden. Die Dems waren wieder sehr schnell im Umdenken und es zu politisieren. Viele vergessen gerne, dass es Obama war der dies mit den Kinder gestartet hat, oder funktioniert mein Erinnerungsvermögen nicht mehr gut?
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