Atomgespräche mit Iran in heisser Phase

Schlag auf Schlag geht es in den nächsten Tagen weiter bei den Atomverhandlungen mit Iran: Nach dem Übergangsabkommen von Genf muss nun eine definitive Lösung her. Und das in weniger als sechs Monaten. Am Ende der Münchner Sicherheitskonferenz wurde klar: Die Positionen liegen noch weit auseinander.

Noch vor Monaten wäre es eine Sensation gewesen: Ein Treffen der Aussenminister der Erzfeinde Iran und USA. Doch auf der Münchner Sicherheitskonferenz trafen sich Mohammad Javad Zarif und John Kerry schon zum wiederholten Mal. Aus gutem Grund: Das Atomabkommen von Genf ist befristet. Es läuft im Sommer bereits wieder aus.

Rote Linien für Teheran

Es bleibt also wenig Zeit, um eine Dauerlösung zu finden. Es wäre ein Desaster für alle Beteiligten, sagte Zarif, wenn dies misslänge. Er erklärte aber auch, wo für Teheran die roten Linien liegen: Die Amerikaner sollten die Illusion begraben, der Iran werde jemals ganz auf die Urananreicherung verzichten. Auch die Entwicklung neuer Zentrifugen für diese Anreicherung gehe weiter.

Im Anschluss an die Unterredung mit Kerry verbreitete Zarif aber in einer Rede vor Mitgliedern des deutschen Amts für auswärtige Angelegenheiten regelrechten Optimismus. «So Gott will können wir innerhalb von sechs Monaten eine Verständigung erzielen», sagte Irans Aussenminister. Er fürchte sich überdies auch nicht vor einer allfällig ablehnenden Entscheidung des US-Kongresses. «Der amerikanische Präsident hat versprochen, in diesem Fall sein Veto einzulegen.»

Ein ambitioniertes Programm

Ob sich diese Zuversicht rechnet, wird sich zeigen müssen. Denn auch für Washington ist klar: Es liegt am Iran, das weltweite Misstrauen zu zerstreuen. Der einflussreiche Senator John McCain formulierte es so: Der Iran habe nun mal eine lange Geschichte der Täuschungen über seine nuklearen Absichten.

Zwei Männer vor einem Wandbild von München Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Noch ein weiter Weg zu gehen für Irans Aussenminister Zarif (rechts) und den Chef der IAEA, Yukiya Amano. Reuters

In München wurden jetzt die Ausgangspositionen bezogen. Ende dieser Woche verhandelt Teheran erneut mit der UNO-Atombehörde IAEA. Zehn Tage später beginnt in Wien die Verhandlungsrunde über ein definitives Atom-Abkommen zwischen dem Iran und der sogenannten Sechsergruppe, also den UNO-Vetomächten plus Deutschland. Spätestens da wird sich zeigen, ob man trotz aller Gegensätze vorankommt.