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Coronavirus tangiert Expedition im ewigen Eis
Aus SRF News vom 11.05.2020.
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Auf Eis gelegt Coronakrise unterbricht Arktis-Expedition

Das Forschungsschiff «Polarstern» soll durch die Arktis driften, um Daten zum Klima zusammeln. Doch Corona bremst das Projekt aus.

Seit rund sieben Monaten driftet das Forschungsschiff «Polarstern» – angedockt an eine Eisscholle – durch die Arktis. An Bord befinden sich rund hundert Wissenschaftler aus aller Welt, darunter auch Schweizer. Doch nun muss die «Polarstern» ihren eisigen Standort vorerst zurücklassen.

Normalerweise werden auf dem Schiff die Forschungsteams alle drei Monate ausgewechselt. Doch die russischen Versorgungsschiffe, die bislang für den Wechsel eingesetzt wurden, dürfen nicht mehr fahren – die Inselgruppe Spitzbergen ist Corona-bedingt gesperrt.

Wissenschaftler für 14 Tage in Quarantäne

«Wir wussten nicht, ob wir mit der Expedition weitermachen können. Aber es ist uns jetzt gelungen, einen Alternativplan aufzustellen», erklärt Expeditionsleiter Markus Rex vom deutschen Alfred-Wegener-Institut, Link öffnet in einem neuen Fenster (AWI).

Er hätte schon längst wieder an Bord der Polarstern sein sollen. Doch nun sitzt er in einem Hotel in Bremerhaven für 14 Tage in Quarantäne fest.

Das Institut habe zwei deutsche Forschungsschiffe zur Verfügung gestellt bekommen, erzählt Markus Rex. Diese würden nun die Wissenschaftler nach der Quarantäne in Bremerhaven abholen und sich mit der Polarstern an der arktischen Eiskante vor Spitzbergen treffen. Dort würde dann der Crew-Wechsel stattfinden.

Schiff im Eismeer
Legende: Das deutsche Forschungsschiff «Polarstern» driftet in der Arktis. Alfred-Wegener-Institut

«Polarstern» schon weit südlicher als gedacht

Seit Beginn der Expedition Ende September 2019 hat das Forschungsschiff bereits eine beachtliche Strecke zurückgelegt. Die «Polarstern» driftete dabei weit stärker nach Süden als ursprünglich gedacht. Damit könnte die Eisscholle, auf der das Forschungscamp eingerichtet wurde, mit steigenden Temperaturen dünner und instabiler werden.

Keine gute Voraussetzung, um die Eisscholle mit einem Teil der Forschungsinstrumente nun zurückzulassen. Wenn alles gut geht, rechnen die Wissenschaftler mit einem drei- bis vierwöchigen Unterbruch wegen der ungeplanten Fahrt der «Polarstern» nach Spitzbergen.

Das sei jedoch zu verkraften, sagt Martin Schneebeli. Der Schneeforscher vom WSL-Institut für Schnee- und Lawinenforschung, Link öffnet in einem neuen Fenster (SLF) in Davos war Anfang des Jahres auf der «Polarstern».

«Auf einer Expedition läuft nie alles perfekt»

«Das ist eine Expedition, kein Ausflug. Es ist kein geplantes Laborexperiment, bei dem man manchmal die Experimente wiederholen kann. Da muss man damit rechnen, dass nicht alles perfekt läuft», erklärt Schneebeli.

Er sei froh, dass die Expedition überhaupt weitergeführt werden könne. Wenn möglich bis zum geplanten Abschluss im Oktober – trotz aller Corona-Widrigkeiten.

«Tagesschau» 10.05.2020, 19:30 Uhr

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3 Kommentare

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  • Kommentar von Dani Keller  (¯\_(ツ)_/¯ ____)
    In Anbetracht dessen, dass das Eisvolumen/-ausdehnung die letzten Jahrzehnte in der Arktis stark zurückgegangen ist, hat und hatte das Expeditionsschiff sehr grosse Probleme. Zuerst kamen die Versorgungsschiffe wegen unerwartet dickem Eis verspätet zur Polarstern. Jetzt ist Corona Schuld.
    Bin gespannt, ob das Ziel der Mission, "Meilenstein in Klimaforschung", erreicht wird... mir erschliesst sich der Sinn dieser Mission leider nicht wirklich.
  • Kommentar von Karl Kirchhoff  (Charly)
    Das AWI in Bremerhaven, zählt zu den renommiertesten Polar- und Meeresforschungsinstituten auf der Welt. Die Arbeit der Forscher und der Besatzung der „Polarstern“ ist extrem wichtig für uns alle und sollte eine viel größere Wertschätzung genießen!
  • Kommentar von Theo Koller  (einaeugiger)
    Die schlimmste Meldung. die ich in den letzten Tagen gelesen habe. Hoffentlich geht es dem Schiff gut und ich wünsche den Leuten an Bord, dass sie nie richtig arbeiten müssen.