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Containerschiff blockiert den Suezkanal
Aus Tagesschau vom 24.03.2021.
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Auf Grund gelaufen Suezkanal: Blockiertes Schiff bewegt sich offenbar

  • Das im Suezkanal feststeckende Containerschiff konnte offenbar von Schlepperboten bewegt werden.
  • Das teilt das Seefahrts- und Logistikunternehmen GAC unter Berufung auf die ägyptische Suezkanal-Behörde mit.
  • Laut Daten des Online-Schiffsradars www.vesselfinder.com, Link öffnet in einem neuen Fenster steht das Schiff allerdings noch immer quer im Kanal.
  • Das Schiff blockiert seit Dienstag die wichtige Transportroute aus dem Mittleren Osten.

Das Schiff lief etwa 6 Kilometer nördlich der Südmündung des Kanals in der Nähe der Stadt Suez während eines Sandsturms auf Grund. In diesem Bereich ist der Kanal einspurig. Beim feststeckenden Schiff handelt es sich um die MV Ever Given des Transportunternehmens Evergreen.

Eng getakteter Welthandel mit kritischem Engpass

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Um den Suezkanal führen in der Schifffahrt nicht viele Wege herum – jedenfalls nicht für einen aus Saudi-Arabien oder dem Irak kommenden Öltanker, der unter engem Zeitplan Europa oder die USA ansteuert. Den Seeweg von Europa nach Indien verkürzt der Kanal um etwa 7000 Kilometer, der Umweg über das Kap der Guten Hoffnung könnte ein Schiff bei 16 Knoten (etwa 30 Kilometer pro Stunde) bald drei weitere Wochen kosten. Das ist wichtig im eng getakteten Welthandel. Im Jahr 2018 durchfuhren 18'000 Schiffe den Suezkanal, im Schnitt etwa 50 am Tag. Von einem «kritischen Engpass» sprach die US-Energiebehörde in der Vergangenheit auch für den Handel mit Öl, Gas und Erdölprodukten.

Der Vorfall habe sich am Dienstag ereignet, teilte das Seefahrts- und Logistikunternehmen GAC auf seiner Internetseite mit. Der Frachter sei laut der ägyptischen Suezkanal-Behörde am Dienstag auf Grund gelaufen, weil der Kapitän schlechte Sicht wegen eines Sandsturms hatte. Ägyptische Meteorologen berichteten von starken Sandstürmen mit Windböen von bis zu 50 Kilometern pro Stunde zur Zeit der Havarie. Die Besatzungsmitglieder sind nach Angaben des Betreibers in Sicherheit.

Die Ever Given ist 400 Meter lang und 59 Meter breit. Das 2018 gebaute Schiff ist aus China gekommen und auf dem Weg nach Rotterdam. Das Schiff gehört nach Expertenangaben zu den grössten Containerschiffen der Welt. Davon gebe es inzwischen jedoch mehrere. Gemessen an der maximalen Zahl der Container auf dem Schiff ist die «Ever Given» nicht das grösste Schiff.

Acht Schlepperboote seien weiterhin im Einsatz, um das festsitzende Schiff zu befreien, teilte die ägyptische Suezkanal-Behörde mit. Die Rettungsaktion kann im Internet auch über den Schiffstracker von Vesselfinder , Link öffnet in einem neuen Fenstermitverfolgt werden.

Gütertransport von Asien nach Europa gestört

Wie lange die Blockade noch andauert, ist unklar. Sie hat grosse Auswirkungen auf den weltweiten Schiffsverkehr zwischen dem Mittelmeer und dem Roten Meer.

Sowohl nördlich, als auch südlich des Kanals bildeten sich nach Angaben der Schiffsradare Vesselfinder und Marinetraffic Staus von Containerschiffen. «Jeden Tag fahren durchschnittlich 50 Schiffe durch den Kanal», sagte Salvatore R. Mercogliano, ein ehemaliger Handelskaufmann der Nachrichtenagentur AP.

«Jeden Tag, an dem der Kanal geschlossen ist [...] liefern Containerschiffe und Tanker keine Lebensmittel, Treibstoff und Industriegüter nach Europa und es werden keine Waren von Europa nach Fernost exportiert.» Dem Versicherungskonzern Allianz wurden von Reedereien mehr als 100 wartende Schiffe im Kanal gemeldet.

Die Ever Given ist keine Unbekannte. Bekannt geworden ist das Schiff vor allem durch einen von ihr verursachten Unfall. Die Ever Given war am 9. Februar 2019 vom Kurs abgekommen und hatte am Anleger Hamburg-Blankenese die Hafenfähre Finkenwerder zusammengedrückt. Wind aus Südwest hatte den Ermittlungen zufolge die Kollision begünstigt. Zudem habe ein Sog das Heck des Frachters gegen das Elbufer gezogen. An Fähre und Anleger entstand Sachschaden in Höhe von rund einer Million Euro.

SRF 4 News, 24.3.21, 07:00 Uhr;

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24 Kommentare

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  • Kommentar von Peter König  (Vignareale)
    Diese Aufregung ermöglicht doch
    vielen Händlern Preiserhöhungen anzuschreiben und die ängstlichen Konsumenten stehen
    in den Starlöcher für Hamsterkäufe
  • Kommentar von Hannes Zubler  (Zubi)
    Warum gleich Panik. Gemäss Report sind es 50 Schiffe pro Tag. Das heisst, pro Richtung alle 2 Stunden ein Schiff. Wenn jetzt dieser Kanal für 4 Tage zu ist, wären Preiserhöhungen oder sonstige Panikattaken völlig daneben. Aber eben, zurzeit ticken wir wohl in dieser Richtung, aus jedem Floh gleich ein Nashorn zu bilden.
    1. Antwort von Namor Brisk  (Namor)
      50 Schiffe, 24h...ich würde sagen das gibt 2 Schiffe/Stunde :)
      Schön abwechselnd wär das pro Richtung jede Stunde ein Schiff.
      So, damit wäre die Mathestunde für heute erledigt.
    2. Antwort von Hannes Zubler  (Zubi)
      hehe... stimmt.
      Hatte wohl mit dem peruanischen Venuskalender gerechnet.
    3. Antwort von Carl Klein  (C.Klein)
      Na wenn der Tag 100 Stunden hat dürfte diese Rechnung exakt stimmen
  • Kommentar von Denise Casagrande  (begulide)
    Was bedeutet dies einmal mehr für die Umwelt betreffend Verseuchung des Wasser's??
    Jeder Mensch, sollte unbedingt bei sich und dem eigenen Leben, Konsum-Verhalten beginnen betreffend "Konsum-Verhalten" und effektiver "Not-Wendigkeit"??
    1. Antwort von Konrad Pfister  (Konrad Pfister)
      Warum sollte ein im Suezkanal verklemmtes Schiff das Wasser verseuchen?
    2. Antwort von Cyril Odermatt  (cthehateful)
      Es ist immer wieder schade, dass Konsumenten so stark in die Verantwortung gerückt werden, während die grössten Verursacher von Umweltverschmutzung stets ungeschoren bleiben. Grosse Unternehmen gehören in die Verantwortung genommen!
    3. Antwort von Heinrich Müller  (Denesinteressiert)
      Zum Glück läuft nicht bei jedem havarierten Schiff Treibstoff oder Gülle aus. Bei der sehr langesamen Fahrt durch Wasserwege wie Suez-Kanal kommt es selten zur Beschädigungen der Aussenhaut des Schiffes, auch wenn das Schiff auf Grund läuft. Im vorliegenden scheint es eine glimpfliche Havarie zu sein, da das Scheinbar Schiff "einfach" wider ins Fahrwasser gezogen werden soll. C/O a.D.