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Türkisblaues Meer, wenige Leute am Strand von Cottesloe.
Legende: Am Strand von Cottesloe haben Haie nichts zu suchen, findet die australische Regierung. zvg
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International Australien jagt «Bestien der Meere»

In Australien sind seit 2011 sieben Menschen von Haien getötet worden. Deshalb hat die Regierung den Meeresräubern den Kampf angesagt – in den letzten Wochen wurden mehr als 100 von ihnen getötet. Doch dagegen regt sich Widerstand.

Lauter Protest an einer Kundgebung gegen das Abschlachten von Haien: Das ist nicht unbedingt das, was man von Badenden und Surfern erwarten würde. Immerhin müssen sie das Wasser mit einigen der gefährlichsten Räuber teilen, die vor der Küste Australiens leben.

Am Strand von Cottesloe bei Perth im Westen Australiens demonstrierten Ende Januar Tausende für den Schutz der Haie. Sie würden genauso wie andere Fische zum Meer gehören, war auf Plakaten zu lesen.

Sicherheit für Badende steht über Allem

Kurz zuvor hatte die konservative Regionalregierung von Premier Colin Barnett eine kontroverse Massnahme gegen die Haie eingeführt: Vor verschiedenen Badestränden wurden Köder ausgelegt. Anbeissende Haie, die über drei Meter lang sind, werden von Fischern erschossen und im Meer versenkt. Auf diese Weise will die Regierung die Sicherheit der Badenden garantieren.

Vor den Stränden Westaustraliens sind in den vergangenen drei Jahren sieben Menschen von Haien getötet worden. Das sind überdurchschnittlich viele: im langjährigen Schnitt wird in Australien pro Jahr ein Mensch von einem Hai getötet.

Schon mehr als 100 Haie getötet

Die Tötung der Haie habe keine signifikanten Auswirkungen auf die Umwelt, sagt ein Vertreter der westaustralischen Umweltbehörde. Er wehrt sich gegen Vorwürfe, seine Behörde sei von den Politikern beeinflusst.

Seit Januar sind bereits mehr als 100 Haie gefangen und getötet worden – zur Empörung der Westaustralier. Im Rahmen einer Konsultation mit der Öffentlichkeit gingen 23'000 Eingaben bei den Behörden ein. Meist enthielten sie die Aufforderung, die Abschlachtungs-Aktion zu stoppen.

Doch die Regierung hält an ihrer harten Haltung fest. Und sie weiss, dass sie den konservativen Teil der Bevölkerung auf ihrer Seite hat. Dazu gehören auch die einflussreichen konservativen Medien. Sie fordern lauthals die Keulung der «Bestien der Meere».

Ein Restrisiko bleibt immer

Umweltorganisationen wie die Sea Sheperd erstaunt nicht, dass tausende Eingaben aus der Bevölkerung nichts zählen. Deren Sprecher sagt, er sei zwar enttäuscht, aber nicht überrascht. «Einmal mehr hat sich die Regierung nicht für die Umwelt entschieden.»

So werden wohl noch Dutzende Haie an den Haken enden, bis im April die Massnahme wieder aufgehoben wird. Und das, obwohl Experten sagen, es sei völlig unnötig. Bislang konnte kein Wissenschaflter nachweisen, dass sich die Gefahr für Schwimmer und Surfer durch die Tötungen reduziert.

Ein Restrisiko bleibt immer. Wer das nicht akzeptieren will, dem bleibt nur eines: An Land bleiben.

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5 Kommentare

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  • Kommentar von B. Kerzenmacher , Frauenfeld
    "Bestien der Meere" Schwachsinn pur!
  • Kommentar von Felix Rauch Valenti , Sydney
    Das Risiko an einem Australischen Strand von einem Hai angegriffen zu werden ist verschwindend gering und deutlich weniger gefährlich, als die Strasse zu überqueren. Übrigens sind (nach eigener Beobachtung) die meisten der tödlichen Hai-Unfälle in den letzten Jahren am frühen Morgen oder späten Abend passiert. Zu diesen Zeiten ist schwimmen und surfen gefährlicher, weil die Sicht schlecht und die Haie auf der Jagd sind.
    1. Antwort von Juha Stump , Zürich
      Sie drücken es genau richtig aus. Wer sich auch nur ein bisschen über Haie informiert hat, weiss gut genug, dass diese gerade in den warmen Stunden um die Mittagszeit schlafen. Deshalb sollten das Baden, Tauchen und Surfen gerade dann auch am sichersten sein, wobei es auch dann nie eine 100%-ige Sicherheit gibt - aber es ist immerhin ein Hinweis.
  • Kommentar von M.Tisserand , Schweiz
    Und was ist mit all den tödlichen Quallen? ...und der grösste Räuber - der Mensch?
    1. Antwort von Regina Bernet , 7440 Andeer
      ja, wenn man bedenkt, wieviel Leben in den letzten 3 Jahren von Menschenhand zerstört wurde...!!!Und das nicht nur aus überlebenstechnischen Gründen...